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13.12.2017 Von: Lorenz Steinmann

Züriberg

Die erste VBZ-Direktfahrt nach Witikon


«Hält das Wetter?»: Inga Schröder, Johannes Eckert und Buschauffeur Marc Pfenninger vor dem Start aus der Busgarage Hardau. Sie bilden das Premierenteam der neuen Buslinie, die neu die Zürcher City und Witikon direkt verbindet, dank der Verlängerung des 31er-Trolleybusses. (Foto: Lorenz Steinmann)

Ohne Pauken, Trompeten und Blumenschmuck fuhr der 31er-Trolleybus am Sonntagmorgen um 4.30 Uhr erstmals nach Witikon hinauf. Der «Züriberg» war mit dabei.

Sonntag, 4.15 Uhr im Aufenthaltsraum der Busgarage Hardau. Entspannt nippt Marc Pfenninger an einem Kaffee, dazu isst er ein Gipfeli. Er ist von seinem Wohnort in Höngg zu Fuss hierher gelaufen. Grund: «Zu viel Eisglätte, das wäre mit dem Roller zu gefährlich gewesen», so der gut gelaunte Chauffeur. Um 4.30 Uhr beginnt sein Trolleybus-Dienst. Eigentlich ein ganz besonderer – ab heute früh ist Witikon bustechnisch endlich direkt mit dem Hauptbahnhof verbunden. Ein langer Kampf der Witiker wird damit vom Erfolg gekrönt.
Doch trotz der historischen Komponente regiert heute früh die Normalität. Marc Pfenninger schmunzelt: «Ich wurde nach meinen Ferien auf diesen Kurs eingeteilt, es ist eigentlich ein Dienst wie jeder andere.» Weil diesen Sonntag auch die erweitere Tramlinie 8 ihre fahrplanmässige Premiere hat, setzen die VBZ andere Prioritäten. «Ich kann mich ja nicht zweiteilen», sagt Stadtrat Andres Türler dazu auf Anfrage. Er fährt heute mit dem ersten 8er-Kurs über die neu gebaute Tramstrecke auf der Hardbrücke.

34er-Bus ist Geschichte
Faktisch läuft die Verlängerung der Trolleybus-Linie 31 auf die Streichung der 34er-Linie hinaus. Nach 71 Jahren ist Schluss! Seit dem 14. Oktober 1946 verband der 34er-Trolleybus den Klusplatz mit Witikon, dem mit 600 Metern höchstgelegenen Stadtzürcher Quartier. Nun ist diese als eher ungeliebtes Anhängsel geltende Liniennummer Geschichte. Im VBZ-Aufenthaltsraum hängt zwar noch der Anschlag Nummer 34, aber er ist leer. Alle Informationen für die Fahrt zwischen dem Farbhof und der Haltestelle Kienastenwies erhält Marc Pfenninger, indem er die Klarsichtfolien an der Wand zum 31er durchblättert. Etwa, dass es noch dauert, bis das definitive WC an der Wendeschlaufe in Witikon erstellt ist. Momentan gibt es ein Provisorium in einem Bürohaus.
Doch zurück zur Premierenfahrt. Mittlerweile sind auch Inga Schröder und Johannes Eckert eingetroffen. Schröder ist VBZ-Projektleiterin für den neuen Fahrweg inklusive Oberleitung, Eckert verantwortlicher Gebietsmanager bei den VBZ. Beide sind ziemlich aufgekratzt, ja sogar etwas «hibbelig». Die Vorfreude bei den beiden Planenden ist riesig. Funktioniert die neue Oberleitung ab Hegibachplatz? Hält das kalte, aber trockene Wetter? «Ich habe die Wetter-App fast stündlich gecheckt», verrät Inga Schröder. Sie strahlt. Draussen ist es immer noch trocken.

Warten auf den ersten Bus
4.30 Uhr. Pünktlich bringt Pfenninger den Doppelgelenkbus «Longo 2» in Fahrt. Fast lautlos gleiten die rund 25 Tonnen dahin. Nach der Ausfahrt aus dem Busdepot stellt Pfenninger die Anzeige am Bus um. Statt «Dienstfahrt» prangt nun erstmals «Kienastenwies» oben an der 31er-Front. Trotzdem steigen an der Haltestelle Güterbahnhof die ersten Fahrgäste ein. Denn die Premierenfahrt ist ein ganz normaler Linienkurs, der über den HB fährt. Ohne Blumen an der Busnase, ohne politische Honoritäten. Ziemlich sympathisch und volksnah.
Eine Viertelstunde später kurvt der Bus der steilen Witikonerstrasse bei der Haltestelle Schlyfi entlang nach Witikon. Wegen der vielen Baustellen ist besondere Vorsicht angebracht. Marc Pfenninger meistert alles mit Bravour, fährt pünktlich um 05.05 Uhr in die Endhaltestelle «Kienastenwies» ein. Gefühlte 100 Witiker warten auf den ersten Bus, der sie künftig ohne Umsteigen in die City bringt. Der bis jetzt fast leere Bus wird plötzlich zum temporären Witiker Marktplatz und Dorffest. 5.07 Uhr: Der erste durchgehende Trolleybus zum Farbhof in Zürich-Altstetten fährt ab. Inga Schröder atmet durch. Der grosse Schnee kommt erst vier Stunden später. Dann muss die neue Linie zeitweilig eingestellt werden. Doch davon weiss die zufriedene Passagierschar noch nichts.



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