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13.12.2017
Zürich West

Bald gibts beidseits der Langstrasse Bussen


In der Versuchsphase registrierte das Nummernschild-Erkennungsgerät (hinter dem Einbahnsignal) alle Autos, die nachts via Magnus- oder Dienerstrasse in das Fahrverbotsgebiet westlich der Langstrasse einfuhren. Fotos: dh/zvg.

Die automatischen Zufahrtskontrollen zahlen sich aus. So gut, dass die Polizei drei weitere Geräte kauft. Damit sollen unerlaubte Zufahrten auch östlich der Langstrasse und in weitere Fahrverbotsgebiete gebüsst werden.

David Herter

Noch vor einigen Wochen äusserten sich die Anwohner im Nachtfahrverbotsgebiet westlich der Langstrasse und der Quartierverein Aussersihl-Hard skeptisch. Das war kurz nachdem bekannt wurde, dass die Stadtpolizei 6500 Bussen von je 100 Franken verteilt hatte, an Autolenker, die nachts unerlaubterweise in das Gebiet zwischen Lang-, Schönegg-, Feld- und Hohlstrasse einfuhren. Die Einnahmen von 650 000 Franken zwischen Juni und Oktober seien schön und gut, sagten damals Hannes Lindenmeyer von der Gruppe Frühlingserwachen und Franco Taiana, der Präsident des Quartiervereins. Den Anwohnern sei der Schutz vor nächtlichem Motorenlärm allerdings deutlich wichtiger als der unerwartete Zustupf für die Stadtkasse. So lange nicht klar sei, dass die Bussen eine abschreckende Wirkung zeigten, könne der Erfolg des Versuchs mit den automatischen Zufahrtskontrollen nicht beurteilt werden.

Mittlerweile ist die Lage klar. Am vergangenen Freitag hat die Stadt Zahlen geliefert zum Versuch mit dem Nummernschild-Erkennungsgerät, das alle Zufahrten in das Nachtfahrverbotsgebiet erfasste. Demnach sank die Zahl der unerlaubten Zufahrten – und damit auch der verteilten Bussen – an der Ecke Magnus- und Schöneggstrasse (Foto links) von durchschnittlich 125 im Juni auf noch 25 Ende Oktober. Die Zahlen an der Zufahrt via Dienerstrasse zeigten eine ähnliche Entwicklung, heisst es in einer Mitteilung. Heiko Ciceri, Kommunikationsverantwortlicher der Dienstabteilung Verkehr spricht von einer «Lernkurve» bei den fehlbaren Autolenkern, die sich aus der Zahl der verteilten Bussen ableiten lasse. Die Bussen und das Erfassungsgerät hätten im Versuch ihre abschreckende Wirkung erwiesen und seien geeignet, weitere Gebiete mit Nachtfahrverbot zu schützen.

Insgesamt wurden an den Zufahrten Magnus- und Dienerstrasse rund ein Fünftel der Autofahrer gebüsst, was umgekehrt bedeutet: Vier Fünftel des nächtlichen motorisierten Verkehrs verfügt über eine Bewilligung oder stammt aus dem Gebiet selbst. Interessanterweise nahm die Zahl der erlaubten Fahrten im ungefähr selben Mass ab, wie die Zahl der unerlaubten Fahrten. Demnach fuhren im Juni geschätzte 600 Fahrzeuge ins Nachtfahrverbotsgebiet, im November waren es dann noch gezählte 125 Fahrten. Warum auch die Zahl der erlaubten Fahrten sank, darüber kann die Stadt nur spekulieren. Allenfalls hat die Erfassung der Nummernschilder durch eine Kamera eine abschreckende Wirkung über die drohenden Bussen hinaus.

Zufriedene Anwohner

Die Situation habe sich im Verlauf des Tests wesentlich verbessert, sagt Hannes Lindenmeyer von der Anwohnergruppe «Frühlingserwachen». Das Konzept mit den automatischen Kontrollen zeige die erwünschte Wirkung, bestätigt er. «Dass es jetzt Bussen gibt, muss sich herumgesprochen haben.» Derselben Meinung ist Franco Taiana, der Präsident des Quartiervereins Aussersihl-Hard: «Der Verkehr ist laut Anwohnern massiv zurückgegangen.» Die automatischen Kontrollen hätten dem betroffenen Gebiet die erhoffte Entlastung gebracht. Kleine Verbesserungsvorschläge haben die Anwohner bereits bei der Stadt platziert. Sie sind der Ansicht, die Nachtfahrverbotsgebiete seien für die Autofahrer noch besser und vor allem bereits vor dem Abbiegen klar zu signalisieren. Insbesondere an der Magnusstrasse komme das Verbotsschild zu plötzlich.

Auf der Basis der positiven Versuchsergebnisse hat sich die Stadt entschieden, für rund 75 000 Franken drei weitere Nummernschild-Erkennungsgeräte anzuschaffen. Laut Heiko Ciceri von der Dienstabteilung Verkehr kommen diese einerseits im Gebiet östlich der Langstrasse – umgrenzt von Diener- und Militärstrasse sowie der Kanonengasse – zum Einsatz. Andererseits wird das Einsatzgebiet auf andere Stadtteile ausgeweitet. Automatische Zufahrtskontrollen sollen bald auch die Bewohner der Nachtfahrverbotsgebiete im Niederdorf und um den Neumarkt vor unerlaubten Fahrten schützen. Die insgesamt vier Geräte werden laut Ciceri mobil eingesetzt, also an wechselnden Standorten. Der Test an der Langstrasse hat nämlich gezeigt, dass die abschreckende Wirkung erhalten bleibt, egal ob die – kleinen und unauffälligen – Nummernschild-Erkennungsgeräte tatsächlich im Einsatz sind oder nicht.



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