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03.01.2018 Von: Hans Suter

Zürich 2

Kolumne: Alles über den Nebel


Der Wollishofer Satiriker Hans Suter über den Nebel. Foto: MB.

Nebelschwaden ziehen über das Land, die Krähen krächzen, die Tauben gurren oder üben sich in der Gebärdensprache. Der Sommer hat seine Schuldigkeit getan, der Sommer kann gehen. Herbstnebel schleicht sich über Nacht ins Land und macht alles unscharf, die Landschaft, den Seeblick, einzig bei der Libido ist es umgekehrt: «Näbel isch, Näbel isch», das muss nur ein paar Mal schnell hintereinander ausgesprochen werden. Es wirkt wie ein Mantra.

Anders die Blätter, die fallen von oben nach unten und die Bläser blasen nur Abgasnebel in die Luft. Auch Nebelhörner auf dem See blasen uns den Marsch, wer keines hat, der ist am Arsch. Autofahrer schalten die Nebelschlussleuchte und die Nebelscheinwerfer ein.

Nebelpetarden verschiessen
Nebel ist des Fahrers Graus, nebelgrau ist auch die Maus. Der Elefant hat eine Maus geboren. Zwar ist es meist umgekehrt, aus einer Maus wird ein nebelgrauer Elefant gemacht, das heisst: Es werden Nebelpetarden verschossen. Immer wenn die eine politische Partei etwas sagt, was der anderen nicht in den Kram passt, würde die Gegenpartei nur Nebelpetarden verschiessen. Was die einen und die anderen aber in keinster Weise verwundert, weil deren Gehirne eh vernebelt seien. Nebel ist Kondensation von Wasser und entsteht vorzugsweise in Tälern mit Gewässern. Das heisst man soll in die Höhe gehen. Es muss ja nicht unbedingt das Schnebelhorn oder gar das Nebelhorn sei. Zwar gibt es auf das Nebelhorn eine Seilbahn und man ist somit schneller aus dem Nebel raus. Beim Schnebelhorn ist das anders, da muss man froh sein, wenn man überhaupt aus dem Nebel rauskommt.

Die meisten Leute lieben den Nebel nicht, trotzdem gibt es sogenannte Nebelmaschinen, die künstlichen Nebel erzeugen. Zum Beispiel Theaternebel, die eine ungenaue Inszenierung vernebeln oder einem Event einen geheimnisvollen Touch verleihen.

Nebel ist im Gegensatz zum Rauch nicht gesundheitsschädlich, sagen zumindest die, die den rigorosen Nichtrauchergesetzen etwas entgegensetzen wollten oder mussten. Es würde nur Nebel freigesetzt; Tabak würde nicht, wie bei konventionellen Zigaretten verbrannt, sondern nur verdampft, also vernebelt. Ob so auch Feinstaub freigesetzt wird? Auch über die Schädlichkeit dieses Rauchnebels ist man sich noch uneins.

Den Nebel spalten
Jedenfalls: Wenn es richtig kalt wird, verzieht sich der Nebel und die wirklich, schädlichen Schwaden aus den Kaminen vereinen sich mit dem kondensierten Wasser. Jedenfalls ist es meist kalt, wenn die Nebelschwaden übers Land wabern. Und die Cheminéebesitzer, die mit ihren Cheminées noch wahren Rauch erzeugen, oder die, die im Wald ein Feuerchen machen, um die Cervelat zu bräteln, und nicht nur Dampf ablassen, spalten Holz und erzeugen nur etwas Feinstaub.

Diejenigen, denen das alles noch zu nebulös ist, holen sich Rat bei Schiller und spalten den Nebel.

Hans Suter ist Satiriker und wohnt in Wollishofen. www.satiren.ch



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