Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
20.12.2017 Von: Benny Epstein

Zürich 2

Nino Schurter ist wie Denner


Kolumnist Benny Epstein ist ein Migros-Kind. (Foto: zvg.)

In der heutigen Kolumne vergleicht Benny Epstein die besten Schweizer Sportler mit Einkaufsläden.

Ich habe da mal eine Frage. Im Einzugsgebiet des «Zürich 2» sind die Migros Morgental und der Coop an der Albisstrasse wohl die schönsten Einkaufsmöglichkeiten. (Oder kriegt man unser Lokalblatt auch noch in der Sihlcity- und Brunaupark-Gegend? 8045 ist doch Wiedikon.) Den Denner gibts auch, aber der ist nicht so schön. Weinkartons, prall gefüllte, kompakte Regale, wenig Frischeprodukte. Gewiss erfüllt er seinen Zweck, schön ist der Denner aber nicht.
Nun zu meiner Frage: Wo tätigen Sie Ihren Wocheneinkauf? Gut, bei den Senioren weiss ich die Antwort. Ja, ich kenne sogar die Uhrzeit. Seit meiner Schulzeit am Gymnasium der Kantonsschulen Freudenberg und Enge weiss ich, dass die werten Betagten ihren Wocheneinkauf stets in der Migros am Bahnhof Enge und stets zur Mittagszeit machen. Täglich. Ab 12.15 Uhr. Dann, wenn die Schüler ihr Mittagessen kaufen wollen.
Aber zurück zur Frage. Sie sei also an alle Menschen gerichtet, die noch echte Zähne haben. Wo tätigen Sie ihren Wocheneinkauf? Denken Sie sich: «Hmm, also Migros und Coop sind zwar sehr schön gelungen und auch die Produkte gefallen mir ganz gut. Anderseits gehen da schon viele Leute hin. Und auch ich habe mein Geld schon oft bei den beiden Grossen liegen lassen. Ich finde, der Denner hätte es deshalb auch verdient, dass ich mal dort einkaufen gehe»? Dabei waren Sie eigentlich noch kaum je im Denner. Obwohl Sie wissen, dass der teils ähnliche Produkte hat. Aber der Laden ist halt nicht sonderlich sexy.
Nein, so denken Sie ganz gewiss nicht. Ja also, wieso wählen Sie dann Nino Schurter zum Sportler des Jahres 2017?!
Nur dank der Medien und der Spitzensportler kam die Trophäe dann doch noch in die richtigen Hände. Nämlich in jene von Roger Federer. Respektive erst mal in die Hände seiner Eltern, die ihm das Goldmännchen später weiterreichen werden.
Das TV-Publikum aber, dessen Stimmen zu einem Drittel zählt, votete für Schurter. Für den Mountainbike-Überflieger, der 2017 jedes Rennen gewann, an dem er teilnahm. Sechs Weltcup-Siege und die Weltmeisterschaft. Grandios, einzigartig, Bravo. Aber eben: Mountainbike. Eine Randsportart wie Tischtennis, Hallenhalma, Fangis oder Versteckis.
Federer hingegen hat in einer Weltsportart ein Traumjahr hinter sich. Nach schwerer Verletzung kam der 36-Jährige zurück, gewann zwei Grand-Slam- und fünf weitere Turniere und steht in der Tennis-Weltrangliste auf Platz zwei. Ja, Federer glänzte bei der Ehrung einmal mehr durch Abwesenheit. Das nervt. Ja, seine Dominanz – es war sein siebter Triumph – mag erdrückend und langweilig erscheinen. Aber das ist nicht sein Problem. Und gewiss kein Grund, ihn nicht zu wählen.
Schurter ging zu Recht zum neunten Mal leer aus. Sie gehen ja auch nicht heute in den Denner, nur weil Sie zuletzt acht Mal im Coop waren.

Benny Epstein ist Journalist und lebt in Wollishofen. Er hätte seine Stimme dem Schweizer Versteckis-Meister gegeben. Aber der war aus unverständlichen Gründen nicht nominiert.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 9. August 2018
Zürich 2 vom 9. August 2018
Zürich Nord vom 9. August 2018
Zürich West vom 9. August 2018
Küsnachter vom 9. August 2018
Küsnachter Amtlich vom 9. August 2018

Sonderzeitungen

Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Tonhalle
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger