Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
24.01.2018 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Grünwald: «Bereit für den Neuanfang»


Wann hier eine Überbauung stehen wird, ist offen. Foto: pm.

Für das Areal Grünwald im Rütihof soll nach dem Nein des Bundesgerichts zur geplanten Neuüberbauung Ringling ein neues Projekt entwickelt werden. Am 29. Januar findet der erste Mitwirkungsprozess statt. Die beteiligten Genossenschaften freuen sich, und die Stadt ist optimistisch.

Gleich nach dem Entscheid des Bundesgerichts im 2016, dass der Ringling nicht gebaut werden kann (siehe Kasten), gab die Stadt bekannt, dass sie zusammen mit den beiden Genossenschaften GbmZ und Sonnengarten sowie der Stiftung für Alterswohnungen einen Neuanfang plant. Nun ist es so weit. Am 29. Januar findet der erste von drei Mitwirkungsworkshops statt.

Städtebauliches Konzept offen
Das Urteil des Bundesgerichts sorgte einige Zeit für Schlagzeilen und Unverständnis bei Architekten, den beteiligten Genossenschaften und der Stadt. Doch jetzt sind alle bereit für einen Neuanfang. «Wir müssen vorwärtsschauen», hält Stadtrat André Odermatt, Vorsteher des Hochbaudepartements, fest. Er sei optimistisch für den neuen Prozess. Im Gegensatz zum ursprünglichen Mitwirkungsprozess, der 2005 zum Projekt Ringling führte, werde diesmal ein Prozess durchgeführt, der nicht nur die Nutzungsbedürfnisse abhole, sondern auch städtebauliche und stadträumliche Grundsätze definiere. «Der geplante Mitwirkungsprozess ist viel umfassender als der ursprüngliche», betont Odermatt. Dieser sei so strukturiert, dass alle Aspekte zum Tragen kämen. «Ziel ist eine hohe Akzeptanz.»
Rekurse könne ein solcher Mitwirkungsprozess nicht verhindern. Die eingesetzten finanziellen Mittel würden sich aber lohnen. Das Hochbaudepartement plane im Übrigen nicht nur im Fall vom umstrittenen Areal Grünwald einen Mitwirkungsprozess, sondern auch bei anderen grösseren Projekten, je nach Ziel in verschiedenen Formen. «‹Mit Menschen für Menschen›, lautet die Devise», so Odermatt.

«Das städtebauliche Konzept ist offen», versichert Odermatt. So wird zum Beispiel nicht an einer Hofrandbebauung festgehalten, die gemäss Gegnern des Ringlings nicht ins Rütihofquartier passt: «Eine Hofrandbebauung ist nur eine mögliche Form. Sie muss am richtigen Ort zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei hohen Lärmemissionen.» Ob es einen Gestaltungsplan gibt, also den Einbezug des Gemeinderats, werde sich weisen. Bisher habe man mit dem – eigentlich ausreichenden – Instrument der sogenannten Arealüberbauung gearbeitet, das eine besonders gute Qualität voraussetze. Das Quartier soll gemäss Odermatt beim Architekturwettbewerb mit einbezogen werden. «Wie das geschehen soll, wird am Schluss des Mitwirkungsverfahrens feststehen. Das Quartier wird über den Stand der Planung informiert werden», betont Odermatt.

Freude und Kritik
Die beteiligten Genossenschaften freuen sich auf den Neuanfang: «Wir sind offen für ein tolles neues Projekt. Seit 2014 beteiligen wir unsere Mitglieder an den vielen Projekten in der Genossenschaft und machen gute Erfahrungen damit. Auch im Grünwald setzen wir auf Partizipation. Wir wollen mit den Menschen im Quartier für das Quartier bauen», hält die Baugenossenschaft Sonnengarten auf Anfrage fest.
Von der GbmZ werden vier Personen am Mitwirkungsprozess teilnehmen: «Nach dem Bundesgerichtsentscheid mussten wir Bauträger uns vom Projekt Ringling verabschieden», hält Präsident Felix Bosshard auf Anfrage fest. «Da die Bauträger von der Qualität dieses Grundstücks überzeugt sind, haben wir uns entschieden, dass wir uns in gleicher Zusammensetzung an die Planung eines neuen Projekts machen. Bezüglich der städtebaulichen Lösung für diese Überbauung sind wir offen. Wir wollen hier irgendwann bauen.» Das Ziel sei, ein städtebauliches Konzept zu finden, das dem Quartier, den früheren Rekurrenten und den Bauträgern passt.
Auch Jean E. Bollier, einer der ehemaligen Rekurrenten, gibt sich zuversichtlich. Er kritisiert allerdings unter anderem, dass die Stadt gewisse Parameter wie zum Beispiel die Öffnung des Fürtlibachs nicht festgelegt habe. Dann ob es einen Quartierplatz beziehungsweise ein Zentrum in der Überbauung geben soll. «All diese Aspekte beeinflussen die Überbauung», betont Bollier. «An der Veranstaltung werden somit einfach Wünsche der Teilnehmenden an die Stadt gerichtet – mehr ist es nicht.» Odermatt widerspricht dieser Aussage entschieden: «Was Quartierplatz und Bach angeht, so sind es genau diese Fragen, die Teil des Mitwirkungsverfahrens sind. Da geht es durchaus nicht nur darum, Wünsche abzuholen, sondern städtebauliche und stadträumliche Grundsätze gemeinsam zu definieren.»

Unbestritten ist, dass durch die Überbauung dem Rütihof auch notwendige Infrastruktur wie zum Beispiel Laden, Jugendtreff und andere zur Verfügung gestellt werden soll.

 

Ringling

Im August 2016 zog das Bundesgericht einen Schlussstrich unter den Streit um die geplante Neuüberbauung Ringling im Rütihof. Anwohner hatten sich zur IG pro Rütihof zusammengetan. Dazu kamen zwei Vorsorgestiftungen, die sich gegen den Ringling wehrten. Geplant waren 277 Wohnungen, Laden, Kiosk, Café, Quartierzentrum, Kindergarten, Hort, Jugendtreff, Gemeinschaftsraum und Dienstleistungen fürs Alterswohnen.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 11. Oktober 2018
Zürich 2 vom 11. Oktober 2018
Zürich Nord vom 11. Oktober 2018
Zürich West vom 11. Oktober 2018
Küsnachter vom 11. Oktober 2018
Küsnachter Amtlich vom 11. Oktober 2018

Sonderzeitungen

Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Tonhalle
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger