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10.01.2018
Zürich West, Züriberg, Zürich 2

Zürcher Orgeltage mit «Nosferatu» und «Faust»


An den Zürcher Orgeltagen im Offenen St. Jakob (hier mit dem Chor Canta Musica) kommt die Kuhn-Orgel auch als Kino-Orgel zum Einsatz. Foto: zvg.

Renommierte Organisten und weitere Musikerinnen und Musiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spielen vom 12. bis 21. Januar im Offenen St. Jakob am Stauffacher.

Die sechs Konzerte der Zürcher Orgeltage decken ein breites Spektrum ab: Orgel solo und in Partnerschaft mit Film, Chorgesang, mit Violine, Violoncello, Oboe, Flöte. Die Orgeltage finden in der Citykirche Offener St. Jakob statt. Das Interesse an der Orgel ist weiterhin gross: 2017 zählte die Veranstaltung über 1000 Besucherinnen und Besucher.

Improvisation zu Kultfilmen

Das Motto der beiden Freitagskonzerte lautet «Orgel und Stummfilm». Wie kam die Orgel zum Film? Als Anfang der 1920er-Jahre in den USA die Filmkunst kommerzialisiert und die ersten grossen Kinos gebaut wurden, entstand ein neuer Typus Orgel, der extra für die Verwendung in Kinos entwickelt wurde. Wer sich den Luxus eines Orchesters zur Begleitung der stummen Filme nicht leisten konnte, musste nach anderen Möglichkeiten suchen, um dem Publikum neben den bewegten Bildern auch gute Musik zu präsentieren: Man brauchte ein Instrument, das wie ein Orchester klang und dennoch von einer einzigen Person gespielt werden konnte: die Orgel.

So improvisiert Sacha Rüegg, Organist Offener St. Jakob, am Eröffnungsabend vom 12. Januar zum Kultfilm «Nosferatu» von Friedrich Willhelm Murnau – einem der bedeutendsten deutschen Filmregisseure der Stummfilmära. «Nosferatu, eine Symphonie des Grauens» (1922) gilt als einer der ersten Vertreter des Horrorfilms und übte mit seiner visuellen Gestaltung einen grossen Einfluss auf das Genre aus. Zugleich ist der Film mit seiner dämonischen Hauptfigur und seiner traumartigen, gequälte Seelenzustände spiegelnden Inszenierung eines der wichtigsten Werke des Kinos der Zeit. Die Drehorte waren unter anderem Wismar und Lübeck; die Aufnahmen sind nun Zeitzeugen, wie die Städte vor der Zerstörung im 2. Weltkrieg aussahen.

Im zweiten Teil von «Orgel und Stummfilm» am 19. Januar widmet sich Wolfgang Seifen, Professor für Improvisation, Universität der Künste Berlin, dann Murnaus ebenso bekanntem Film «Faust».

Am Samstagabend, 13. Januar, präsentiert Jürgen Wolf von der Nikolaikirche in Leipzig ein gemischtes Programm, für das das Klangspektrum der symphonischen Orgel im St. Jakob wie geschaffen scheint. Auf dem Programm stehen Werke von Nicolas de Grigny, Johann Pachelbel, Franz Liszt, J. S. Bach, Brahms, Muffat, Kellner.

Von Barock bis Neuzeit

Das Trio Concertante mit Hossein Samieian, Flöte, Kurt Meier, Oboe, und Felix Gubser, Orgel, entführt am Sonntag, 14. Januar, in die charmante Welt der Trioliteratur aus dem Barock bis hin zur Romantik. Auf dem Programm steht Musik von Bach Marcello, Haydn, Kuchar bis hin zu Dubois, Guilmant und Fürstenau.
Ein faszinierendes Klangerlebnis verspricht das Konzert mit Chor und Orgel, welches Teile aus dem Oratorium «Elias» von Felix Mendelssohn erklingen lässt. Es singen der Chor des offenen St. Jakob, Trudy Walter, Sopran, begleitet von Ruth Pfister an der Orgel und unter der Leitung von Sacha Rüegg.

Den Schlusspunkt mit Kompositionen des Romantikers Josef Rheinberger setzen am 21. Januar Arlette Hock, Violine, Emanuel Rütsche, Violoncello, und Felix Gubser an der Orgel. Rheinberger, ein Liechtensteiner mit Schweizer Wurzeln, war zu Lebzeiten als Komponist und Lehrer eine Autorität. Die Erstaufführung (1891) seiner Suite für Orgel, Violine und Violoncello in c-Moll, op. 149, die als Hauptwerk dieses Konzertes erklingt, wurde begeistert aufgenommen: «Grosse musikalische Gestaltungskraft», «prächtige Klangwirkung» attestierten Kritiker der Komposition unter anderem.

Die Zürcher Orgeltage sind seit bald 40 Jahren fester Bestandteil des städtischen Konzertlebens. Sie werden von der Kulturabteilung der Stadt Zürich unterstützt und vom Konzertorganisten Felix Gubser organisiert – seit letztem Jahr zusammen mit Sacha Rüegg, Organist und Kantor am Offenen St. Jakob. (mai.)

12. bis 21. Januar, Freitag/Samstag jeweils 19 Uhr, sonntags 17 Uhr. Reformierte Citykirche Offener St. Jakob, am Stauffacher. Eintritt zu allen Konzerten frei, Kollekte erwünscht. www.kirchenkonzerte.ch



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