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06.12.2017 Von: David Herter

Züriberg

Verkehrsversprechen stossen auf Argwohn


Direkt neben dem Wohngebiet (rechts) will das Kinderspital seine Garageneinfahrt bauen. Foto: David Herter

Der Kanton will den motorisierten Verkehr auf der Lengg begrenzen. Einige Anwohner reagieren skeptisch. Auf solche Zusagen habe man sich bisher nicht verlassen können.

Die Anwohner von Bleuler-, Lenggund Südstrasse haben sich schon erfolgreich gewehrt gegen Bauvorhaben im Quartier. Zuletzt bodigten sie im März den Bau einer Mobilfunkantenne. Und viel früher schon halfen sie mehrfach mit, den Burghölzlihügel vor einer Überbauung zu retten.
Nun überlegt sich die Gruppe Bleuler-, Lengg und Südstrasse (BLS), gegen den Neubau des Kinderspitals Rekurs einzulegen. Nicht weil ihre Mitglieder etwas gegen das Spital hätten, sagen zwei Vertreterinnen der Gruppe, die anonym bleiben wollen. Mit dem Standort auf der Lengg allerdings sind sie nicht glücklich, und richtig unzufrieden sind sie mit der Lage der Einfahrt in die Tiefgarage des Spitals, unmittelbar neben ihrem Wohngebiet. 354 Parkplätze und Lastwagenrampen sind vorgesehen, täglich gegen 2000 Ein- und Ausfahrten sind zu erwarten. Im Quartier befürchtet man deswegen viel Schleichverkehr auf den schmalen Strassen zwischen der Lengg, dem Seefeld und Zollikon.
Der Bauherrschaft haben die Anwohner schon das Zugeständnis abgerungen, den motorisierten Verkehr aus der Garage mittels Abbiegegebots zur Forchstrasse zu leiten. Das genüge aber nicht, sagt eine der beiden Frauen: «Ein solches Gebot wird missachtet, wenn sich der Verkehr auf der Forchstrasse staut», ist sie überzeugt. Und bei der Fahrt zur Tiefgarage seien die Lenker ja frei, irgendeinen Weg zu wählen. Die Anwohner zweifeln daran, dass die westlich der Lengg vorgesehene flächendeckende Tempo-30-Zone das Quartier vor Schleichverkehr schützt, wie es Stadt und Kanton vorsehen. Die schon bestehenden Tempo- 30-Zonen jedenfalls hielten Autofahrer nur unzureichend davon ab, auf der Suche nach einer schnelleren Verbindung auf Nebenstrassen auszuweichen.

Seewasserleitung im Weg
Gerade das Beispiel Kinderspital- Tiefgarage zeige, wie wenig man sich auf Pläne und Prognosen verlassen könne, finden die zwei Frauen aus der Gruppe BLS. Die Garage war noch im Jahr 2012 mitten im Gebiet Lengg geplant, auf dem Spitäler, Kliniken und Heime in den nächsten 20 Jahren einen massiven Ausbau ihrer Angebote planen. («Züriberg» vom 23. November). «Dort war die Garage am richtigen Ort», sagt eine der Wortführerinnen. 2014 wurde die Garageneinfahrt dann um 200 Meter nach Westen verschoben, direkt neben das Wohngebiet. Die Anwohner vernahmen davon erst im Frühling 2016, als der Gestaltungsplan Kinderspital öffentlich auflag. Der Kanton begründete die Verschiebung der Tiefgarage damit, dass am ursprünglichen Standort eine Leitung des Seewasserwerks im Weg liege und sich diese Leitung unmöglich verschieben lasse. Zwei direkte Anstösser erreichten immerhin, dass die Einfahrt in die Tiefgarage zum Schutz vor Lärm eingehaust werden muss. Um Ausweichverkehr zu verhindern würden Besucher, Patienten und Angestellte mit griffigen Massnahmen auf den öffentlichen Verkehr umgeleitet, versprach der Kanton den Anwohnern vor zwei Wochen. In der Baubewilligung für den Kinderspitalneubau aber fehlen Angaben zu den Parktarifen, Mobilitätsbeiträgen und Umsteigeanreizen. Die Stadt selbst stellt zum Entscheid fest: Ob die Mobilitätsstrategie des Spitals geeignet sei, den motorisierten Verkehr umzulenken, sei aus den vorliegenden Papieren «nicht ableitbar».

«Stadt hat Bedingungen gestellt»
Die Stadt habe dem Kinderspital Bedingungen gestellt in der Baubewilligung, schreibt das Hochbaudepartement auf Anfrage. Dieses Vorgehen sei möglich, wenn die Bauherrschaft die Auflagen erfüllen könne, was beim Spital der Fall sei. Der Bau habe bewilligt werden können, «da man davon ausgehen konnte, dass die verlangten ergänzenden Aussagen möglich und nachweisbar sind».
Im Bauentscheid der Stadt sind 20 zur Einsprache berechtigte Personen und Organisationen aufgeführt, auch Mitglieder der Gruppe BLS. Laut den Wortführerinnen ziehen diese einen Rekurs in Betracht, obwohl die Erfolgsaussichten, abgesehen von einer Verzögerung der Arbeiten, gering sind.Die Gruppe prüft aber auch ein Vorgehen gegen das Verkehrskonzept, sollten die Autound Lastwagenfahrten im Quartier einen gewissen Wert überschreiten.



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