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11.01.2018 Von: Annina Just

Küsnachter Amtlich

Mit Gedanken aus Südamerika ins neue Jahr


Alice Martin und Roberto Francomano spielten Sambas und Bossa Novas. Foto: Annina Just

Zum Start ins neue Jahr gabs in Küsnacht optimistische Töne zur Lokalpolitik, aber Kritik an Kanton und Bund. Musikalisch stand der Neujahrsapéro ganz im Zeichen von nachdenklichen Melodien aus Lateinamerika.

Friede, Toleranz, Liebe und Dankbarkeit – diese Themen dominierten die südamerikanischen Sambas und Bossa Novas, mit denen Alice Martin und Roberto Francomano die Besucher des Küsnachter Neujahrsapéro ins neue Jahr begleiteten. Viele von ihnen sind unter Militärdiktaturen entstanden und haben politische oder philosophische Inhalte.
Rund 350 Küsnachterinnen und Küsnachter füllten die Heslihalle und kamen in den Genuss des feinfühligen und klaren Gesangs der Küsnachter Sopranistin und der stets präzisen, aber zurückhaltenden Gitarre ihres argentinischen Begleiters Francomano. «Diese Art von Musik berührt und fasziniert mich, weil sie eine Aussage hat; weil die Menschen, die sie geschrieben und gesungen haben etwas bewirken wollten», erklärte Alice Martin, die durch einen Studienaufenthalt in Granada und durch Menschen aus Lateinamerika mit der Stilrichtung in Kontakt kam. So zum Beispiel der Bossa Nova «Manhã de Carnaval» (dt. Karnevalsmorgen) aus der Feder von Luiz Bonfá und Antônio Maria. «Der Karneval ist der Tag, an dem es nicht drauf ankommt, wer man ist, woher man kommt, was man arbeitet. An diesem Tag sind alle gleich», erläuterte die 26-jährige Sängerin die Botschaft des Stücks. Auch Lieder wie «No soy de aqui, ni de alla» (Ich bin weder von hier, noch von dort) des Argentiniers Facundo Cabral oder «Gracias a la vida» (Dank an das Leben) der Chilenin Violeta Parra waren voller tiefgründiger Botschaften und regten zum Nachdenken an.

46 Jahre für Küsnacht im Einsatz
Mit einem Dank begann auch Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) seine Neujahrsansprache. Sie galt den Feuerwehrleuten, Seerettern und Mitarbeitern des Tiefbauamtes, die in der vergangenen Woche wegen des Sturms «Burglind» im Einsatz standen. «Der Sturm hat uns wieder vor Augen geführt, wie gewaltig die Natur wirken kann», meinte Ernst und zeigt sich sehr erleichtert, dass keine Menschen zu Schaden kamen. Im weiteren Verlauf würdigte er den Einsatz von Hans-Rudolf Grendelmeier für Küsnacht. Der Rechtsanwalt amtete bis im letzten Sommer 46 Jahre lang als unentgeltlicher Rechtsberater. «Zu den Sorgen der Bürger gehörten zum Beispiel Krach unter Nachbaren, Bussen wegen zu schnellen Fahrens oder Erbstreitereien », erläuterte Ernst. Grendelmeier habe sich stets mit Einfühlungsvermögen, Geduld und Sachkenntnis allen Anliegen angenommen. Im Sommer 2017 hat er sein Amt an die Juristin Stephanie Rippmann übergeben. Zum Dank für sein langjähriges Wirken erhielt Grendelmeier eine Kiste Küsnachter Wein und einen SBB-Gutschein überreicht.
Ernst verzichtet in der Folge darauf, auf das vergangene Jahr zurückzuschauen. «Denn das haben wir alle zusammen erlebt», so der Gemeindepräsident. Viel wichtiger war ihm ein Ausblick auf das neue Jahr, welches von den Behördenwahlen und der Realisierung der Einheitsgemeinde geprägt sein werde. Zuversichtlich stimme ihn, dass nahezu in allen Gremien Kampfwahlen stattfinden würden. «Es ist ein gutes Zeichen, dass die Leute bereit sind, sich zu engagieren und exponieren », kommentierte er die Tatsache, dass mehr Leute antreten, als Sitze zur Verfügung stehen. Ausserdem nutzte er die Gelegenheit, zu erwähnen, dass auch er nochmals für sein Amt kandidieren werde – und erntete dafür spontanen Applaus.

Kritik an Bund und Kanton
Sorgen bereiten würden ihm Themen, bei denen die Gemeinden keinen bis wenig Einfluss hätte, so der Gemeindepräsident. Als Beispiele nannte er das Sparprogramm des Kantons oder die Flughafenpolitik des Bundes. «Das Sparprogramm ‹Lü2018›, also Leistungsüberprüfung 2018, ist eher eine Kostenabwälzung auf die Gemeinden denn eine Überprüfung der eigenen Leistungen», kritisierte der Politiker.
Zum Schluss kam Ernst wieder auf Erfreuliches zu sprechen, und zwar auf die geplante Tobelbrücke, die dank einem Gönner realisiert werden soll. Es sei fantastisch, dass dieser Küsnachter etwas ermöglichen will, das allen diene. «Es sind solche Erlebnisse, die die Behördenarbeit als sehr wertvoll gestalten», freute er sich. Ganz im Sinne des letzten dargebotenen Liedes «Gracias a la vida» verabschiedete der Gemeindepräsident die Anwesenden mit den Worten: «Lasst uns gemeinsam auf das Leben anstossen!»



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