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13.12.2017 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

«Bewegte Geschichten» an der Schule Käferholz


«Jumpps»-Vorstandsmitglied Reto Pfirter und zwei Sek-Schüler diskutieren mit der Klasse. Foto: kst.

«Bewegte Geschichten» sollen lesemüde Jungs und Mädchen motivieren, ein Buch in die Hand zu nehmen. Eine 1. Sek B der Schule Käferholz hat sich vorbereitet und zwei 5. Klassen vom Kügeliloo-Schulhaus eingeladen.

Die Mädchen und Jungs der 1. Sek B von Lehrerin Mirella Bavasso sind aufgeregt. Bald werden sie ihre «bewegten Geschichten» vor Fünftklässlern der Schule Kügeliloo vortragen müssen. Rund zehn Lektionen zuvor haben sie sich mit ihrer Lehrerin und Lese-Coach Reto Pfirter mit ihren Büchern auseinandergesetzt und einen Ausschnitt ausgewählt, der so spannend ist, dass die Jüngeren motiviert sind, das Buch selber zu lesen. Dabei haben die Buben und die Mädchen verschiedene Bücher vorbereitet, denn sie werden diese auch geschlechtergetrennt vortragen. Bei den Knaben steht ein Band aus der Kinderbuchreihe «Die Wilden Fussballkerle» auf dem Programm, bei den Mädchen «Tommy Mütze – Eine Erzählung aus Südafrika».

Begriffe erkennen
Bevor die Jugendlichen mit Vorlesen beginnen, zeigen sie den Jüngeren ein Plakat mit Wörtern und Begriffen, die im Text vorkommen, zum Beispiel «Asthma», «Kanal» oder «blind vertrauen». Dann wird diskutiert, was diese Wörter bedeuten. Im Text aus den «Wilden Fussballkerlen», den drei Jugendliche den Jüngeren abwechslungsweise vorlesen, geht es um das Thema Angst: Die Fussballkerle haben ein schwieriges Spiel gegen den FC Bayern vor sich und haben Angst davor. Wie überwindet man diese Angst? Um das zu veranschaulichen, machen die Sekschüler mit den Fünftklässlern verschiedene Vertrauensübungen, zum Beispiel, sich vom Tisch in die Arme der anderen fallen lassen. Die Fussballkerle beschliessen, mit einer Mutprobe die Angst zu überwinden. «Wer von euch hat schon mal eine Mutprobe gemacht?», werden die Primarschüler gefragt. Begeistert erzählen diese von nächtlichen Ausflügen auf den Friedhof oder Kletterpartien auf der Feuerwehrleiter.

Im Anschluss an den Vortrag diskutieren die Sekschülerinnen und -schüler mit ihrer Lehrerin und Reto Pfirter über ihren Auftritt. Dabei wurden sie auch von ihren Mitschülern beobachtet und bewertet. Eine Woche später folgt eine weitere Vorführung vor den Eltern und anderen Lehrpersonen.

Voneinander profitieren
«Von den ‹Bewegten Geschichten› profitieren alle», sagt Reto Pfirter. «Die jüngeren Kinder sollen auf den Geschmack von Büchern gebracht werden, die Älteren erwerben soziale Kompetenzen, üben das Lesen, das Vorlesen und das Auftreten vor anderen Leuten.»

Das Programm «Bewegte Geschichten» der Fachstelle «jumpps» für Jungen- und Mädchenpädagogik dient der Förderung der Lesekompetenz und der Lernmotivation. Es wurde ursprünglich speziell für Jungs entwickelt. Denn diese sind schulisch oft benachteiligt. Studien zeigen auf, dass es signifikante Unterschiede in der Lesekompetenz von Buben und Mädchen gibt.

«Bewegte Geschichten» läuft erfolgreich seit Mai 2012. Da das Programm auf das Ziel ausgerichtet ist, den Buben in der Volksschule einen besseren Zugang zum Lesen anzubieten, steht zu Beginn einer Arbeit die Motivation. Aus der schulischen Bubenarbeit ist bekannt, dass viele Jungs sich über Bewegung motivieren lassen. Die Bewegungsfreude wird in Konzentrations- und Erlebnisübungen eingesetzt. Diese sind aber nicht einzeln erhältlich, sondern gehören zu Geschichten aus der Kinder- und Jugendliteratur. Bisher haben 65 Schulen aus der Schweiz am Projekt teilgenommen.



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