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06.12.2017 Von: Sarah Koller

Zürich 2

Vögeln fehlt im Winter das Futter


Wegen mangelnden Nahrungsangebots müssen viele Zürcher Vögel im Winter hungern. Es stellt sich deshalb die Frage: «Füttern ja oder nein?»

Sie gelten als die letzten lebenden Dinosaurier unserer Zeit: die Vögel. Dennoch ist der Singvogelbestand allein in den letzten 40 Jahren fast um die Hälfte geschrumpft. Glasscheiben, Pestizide oder der Rückgang von natürlichen Lebens- und Futterplätzen tragen dazu bei, dass immer mehr Vögel auf der Roten Liste landen. «Eine zusätzliche Herausforderung stellen die kalten Wintermonate dar, weil die Tiere währenddessen oftmals hungern müssen und keine Fettreserven haben», sagt Elisabeth Schlumpf, Geschäftsführerin der Voliere-Gesellschaft Zürich in der Enge.

Unterschiede in Winterfütterung
«Zwischen Leuten, die im Winter Vögel füttern, und solchen, die es nicht tun, gibt es einen grosser Graben», so Schlumpf. Dies sei gerade deshalb ein Problem, wenn man bedenkt, dass sich die Vogelwelt mit ihrer Anzahl auf dem Sturzflug befindet.
«Sehr oft fehlt es an Wissen und dem gewissen Feingefühl. Vor allem junge Leute stehen heutzutage unter Zeit- und Leistungsdruck, was eine Sensibilisierung für dieses Thema erschwert», findet die Geschäftsführerin. Füttern sollte man die Vögel am Morgen sowie etwa zwei Stunden vor Einbruch der Dämmerung. «Mit leerem Bauch schläft es sich bekanntlich nicht so gut», erklärt Schlumpf. Weiter sagt sie: «Das Füttern sollte nicht unterbrochen, sondern strikt durchgezogen werden. Mittendrin aufzuhören bringt nichts und ist eher kontraproduktiv, da sich die Vögel schnell an Futterstellen gewöhnen.» Ebenfalls sollte man die Futterstelle regelmässig reinigen, da sonst Bakterien in Form von Salmonellen drohen.

Vogelbriefkästen mit Tradition

Direkt vor der Voliere Zürich beim Mythenquai findet man seit 1957 zwei Vogelbriefkästen, wo erkrankte oder verletzte Vögel ausserhalb der Öffnungszeiten vorbeigebracht werden können. «Die Briefkästen sind somit sogar schon älter als die Babyklappe in Einsiedeln», schmunzelt Schlumpf. Von den Vögelbriefkästen gelangen die Patienten dann direkt in die Pflegestation, wo sich kürzlich ein ganz besonderer Gast aufhielt: eine Wasserralle, die laut Schlumpf in der Schweiz eher selten anzutreffen ist. Wie der Name schon sagt, gehören Wasserrallen zur Familie der Rallen und werden den Kranichvögeln zugeordnet. Auffällig sind der leicht nach unten gebeugte Schnabel und die langen Zehen. Schlumpf verrät: «Ihr schmaler Körperbau ermöglicht es ihnen, sich im Dickicht von Sumpf- und Schilfgebieten problemlos fortzubewegen. Im Gegensatz zu anderen Vögeln unterscheiden sich die Männchen und Weibchen kaum voneinander und werden aufgrund ihrer Form und Gestalt relativ oft mit dem Sumpfhuhn verwechselt.»

Beim Patienten in der Help-Bird-Pflegestation handelte es sich um ein Weibchen, das in Winterthur gefunden und auf direktem Weg in die Voliere Zürich gebracht wurde. «Da Wasserrallen nachts fliegen, um wärmere Plätze aufzusuchen, hatte sie vermutlich eine Kollision», so Schlumpf. In der Pflegestation wurde sie gefüttert und nach wenigen Tagen bereits wieder in die Freiheit entlassen. Glück im Unglück also für die Wasserrallen-Dame während der kalten Wintertage.



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