Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
14.12.2017 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Dank Gönner: Die Tobelbrücke soll gebaut werden


Auf der Geländekante hinter den Tennisplätzen soll die Hängebrücke über das Tobel gebaut werden. Foto: Annina Just

Die Tobelbrücke zwischen Itschnach und der Allmend wurde bisher nur als Wunschbedarf gehandelt. Dank einem privaten Gönner könnte die Fussgängerverbindung aber bald schon Realität werden.

Küsnacht erhält mit dieser Nachricht ein verfrühtes – und sehr grosszügiges – Weihnachtgeschenk: Die Tobelbrücke zwischen den Dorfteilen Allmend und Itschnach soll gebaut werden, ohne dass die Gemeinde einen einzigen Franken dafür investieren muss. Ein Gönner will das Projekt finanzieren.
Die Tobelbrücke ist im Investitionsplan der Gemeinde Küsnacht mit der Priorität 3, Wunschbedarf, aufgeführt (der «Küsnachter» berichtete am 29. Juni 2016). Ihre Umsetzung wäre aus der Tasche der Gemeinde in den nächsten Jahren wohl kaum realistisch. Doch nun teilt die Gemeinde mit, dass sich ein Küsnachter Bürger bereit erklärt habe, die Brücke vollumfänglich zu finanzieren. Um die Ausführung demokratisch zu legitimieren, will die Gemeinde den Richtplan Verkehr revidieren und der Gemeindeversammlung am 18. Juni 2018 vorlegen. Somit kann sich die Stimmbevölkerung zum Projekt äussern, obwohl sie nicht über einen Kredit befinden muss.

50 Meter über dem Tobel
Bereits im 2014 hat Küsnacht vom Ingenieur- und Planungsunternehmen «Basler & Hofmann AG» ein Vorprojekt ausarbeiten lassen. Dieses sieht eine Stahlkonstruktion vor, deren Kosten auf rund 800 000 Franken geschätzt werden. Inklusive der Planung und Reserven von 15 Prozent belaufen sich die Gesamtkosten auf 1,1 Millionen Franken. Nun wurde das gleiche Unternehmen mit der Ausarbeitung des Projekts beauftragt.
«Die Fussgängerverbindung würde das trennende Küsnachter Tobel auf elegante Art überwinden und damit die Küsnachter Quartiere und Naherholungsgebiete Allmend und Itschnach einander näherbringen», schreibt die Gemeinde in der Mitteilung. Als Fussgängerbrücke konzipiert, soll die Brücke für jedermann benutzbar sein.
Gemäss Vorprojekt beträgt die Spannweite zirka 180 Meter. Das Tobel ist rund 50 Meter tief, überwunden wird zudem ein Höhenunterschied zwischen Allmend und Itschnach von etwa zehn Metern. Gemäss Vorprojekt soll die Brücke von der Geländekante hinter den Tennisplätzen im Bereich der Vita-Parcours- Schleife zum Schübelweiher führen. Die betroffenen Flächen sind im Eigentum der Holzkorporation Küsnacht (beide Seiten des Tobels), der Politischen Gemeinde und von einem Privaten (beides Seite Schübelweiher). Die Eigentümer dieser Grundstücke haben sich bereits im Jahr 2015 einverstanden erklärt, dass eine Fussgängerbrücke geplant werden soll. Beim privaten Landbesitzer handelt es sich nicht um den Gönner, wie Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) bestätigt. Der spendable Küsnachter habe sich bei der Gemeinde gemeldet, nachdem er diese Idee mitbekommen habe. Danach sei alles relativ schnell gegangen, so der Gemeindepräsident. Der Gönner möchte die Spende in Andenken an seine Gattin tätigen. Gemäss Mitteilung wurde bereits ein Vertrag unterzeichnet. Dieser sieht vor, dass der Gönner die vollen Kosten übernimmt, sofern die Stimmbevölkerung der Teilrevision des Richtplans zustimmt und alle weiteren Hürden des Planungsverfahrens genommen werden.

Baubeginn im 2019
Im März will Küsnacht das ausgearbeitete Projekt vorstellen. Dann wolle auch der Gönner öffentlich auftreten, kündigt Markus Ernst an. Er selber findet die Tobelbrücke und die Aussicht, diese nun dank einem Gönner realisieren zu können eine «super Geschichte». Angesprochen darauf, dass die Idee bereits auch kritische Stimmen auf den Plan rief, meint er, dass aus Sicht des Gemeinderats die Vorteile definitiv überwiegen würden. Ausserdem seien in den letzten Jahren wiederholt Bürger mit dem Wunsch nach einer Tobelbrücke an die Gemeinde herangetreten.
Ab dem 16. Dezember beginnt eine 60-tägige öffentliche Auflagefrist des überarbeiteten Richtplans Verkehr. In diesem Zeitraum können sich interessierte Personen zum Planinhalt äussern. Segnet auch die Gemeindeversammlung die Revision ab, muss noch die Genehmigung des Kantons eingeholt werden. «Läuft alles rund, könnte im Jahr 2019 mit dem Bau der Brücke begonnen werden », heisst es in der Medienmitteilung weiter. «Der Gemeinderat freut sich sehr über die Bereitschaft einer Privatperson, die Tobelbrücke zu finanzieren », betont der Gemeindepräsident. Der gesamte Gemeinderat danke dem Gönner für sein ausserordentliches Engagement zugunsten der Allgemeinheit.



Anzeigen

Dossier Wahlen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 22. Februar 2018
Zürich 2 vom 22. Februar 2018
Zürich Nord vom 22. Februar 2018
Zürich West vom 15. Februar 2018
Küsnachter vom 22. Februar 2018
Küsnachter Amtlich vom 22. Februar 2018

Sonderzeitungen

Tonhalle
Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Lernfestival'16
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger