Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
06.12.2017 Von: Lorenz Steinmann und Thomas Hoffmann

Zürich 2, Züriberg, Zürich Nord, Zürich West, Küsnachter, Küsnachter Amtlich

«Wir sind total im Stadion-Zeitplan»


Voll im Element. Peter Zahner (57) weiss praktisch alles über das neue Stadion der ZSC Lions. (Foto: ls.)

Erstmals seit der gewonnenen Abstimmung über die neue ZSC-Lions-Arena gibt Peter Zahner Details zum Planungsstand bekannt. Der 56-jährige, begnadete Netzwerker und ZSC-Lions-CEO sieht den Diskussionen im Gemeinderat mit Zuversicht entgegen.

Vor rund 14 Monaten sagten 56,6 Prozent der Stadtzürcher Stimmbevölkerung Ja zu einem neuen Stadion der ZSC Lions. Der grösstenteils privat finanzierte Bau soll in der Nähe das Bahnhofs Zürich-Altstetten zu stehen kommen. Geplant ist die Eröffnung auf Sommer 2022. Doch was passiert in der Zwischenzeit? Wo liegen mögliche Stolpersteine? Wo befinden sich die ZSC Lions fünf Jahre vor der geplanten Züglete sportlich? Die Lokalinfo hat Peter Zahner, dem Geschäftsführer der ZSC Lions (ZLE Betriebs AG), auf den Zahn gefühlt.

Peter Zahner, das Trainer-Duo Hans Wallson und Lars Johansson stand diese Saison wegen ihrer sehr stoischen Ruhe schon öfter in der Kritik. Wie ist die momentane Stimmungslage aus CEO-Sicht?
Die Trainer machen grundsätzlich einen guten Job, gerade bei den vielen verletzten Spielern. Doch wenn die Resultate nicht stimmen, kommt immer Kritik auf. Schauen Sie, der SC Bern hat einen Trainer aus Finnland. Ebenfalls ein eher ruhiger Typ. Weil der SCB an der Tabellenspitze steht, gibt es dort aber keine Trainerdiskussion.
Wie sehr ist das neue Stadion schon ein Thema im Team?
Die erste Mannschaft war ein wichtiger Botschafter im Abstimmungskampf. Diese Spieler haben Kollegen, Freunde, die Familie. Es wäre fatal gewesen, wenn die Spieler nicht darüber Bescheid gewusst hätten. Momentan ist die Arena nicht tagtäglich ein Thema, aber immer wieder.
Finden Sie es nicht schade, dass 2020 die Eishockey-WM in Zürich (und in Lausanne) stattfindet? Zwei Jahre später wäre doch besser, da könnte in Altstetten gespielt werden ...
Es gab tatsächlich mal Tendenzen um eine Verschiebung um drei Jahre, diese Idee war aber schnell wieder vom Tisch. Aus logistischen Gründen wäre eine WM sowieso frühestens im Mai 2023 möglich. Denn eine neue Halle kann nicht mit einer Eishockey-WM getestet werden.
Wie realistisch ist denn der Eröffnungstermin 2022?
Wir sind total im Stadion-Zeitplan. Dank unserer hohen Glaubwürdigkeit und dem Kontakt zu den Anspruchsgruppen ist 2022 realistisch.
Auch neben dem Eis leistet man bei den ZSC Lions also gute Arbeit: Es gab bei der öffentlichen Auflage des privaten Gestaltungsplans nur fünf Einwendungen. Was hat man daraufhin angepasst?
Die Einwendungen wurden zwar abgewiesen, wir haben aber trotzdem mit den Personen und Institutionen – etwa der Stadt Schlieren – das Gespräch gesucht und versucht, Lösungen zu finden.
Was hatte denn Schlieren gegen das Stadion?
Man befürchtete viel mehr Suchverkehr und parkierte Autos. Mittlerweile konnten wir diese Befürchtungen – zusammen mit der Stadt Zürich – ausräumen.
Jetzt liegt der Gestaltungsplan beim Stadtzürcher Gemeinderat. Zeichnet sich dort Widerstand ab? Immerhin haben AL und Grüne bereits das städtische Darlehen bekämpft.
Wir haben mit den Fraktionspräsidenten und weiteren Exponenten früh Kontakt aufgenommen. Nun geht es darum, Fragen zu beantworten. Weil das Projekt gut aufgegleist ist, bin ich für den weiteren Verlauf zuversichtlich.
Trotzdem: Gegen den Gestaltungsplan kann das Referendum ergriffen werden. Dann würde der erste Puck in Altstetten wohl nicht im Jahr 2022 eingeworfen?
Ich rechne nicht wirklich damit, dass das Referendum ergriffen wird. Jedenfalls sind momentan keine Zeichen erkennbar. Aber sicher ist es natürlich nicht.
120 Familiengärten müssen weichen und sollen im Dunkelhölzli Ersatz erhalten. Aber jetzt verzögert sich das Projekt, weil ein Behördenreferendum ergriffen wurde. Das könnte im Quartier zu einer Unzufriedenheit führen, die sich auch gegen das ZSC-Stadion richtet.
Es ist unser Ziel mitzuhelfen und diese Personen zufriedenzustellen. Auch hier sind wir in engem Kontakt mit den entsprechenden Leuten. Zudem haben wir Hilfe angeboten, wenn es um den Rückbau der Familiengärten geht. Wir wollen unser Wort halten und zu Lösungen beitragen.
Das künftige ZSC-Stadion wird für Fussgänger und Velofahrende hauptsächlich über die Vulkanstrasse erschlossen. Aber dort sind die Platzverhältnisse heute teilweise recht eng. Sind Verbesserungen geplant?
Ja, da sind Verbesserungen nötig – und auch geplant. Ich bin übrigens diesen Sommer mit dem Velo drei Stunden durchs Gebiet mit dem künftigen ZSC-Stadion gefahren und habe mir im Detail nochmals alles angeschaut.
Die Stadt Zürich redet schon lang von einer Passerelle über die Autobahn. Kommt die nun mit der Eisarena?
(seufzt). Der geplante Autobahnvollanschluss im Werdhölzli ist beim Bundesamt für Strassen (Astra) hängig. Somit gibt es auch bei der Passerelle Verzögerungen. Immerhin wird aber der Nordring bis 2022 fertig sein. So wird sich die Autosituation auf der Achse Oerlikon–Altstetten verbessern. Die Passerelle kann realisiert werden, sobald die Autobahnplanungen abgeschlossen sind.
Dann ist diese Fussgängerverbindung auf die Stadioneröffnung hin nicht fertig?
So wie es ausschaut, nein. Das ist aber kein Drama, weil es heute ja schon weiter südöstlich beim Bahnhof Altstetten eine Passerelle hat. Besucherinnen und Besucher steigen dann einfach eine Tramstation weiter Richtung City ein.
Für Autos gibt es eine gute Erschliessung über die Bernerstrasse Süd und die Vulkanstrasse. Aber nach Spielende kann die Stadt die Vulkanstrasse sperren. Was bedeutet das für die Autofahrer?
Die Vulkanstrasse war nie als Autozubringer zum Stadion geplant. Somit ist das für uns absolut kein Problem. Im Gegenteil, das dient der Sicherheit. Dass die weiter westlich liegenden Fussballplätze an der Vulkanstrasse jeweils eine Viertelstunde nicht per Auto (Notfälle ausgeschlossen) erreichbar sind, scheint verkraftbar.
Die bewilligten 350 Parkplätze auf dem Areal reichen für 4000 Besucher. Die ZSC-Lions-Arena fasst aber 12000 Personen. Wo kann man sonst parkieren?
Tatsache ist, dass die Mehrheit der Besucher mit dem öV kommt. Die Erschliessung ist ja super.
Weitere Parkplätze gibt es schon?
Wir haben ein Konzept erarbeitet und mit Firmen in der Umgebung schon Absichtserklärungen abgeschlossen für die Nutzung weiterer Parkplätze. Wir sehen hier keine Probleme.
Man munkelte schon bei der Volksabstimmung, dass das künftige Stadion in Altstetten ein wichtiges Standbein bei allgemeinen Events haben würde. Wie sieht das nun aus?
Um Verträge abzuschliessen ist es noch zu früh. Doch warten, bis die Halle steht, können wir auch nicht. Wir kontaktieren nun ab Januar 2018 Verbände und Firmen, dass es ab 2022 eine neue Arena in Zürich gibt. Möglich wäre etwa die Handball-EM 2022 oder 2023, zusammen mit Deutschland. Offen sind wir für Generalversammlungen, Ausstellungen, Kongresse. Was nicht geht, sind Konzerte – das ist wegen der Konkurrenz zum Hallenstadion mit der Stadt aber so abgemacht und für uns kein Problem.
Nochmals zurück nach Oerlikon. Was passiert mit dem Chad-Silver-Denkmal?
(schmunzelt). Das hat bisher noch niemand gefragt, und wir haben es auch noch nie besprochen. Ich denke mal, die für uns sehr wichtige Statue würde gut nach Altstetten passen. Denn im Hallenstadion wird dann ja kein Hockey mehr gespielt.
Und der Name «ZSC Lions-Platz»? Zügeln Sie diesen auch nach Altstetten?
Vor dem Eingang an der Ostseite hätte es Platz, der sich dafür eignen würde. Wie er heissen wird, ist aber noch offen.
Apropos Namen: Wie soll das Stadion heissen?
Bei der Namensgebung hat die Stadt ein Vetorecht. Der Name darf also für Zürich nicht nachteilig oder anrüchig sein und keinen politischen Bezug haben. Ein Name mit Bezug zu einer grossen Firma wäre denkbar.
Schlussfrage: Wer wird diese Saison Meister?
(lacht). Da ziehe ich den Joker.
Definitiv?
Ja, da sage ich nichts dazu.

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Besser für die Fans

Heute spielen die ZSC Lions im Hallenstadion in Zürich-Oerlikon. Die Kapazität: 11 200 Plätze. Weil das Hallenstadion ein Multifunktionsbau mit Platz zum Beispiel für eine Radrennbahn ist, befinden sich die Fans relativ weit vom Eisfeld entfernt. Seit 1950 spielen die ZSC Lions hier und haben seither sechsmal den Schweizer-Meister-Titel geholt. Im geplanten Stadion (Kapazität 12 000 Plätze) in Altstetten sind die Zuschauerränge viel näher am Spielfeld, zudem sind die Ränge bedeutend steiler. Fazit: Das neue Stadion könnte ein richtiger «Hexenkessel» (Zahner: «Für Sportanlässe ein Wettbewerbsvorteil») werden. Und der Wegzug vom traditionsreichen Oerlikon ins Neuland nach Altstetten? «In der ersten Saison werden wohl alle Spiele ausverkauft sein», ist Peter Zahner überzeugt. Grund: «Alle werden den neuen Hockeytempel sehen wollen.» Für nachher sorgen die ZSC Lions vor. Man macht vermehrt Werbung im Westen rund um Zürich und im Aargau. So werden von dort Sportklubs zu Spielen eingeladen, damit heute schon eine Bindung zum «Zett» entsteht. (ls.)




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