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20.12.2017 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Conditorei Kern hört nach 90 Jahren auf


Maria Kern 1928 vor dem neuen Geschäft. Foto: zvg.

In dritter Generation haben Aldo und Elisabeth Kern die Conditorei Kern fast 20 Jahre lang geleitet. Ende Jahr geht das traditionsreiche Familienunternehmen in neue Hände über.

Die drei Standorte der Conditorei Kern AG werden Ende Jahr zwei Nachfolgern übergeben: Die Geschäfte «Berninaplatz» und «Wehntalerstrasse» übernimmt die Remo Wüst Bäckerei-Konditorei AG, den Laden am Milchbuck die Bäckerei Walter Buchmann AG. Die Backstube wird definitiv geschlossen. «Wir haben schon länger beschlossen, uns zurückzuziehen», sagt Aldo Kern. «Nun haben wir schneller eine Nachfolge gefunden, als wir gedacht haben. Wir freuen uns über die Lösung, denn es war uns wichtig, dass die Quartierläden erhalten bleiben und dass die Angestellten übernommen werden.»

Schwierige Anfänge
Aldo Kerns Grosseltern Maria und Hans Kern eröffneten 1928 den Laden am Milchbuck. «Dann kamen die harten 30er Jahre. 1939 wurde jedoch das Bad Allenmoos eröffnet, und meine Grosseltern konnten es beliefern. Dadurch ging es ihnen viel besser», erzählt Aldo Kern. Es folgten die Kriegsjahre. Brot war in dieser Zeit nur mit Marken erhältlich, und die Bäckereien bekamen die Auflage, nur Brot vom Vortag zu verkaufen. Trotz schwieriger Zeit bauten die Grosseltern den Betrieb stetig aus. «Sie waren die Ersten in Zürich, die einen begehbaren Kühlraum besassen – und das zu einer Zeit, als es noch keine Kühlschränke gab. Das war eine Sensation.» 1949 wurde das Geschäft mit einem Café ergänzt.

In den 50er Jahren übernahmen Aldo Kerns Eltern Heidi und Hans und die Tante Sonja die Bäckerei/ Conditorei und das Café am Milchbuck. Es war ein richtiger Familienbetrieb, alle halfen mit», erinnert er sich. «Mein Onkel Georges arbeitete zwar auswärts, aber am Samstag stand auch er in der Backstube und machte Cremeschnitten.»

Auch Aldo Kern erlernte das Handwerk von der Pike auf. Zudem machte er die Hotelfachschule und studierte Betriebswirtschaft. Erst 1998 übernahmen er und seine Frau Elisabeth, auch sie gelernte Bäckerin/ Conditorin, das Geschäft. «Wir erkannten bald, dass wir einen zweiten Standort brauchen. 2004 konnten wir unerwartet schnell die Konditorei Speck am Berninaplatz erwerben.» Erst im letzten Jahr kamen noch die Bäckerei und das Café im Avia-Tankstellenshop in Affoltern dazu.

Fest verankert im Quartier
«Unsere drei Geschäfte liegen wenige Kilometer voneinander entfernt. Mir ist die Kundennähe sehr wichtig», sagt Aldo Kern. Zurzeit arbeiten 30 Angestellte an den drei Standorten – viele davon in Teilzeit. Zudem haben schon unzählige Lehrlinge das Handwerk bei der Bäckerei Kern gelernt.

Aldo Kern freut sich auf das Leben danach. «Ich hatte oft 7-Tage-Wochen. Langweilig wird es mir bestimmt nicht. Ich bin in verschiedenen Gremien in der Lebensmittelbranche tätig, mache die Verwaltung unserer Liegenschaft und habe auch sonst einige Hobbys.»



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