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03.01.2018 Von: Elke Baumann

Züriberg

Heimatschutz erklärt Seilbahngeschichte


Bärchibahn bei Isenthal UR. Für viele Familien und Alpbetriebe sind Seilbahnen der Lebensnerv. Die Fahrt mit dem Niederberger-Schiffchen von 1979 ist Teil des Schulwegs der Kinder vom Hof der Oberen Bärchi. Foto: H. Eberli

Mit der Ausstellung «Luft Seil Bahn Glück» bietet das Heimatschutzzentrum in der Villa Patumbah seinen Besucherinnen und Besuchern viel Wissenswertes, Interessantes und Neues zum Thema Oldtimer-Luftseilbahnen.

Wenn Häuser reden könnten, wüssten sie viel zu erzählen. Und die Villa Patumbah in Riesbach kann viel erzählen. Erbaut wird sie 1883 von Karl Fürchtegott Grob (1830–1893), den es in jungen Jahren in die weite Welt zieht. Elf Jahre arbeitet er als Tabakpflanzer in Sumatra, wird Teilhaber mehrerer Tabakplantagen und kehrt als steinreicher Mann nach Zürich zurück.
In Riesbach an einer der besten Lagen, lässt er eine kunstreiche Villa im historistischen Stil bauen. Karl Fürchtegott Grob stirbt 1893 an einer tropischen Krankheit. Seine Töchter schenken 1910 das Haus und den Garten an der Zollikerstrasse 128 dem Diakoniewerk Neumünster. Sie konnten sich nicht damit abfinden, dass ihr Vater sein grosses Vermögen mit Sklavenarbeit gemacht hatte.

Verschenkt – verkauft – gerettet
Nach jahrelangem Hin und Her, Hickhack um das Anwesen an der Zollikerstrasse 128 befindet sich seit 2013 in dem renovierten Gebäude der Schweizerische Heimatschutz. Er macht es zu einem Zentrum für Baukultur und findet dort die Möglichkeit, bei Gross und Klein, Jung und Alt das Interesse am baukulturellen Erbe zu wecken.
Mit Ausstellungen, Führungen, Workshops und vielem mehr bringt das Zentrum einer breiten Bevölkerungsschicht die Baukultur nahe. «Denn, wer über ein Haus, eine Stadt oder eine Landschaft Bescheid weiss, ist eher bereit, sich dafür einzusetzen. » (SHS) Die neue Sonderausstellung thematisiert den heutigen Umgang mit unserem urschweizerischen Kulturgut, den Seilbahnen. Ob schwebende Oldtimer oder Newcomer, in der Schau geht es um Auswirkungen auf Landschaft und Gesellschaft, um die Gestaltung von Kabinen und Bahnstationen, Linienführungen, technische Errungenschaften sowie um Fragen zur Weiterentwicklung und Zukunft als Transportmittel. Die Ausstellung hinterfragt aber auch, wo und wofür die Bahnen der Zukunft konstruiert werden: als futuristische Ersatzbahnen, die auf Berggipfel fahren, als abenteuerliche Fun-Bahnen oder als Teil eines städtischen öV-Systems? Das «Heimatschutzzentrum Zürich», die Museen «Das Gelbe Haus Flims» und «Salzmagazin Stans» präsentieren zur gleichen Zeit unterschiedliche Schwerpunkte zu diesen Verkehrsmitteln. Jede Ausstellung ist in sich abgeschlossen und zugleich Teil des gemeinsamen Parcours.

Viele Geschichten, nicht nur Geschichte
Die Besucher bekommen so die Gelegenheit, vielfältige Aspekte der «Luft-Seil-Bergbahnen» zu entdecken. Videos mit faszinierenden Gondelfahrten auf Seilbahn-Oldtimern, gut lesbare Texte, Fotos sowie Geschichten, die von Seilbahn-Leidenschaft erzählen. Zum Beispiel der Kurzfilm von Thais Odermatt über Kurt Mathis, der den Sessellift zum Haldigrat im Kanton Nidwalden übernommen und vor dem Abbruch gerettet hat. Heute betreiben er und seine Frau Antoinette die nostalgische Anlage in Eigenregie.

Gondelbahn basteln
Oder die Geschichte der Luftseilbahn Palfries bei Mels SG. Nach Jahrzehnten Stillstand fährt sie seit 2016 wieder. Die Pendelbahn von 1941 wird heute von passionierten Senioren und Freiwilligen betrieben. Die Schweiz ist mit über 800 in Betrieb stehenden Luftseilbahnen ein ausgeprägtes Luftseilbahnland. Den Schlusspunkt der Ausstellung setzt darum das Spielzimmer, in dem Gross und Klein zwei Mini-Sesselbahnen in Gang setzen und sich mit Bausätzen ihre ganz persönliche Luftseilbahn konstruieren können.
Zudem kann jede Besucherin und jeder Besucher an einer Abstimmung teilnehmen zur Frage: Braucht Zürich eine Luftseilbahn? In Planung steht eine Seilbahn zwischen Landiwiese und Zürihorn, die von 2020 bis 2025 in Betrieb sein würde.



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