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10.01.2018 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2, Züriberg

Ersatz: Neue Bäume sind noch das Günstigste


Ein umgekippter Baum in der Seeanlage schreckte die Stadt auf: Aus Sicherheitsgründen mussten im November 50 Bäume gefällt werden. Foto: ls.

Am General-Guisan-Quai mussten 50 Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Die Kosten für den Ersatz belaufen sich auf rund 2,1 Millionen Franken. Teuer sind aber nicht etwa die Bäume selbst.

Der Kahlschlag hinterliess ein trostloses Bild: Im November mussten am General-Guisan-Quai notfallmässig alle verbliebenen Bäume gefällt werden – weil deren Standsicherheit wegen Pilzbefall und Fäulnis nicht mehr gewährleistet gewesen sei. Kurz vor Weihnachten bewilligte der Stadtrat rund 2,1 Millionen Franken für den Ersatz der 50 Bäume. In einer Mitteilung vom November war jedoch noch von rund 1,5 Millionen die Rede gewesen. Kam es also zu einer Kostensteigerung? Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) dementiert: «Es gibt keinen Kostenanstieg.» Für die Bäume ab Baumschule, die Pflanzungen, die Baumgruben mit Baumsubstrat und die befahrbaren Baumscheiben seien genau die erwähnten 1,5 Millionen Franken bewilligt worden. «Noch genauer: 1 464 000 Franken», rechnet der Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements vor. Die übrigen Kosten des Gesamtkredits würden die Baunebenkosten, Wasserleitungen und die Stromversorgung betreffen. Und auch die gesetzlich vorgeschriebenen Reserven seien eingerechnet.

Geht man von den knapp 1,5 Millionen Franken aus, zahlt die Stadt pro Baum rund 30 000 Franken. Der Baum selbst macht im Einkauf allerdings nur einen Bruchteil der Gesamtkosten aus – gemäss Tiefbau- und Entsorgungsdepartement bloss rund 2,5 Prozent. Ein Baum kostet demnach pro Stück lediglich rund 750 Franken. Will heissen: Teuer ist das ganze Drumherum.

«Gott sei Dank gehandelt»
Gepflanzt werden im Frühling Rosskastanien und kolchische Ahorne, die zwischen 4,5 und 5,5 Meter hoch sind und einen Stammumfang von 18 bis 20 Zentimeter haben. Um die neuen Bäume besser zu schützen, werden die bisher isolierten Baumgruben vergrössert und miteinander verbunden. Das soll eine optimale Durchwurzelung des Erdreichs erlauben. Der Wurzelraum wird mit Stahlrosten gesichert. Es scheint, als habe die Stadt daraus gelernt, dass mit ein Grund für Wurzelfäulnis mutmasslich ein zu dicht angefüllter Bodenbelag gewesen sein soll. Bei der Sanierung der Anlage im Jahr 2002 hatte man den Boden vermutlich zu stark verdichtet. Allerdings ging Grün Stadt Zürich schon damals davon aus, dass die Bäume nur noch eine Lebenserwartung von 15 Jahren haben. Ein Anfahrschutz soll verhindern, dass Fahrzeuge den Bäumen zu nahe kommen. Zusätzlich werden die Strom- und Wasseranschlüsse sowie die Entwässerungseinrichtungen für Veranstaltungen unterirdisch verlegt.

Die Sicherheit der Bevölkerung war bei der vorgezogenen Fällung im November ausschlaggebend gewesen. Axel Fischer, Geschäftsbereichsleiter Park- und Grünanlagen bei Grün Stadt Zürich, hatte im «Zürich 2» von Anfang Dezember die Fällung unter anderem mit dem Risiko von Winterstürmen begründet. Und tatsächlich hat Sturm «Burglind» für grosse Schäden gesorgt. Stadtrat Leutenegger zeigt sich deshalb froh über die Entscheidung: «Als ich Burglind wirbeln sah und heulen hörte, habe ich tatsächlich an die Bäume am Guisan-Quai gedacht: Gott sei Dank haben wir rechtzeitig gehandelt.»



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