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29.11.2017 Von: Béatrice Christen

Züriberg

Kerzenziehen: Schicht um Schicht ans Ziel


Hier riecht es gut: Das heisse Bienenwachs schwängert mit seinem Geruch den Raum. Wer hier Kerzen zieht, tut nicht nur sich selbst, sondern auch anderen etwas Gutes. Foto: Béatrice Christen

Das Zürcher Kerzenziehen wurde auf private Initiative hin gegründet. Inzwischen ist es Kulturgut, das nicht mehr wegzudenken ist. Seit Beginn des Kerzenziehens im Jahr 1969 werden am Bürkliplatz nur Bienenwachskerzen gezogen.

Der Musikpavillon am Bürkliplatz wird jeweils im Monat November bis kurz vor Weihnachten zur Heimat des Zürcher Kerzenziehens. Der traditionelle Anlass findet heuer zum 48. Mal statt. Trägerschaft ist die Stiftung Zürcher Kerzenziehen. Durchgeführt wird der Anlass seit einigen Jahren vom Verein Zürcher Eingliederung, welche eng mit dem Anlass verbunden ist. Denn dank dem Erlös aus dem Kerzenziehen erhielt diese Institution, die sich heute noch für benachteiligte Menschen einsetzt, vor Jahren ihr Startkapital.

Oase am Bürkliplatz
Das Zürcher Kerzenziehen ist zu einem multikulturellen Treffpunkt geworden. Kinder und Erwachsene stehen im Kreis an den Töpfen, in denen sich das flüssige Bienenwachs befindet. Andächtig tauchen sie ihre Dochte hinein, tragen diese zum Abkühlen ins Freie, um dann an den Topf zurückzukehren und den Docht mit dem erkalteten Bienenwachs erneut einzutauchen. Auf diese Weise entstehen Schicht für Schicht wohlriechende Bienenwachslichter. Es herrscht eine friedliche Atmosphäre, die von leiser Musik begleitet wird. Wer eine Pause machen möchte, kann das angefangene Kunstwerk an der Kerzengarderobe hinterlegen und sich im Café Wachstopf niederlassen. Aeneas Marti betreut das Kerzenziehen dieses Jahr und wird dabei von Edith Steuble und Freiwilligen tatkräftig unterstützt. Die beiden haben alle Hände voll zu tun, ist das Zürcher Kerzenziehen doch im Laufe der Jahre gewachsen. Wenn in den Anfangszeiten einige hundert Kilo Wachs und ein paar Spulen Docht verarbeitet wurden, sind es heute rund sechs Tonnen Bienenwachs und 50 Kilometer Docht aus denen Hunderte Bienenwachskerzen entstehen.

Helfende Hände gesucht
Das Zürcher Kerzenziehen hat eine Pionierrolle. Daraus sind in verschiedenen Gemeinden und Institutionen weitere kleine Kerzenziehen entstanden. Sie unterscheiden sich vom Zürcher Kerzenziehen dadurch, dass neben dem Bienenwachs oft auch farbiger Wachs verwendet wird. Im Musikpavillon am Bürkliplatz werden – so will es die Tradition – nur Bienenwachskerzen gezogen. Raphael Stadelmann von der Zürcher Eingliederung freut sich über den Erfolg des Zürcher Kerzenziehens. Er betont: «Dieses hat sich – nicht zuletzt – dank dem Einsatz von freiwillig Helfenden zu einem Kulturgut entwickelt. Es wäre wünschenswert, wenn sich weitere Freiwillige in den Dienst des Kerzenziehens stellen würden. Die Arbeit macht Freude, die Atmosphäre im Musikpavillon ist etwas Besonderes, auch entstehen hier quer durch die Generationen und gesellschaftlichen Schichten wertvolle zwischenmenschliche Kontakte.»



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