Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
07.12.2017 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Aus Restaurant wurden Wohnungen


Ursprünglich ein Bauernhaus mit Scheune, sind im Fähnlibrunnen heute sieben Wohnungen untergebracht.

Der Umbau des denkmalgeschützten Hauses an der Seestrasse 105 ist vollendet. Nun beherbergt der ehemalige Fähnlibrunnen sieben Wohnungen.

Dass im Fähnlibrunnen gewirtet wurde, ist nun schon eine ganze Weile her: Vor mehr als drei Jahren schloss das Restaurant seine Tore. Im Sommer 2016 wurde bekannt, dass der Sohn des verstorbenen Besitzers die Liegenschaft an die Immobilienfirma Shir Management AG aus Rüschlikon verkauft hat. Diese hat das denkmalgeschützte Haus im letzten Halbjahr umgebaut und im ehemaligen Wirtshaus mit Büros und Wohnungen in den Obergeschossen sieben Wohnungen mit Flächen zwischen 45 und 140 Quadratmetern gebaut. «Wir haben objekt- und lagebezogen das bestmögliche aus der Liegenschaft gemacht», so Karl Gerber, Geschäftsführer von Shir Management AG.

Historischer Charakter betont
Im ehemaligen Bauernhaus wieder ein Restaurant zu eröffnen, war für Gerber kein Thema. «Ich komme zwar aus der Gastronomiebranche, aber es ist schwierig, in dieser Branche zu reüssieren. Der Bedarf an Restaurants ist in Küsnacht bereits gedeckt », meint er und verweist darauf, dass zwei Vorgänger-Pächter dabei gescheitert seien.
Weil das 1895 erbaute Haus dem kommunalen Schutzinventar angehört, mussten Gerber und sein Architekt Ibrahim Sylaj beim Umbau aber die Vorgaben des Denkmalschutzes einhalten. Zum Schutzumfang gehören das Gebäudeäussere mit Fassade und Dach, die innentragende Konstruktion des Fachwerk-Hauses («Riegelhaus ») sowie der Gartenumschwung mit einer historischen Wegverbindung – ein Überbleibsel eines Fusswegs, der ursprünglich vom Wangensbach an die Steinburghab führte. Wie der Inhaber festhält, war es ihm wichtig, den historischen Charakter des Hauses wieder zu stärken. «Wir haben die Riegel nicht nur erhalten, sondern wieder hervorgeholt», erzählt Gerber. Besonders die Wohnungen im ersten Obergeschoss sind nun geprägt von den über 100-jährigen Holzbalken, die an Decken und Wänden sichtbar sind. Zuvor seien diese hinter Gipsdecken verborgen gewesen. Zu den weiteren baulichen Veränderungen gehören vier neue Dachfenster sowie der Ausbau der Terrasse. Diese war zuvor ein ungenutztes Flachdach, damit sie als Terrasse genutzt werden kann, waren im Erdgeschoss Massnahmen zur Verbesserung der Statik notwendig.
Weiter wurden alle Fenster ersetzt, die Wände gemäss Lärmschutzmassnahmen isoliert sowie geforderte Brandschutzmassnahmen umgesetzt. Das Haus, das zuletzt Anfang der 90er-Jahre umgebaut wurde, wäre ohnehin sanierungsbedürftig gewesen, betont Gerber. «Nun haben wir es in allen Belangen auf den neusten Stand gebracht.» Wie viel der Umbau gekostet hat, will der Bauherr nicht preisgeben. «Das ist ein Berufsgeheimnis », meint er schmunzelnd. Es sei aber gelungen, kostenbewusst umzubauen, ohne bei der Qualität zu sparen. Auch die Preise der sieben Mietwohnungen, die alle zusammen eine Nettowohnfläche von rund 720 Quadratmetern aufweisen, nennt Gerber noch nicht. «Ich werde sie erst noch von einem Makler einschätzen lassen. » Klar ist, die lukrativsten Wohnungen sind die 3.5- und die 4.5-Zimmer- Wohnungen im ersten Obergeschoss mit Zugang zur Terrasse und – dank dem wieder hervorgeholten Fachwerk – sehr charmantem Innenausbau. Doch auch von aussen kann sich das Haus sehen lassen: Die Fassadengestaltung bezeichnen Bauherr und Architekt mit Blick auf die Vorgaben des Denkmalschutzes auch als die grösste Herrausforderung. Schliesslich sei es aber gelungen, eine Konsenslösung zu finden. Diese stosse aber von vielen Seiten auf positive Rückmeldungen. Immer wieder würden sich Passanten über das Ergebnis des Umbaus freuen, so Gerber.
Bei der Gemeinde Küsnacht klingt es weniger euphorisch. Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola sagt: «Die Bauherrschaft hat den Schutzzweck und -umfang verstanden und das damit verbundene Potenzial der Liegenschaft erkannt.» Daraus habe sich eine lösungsorientierte Zusammenarbeit ergeben.



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