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10.01.2018 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Planen und Bauen für die Zukunft


Fotos: pm.

Schwamendingen erwartet ein grosses Bevölkerungswachstum. Stadtrat André Odermatt, Vertreter von Genossenschaften und der Stadtverwaltung informierten über verschiedene Bauprojekte im Quartier.

Nirgends in der Stadt Zürich wird für die nächsten Jahre ein grösseres Bevölkerungswachstum prognostiziert als für Schwamendingen. Die grosse Nachfrage nach Wohnungen, der Erneuerungsbedarf der Genossenschaften und das mögliche Verdichtungspotenzial führen zu einer regen Bautätigkeit. Bauherrschaften stellten im voll besetzten Kirchenzentrum Saatlen ihre aktuellen Projekte vor.

Rege Bautätigkeit
«Saatlen wird bis 2030 gemäss Prognosen um 40, Hirzenbach um über 40 und Schwamendingen Mitte um 24,5 Prozent wachsen», hielt Stadtrat André Odermatt fest. Das seien beachtliche Zahlen. Aber Schwamendingen sei ein attraktives Wohnquartier. Ein Garant für bezahlbare Wohnungen seien die vielen Baugenossenschaften im Quartier. Deren Liegenschaften seien in die Jahre gekommen, weshalb die Baugenossenschaften vor der Entscheidung stehen würden, zu erneuern, zu erweitern oder zu sanieren. Diese Situation mache es der Stadt einfacher, auch auf die notwendige Infrastruktur zu schauen. «Dieses Wachstum ist eine Chance fürs Quartier», betonte Odermatt. «Haben sie Lust auf Neues, auf neue Menschen im Quartier».

Er versicherte, dass die Gartenstadt-Idee von Schwamendingen trotz Verdichtung erhalten bleibt. Allgemein sprach er von einem quartierverträglichen Prozess mit Aufwertung von Strassen und Plätzen, genügend Schulraum und Stadtreparaturen wie zum Beispiel die Einhausung beziehungsweise der Ueberlandpark. Odermatt hielt fest, dass dies aber ein rollender Prozess sei, der immer wieder neue Lösungen nötig mache.

Günstig bauen
Dass die Genossenschaften mehr Wohnraum schaffen, zeigten Walter Oertle von der Asig Wohngenossenschaft, Thomas Lohmann von der Baugenossenschaft Glattal und Markus Hany von der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof auf. Oertle ging detailliert auf den «Glattbogen» ein. Dort erstellt die Asig 229 Wohnungen. Die Nachfrage vor allem nach kleineren Wohnungen sei gross. Diese seien innert Kürze vermietet gewesen. Die erste Etappe ist im Oktober dieses Jahres und die zweite Etappe im März 2019 fertig. Danach wird die Genossenschaft ihre Siedlung im Dreispitz erneuern. Mieter vom Dreispitz hätten deshalb prioritär im Glattbogen eine Wohnung erhalten.

Lohmann wies auf die langfristige Planung der «Glattal» hin, die letztes Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feierte. Die Projekte dieser Baugenossenschaft sind Neuwiesen, Schwamendinger Dreieck und Riedacker. Für die Erneuerung im Schwamendinger Dreieck lässt sich die Genossenschaft bis 2038 Zeit. Auch ein Ersatz fürs Wohnpflegeheim Häuptli ist vorgesehen.

Hany wies auf die Situation des Sunnige Hof im Mattenhof hin. Alle Wohnungen der Neuüberbauung seien besetzt. Zudem gebe es Gästezimmer, Quartierbeck, Hofladen, Fitnessraum für Bewohner, Coiffeur, Mobility, Seniorencafé, Notfalldienst, Feriendienst und vieles mehr. Der Mattenhof umfasst 380 Wohneinheiten.
Die Genossenschaften achten zwar auf günstigen Wohnraum. Trotzdem verschwinden 4½-Zimmer-Wohnungen, die 1000 Franken pro Monat kosten. «Es ist heute nicht mehr möglich, so günstig zu bauen», hielt Oertle fest. Eine so grosse Wohnung koste in einem Neubau aber unter 2000 Franken, was in ein paar Jahren wieder günstig sei. «Wir planen und bauen für die Zukunft und nicht für die heutige Generation», betonte Oertle.

Architekt Roger Boltshauser informierte über ein spezielles Bauprojekt in Schwamendingen. An der Altwiesen-/Dübendorfstrasse haben sich 14 Eigentümer zusammengetan, um Ersatzneubauten zu erstellen. In zwei Etappen sollen dort 500 Wohnungen gebaut werden. Die erste Etappe soll ungefähr bis 2023 bereit sein.

Notwendige Infrastruktur
Katrin Gügler, Direktorin des Amts für Städtebau, wies daraufhin, dass trotz der Bautätigkeit der Charakter des Quartiers erhalten bleiben soll. Die Stadt werde auf genügend Freiräume, aber auch auf Erdgeschossnutzungen achten. Das Quartier soll zusammen mit den Genossenschaften entwickelt werden. «Es soll hier weiterhin günstiger Wohnraum angeboten werden», versicherte Gügler.

Cornelia Mächler, Direktorin Immobilien Stadt Zürich, betonte, dass das Portfolio bis 2030 angesichts des grossen Bevölkerungswachstums um 20 Prozent vergrössert werden müsse. Sie erwähnte einige Beispiele. Bei der Schulanlage Saatlen würden noch grosse Reserven bestehen. Bis 2027 soll dort eine neue Schulanlage entstehen. Beim Schulhaus Ahorn ist mittelfristig eine Erweiterung vorgesehen. Anders sieht es gemäss Odermatt im Hirzenbach aus, wo noch ein Standort für eine Schule gesucht wird. Vorläufig habe es dort aber genug Platz. Im «Rohwiesen» ist eine neue Sporthalle als Erweiterung fürs Auzelg geplant. Diese soll bis 2022 stehen. Auch aufs neue Sportzentrum Oerlikon mit Ersatzneubau Hallenbad und Kunsteisbahn wurde hingewiesen. Dieser soll bis 2024/27 stehen. Beim Auhof wird eine Kombination Hallenbad/Freibad geprüft. Auch beim GZ Hirzenbach ist eine Neugestaltung vorgesehen. Dort soll es in Zukunft mehr Angebote geben. Das Projekt beginnt bereits in diesem Sommer. Und nicht zuletzt soll abgeklärt werden, ob die Schiessanlage Probstei in Zukunft anderweitig genutzt werden kann.

Das Interesse der Anwesenden war gross. Sie stellten den Fachleuten zahlreiche Fragen.



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