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20.12.2017 Von: Elke Baumann

Züriberg

Puppenläden wie vor 100 Jahren


Schweizerische Puppenstuben und Verkäuferladen (oben) und chinesische Exponate (unten) sind im Haus Appenzell zu sehen. Foto: zvg.

Mit der Ausstellung «Grosse Welt ganz klein» entführt das «Haus Appenzell» in Zürich seine Besucherinnen und Besucher in die Welt der «Verkaufslädeli» und Miniaturen aus West und Ost.

Das repräsentative «Haus Appenzell» befindet sich im Herzen Zürichs, im prächtigen Neorenaissancebau an der St.-Peter-Strasse 16. Einst Sitz des exklusiven Ausstattungshauses Ernst Hohl & Co, ist es seit 2006 das Schaufenster der Ernst-Hohl-Kulturstiftung. Ihr Konzept ist es, eidgenössisches Volksgut rund um den Säntis mit traditionellen ausländischen Kulturen zu verbinden. In ihrer diesjährigen Ausstellung «Verkaufslädeli aus West und Ost» haben Yu Hao, Kuratorin des Hauses, und ihr Team ähnliche Kunstwerke aus zwei Kulturen sich gegenüber gestellt.

Tante Emma Laden
Betritt man als Erwachsener die Ausstellung, kommen Erinnerungen aus unbekümmerten Kindertagen auf. Ja, damals war die Welt noch in Ordnung. Kleine Wundernasen von heute stehen staunend vor 80 Miniatur-Gemischtwaren-, Blumen- und Kolonialwarenläden, vor Bäckereien und Metzgereien, Stoff-, Mode- und Hutgeschäften, Apotheke oder Postamt. Jedes der ausgestellten «Lädeli» ist liebevoll bis ins Detail mit allem Zubehör versehen. Winzige Dosen, Schachteln, Fässer, Obst, Lebensmittel, Gemüse, Getränke usw. Kleine Kunstwerke der Präzision, die bei Alt und Jung auf Begeisterung stossen.
Die präsentierten Krämerläden aus verschiedenen Epochen stammen aus der Sammlung der Appenzellerin Frieda Wick-Willi (1952–2016). In jahrelanger Arbeit hat sie beschädigte historische Markstände und Kauflädeli zusammengetragen, sie mit Geduld und handwerklichem Geschick originalgetreu restauriert und jeden ramponierten Verkäuferladen in ein reich ausgestattetes Kunstwerk verwandelt.

«Maohou» aus China
Als Beitrag zum Kulturaustausch zwischen der Schweiz und China sind im ersten Stock fragile chinesische Kostbarkeiten ausgestellt, die sogenannten Maohou oder auch Hairy Monkeys. Bei den Minifigürchen handelt es sich um ein beliebtes chinesisches Kunsthandwerk. Detailgetreu nachgestellte Alltagsszenen sind auf Zwergenformat geschrumpft. Der Rumpf der Winzlinge wird aus einer Magnolienknospe hergestellt, Kopf und Gliedmassen aus dem getrockneten Panzer einer Zikade.
Die restliche Ausstattung der Szenerie besteht meistens aus Abfallprodukten, z. B. der Seidenstoffladen, die Tofu-Werkstatt, der Schuhladen oder das nachgestellte Frühlingsfest – das traditionelle chinesische Neujahrsfest. Im Schaukasten pfeift es und geigt es. Es brutzelt und lärmt, raschelt, rauscht und knistert. Man feiert und entspannt sich mit der Familie nach einem Jahr harter Arbeit und wünscht sich viel Glück und Erfolg fürs kommende Jahr.
In einem kurzen Film erzählt der 62-jährige frühere Zauberkünstler und heutige Maohou-Hersteller Ren Jinsheng von seinem Kunsthandwerk und Niklaus Wick findet bewundernde Worte für seine 2016 verstorbene Frau und ihrem «Lädelifieber». Zur Ausstellung werden monatlich öffentliche Führungen angeboten sowie Kinderrundgänge mit Schnitzeljagd und Schlussbelohnung. Für beide ist eine Anmeldung via info@hausappenzell. ch erforderlich. Das Haus ist mit dem ältesten Lift der Stadt Zürich ausgerüstet. Zwei Sitzbänke, ein grosser Spiegel, ein Ablagetablar,



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