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24.01.2018 Von: Nicole Seipp-Isele

Züriberg

«Ich wollte immer nur eines – Musik machen»


Ein Streber, was den Jazz angeht: Raphael Rossé lauscht am GLeis. Am Mittwoch spielt er im Seefeld. Foto: zvg

Was Jazz und Fledermäuse gemeinsam haben? Das zeigt die Band «Mimon» am kommenden Mittwoch bei «Jazz im Seefeld».

«Ich fand es schon immer sehr schwierig, kreative Bandnamen zu kreieren. Als Kind faszinierten mich Fledermäuse. Ich las viel über sie und ging manchmal nachts ausser Haus, um die Tiere im Nachbargarten zu beobachten», erklärt Raphael Rossé. «‹Mimon› ist Teil eines Namens für eine Fledermausart. Mir gefiel einfach der Klang des Wortes. Die Fledermaus mit all ihren Eigenschaften schien mir ein passender Pate für unseren Bandnamen.»
Fledermäuse sind nachtaktiv, orientieren sich am Schall und sind in der Lage, blitzschnell ihre Flugrichtung zu ändern. Dementsprechend präsentiert sich Mimons Jazz. Rhythmisch agil lädt die Truppe ein zum Flug durch die jazzige Nacht und dabei kann es zu überraschenden Soundwechseln kommen. Die facettenreiche Musik reicht von simplen und berauschenden Songs bis hin zu komplexen explosiven Kompositionen und Improvisationen. Transparent und kompakt spricht die Band abgesehen vom Jazz liebenden Publikum auch Zuhörer an, die auf einfache Weise authentische und herzgefühlte Musik hören und erfahren möchten.
Raphael Rossé zählt mit seinen 24 Jahren zu den Youngsters im Jazzmetier. Er wuchs in Sydney in einer musikalischen Familie auf. Zunächst faszinierte ihn die Tuba, die sein Vater im «Sydney Symphony Orchestra» spielte. Da er aber mit sieben Jahren noch zu klein war für dieses grosse Instrument, nahm er mit dem kleineren Horn, dem Euphonium, vorlieb. Etwas später fing er an, Posaune zu spielen. Er studierte bei Adrain Mears und Nils Wogram – ohne Schulabschluss. «Ich ging nicht gern zur Schule und wollte immer nur eines – Musik machen.» Sein Mut wurde belohnt. Rossé junior hat an der Hochschule Basel das beste Diplom im Jazz-Studiengang hingelegt. Zudem war er 2010 unter den Finalisten beim «International Euphonium Competition» in Südkorea. Mit Lukas Traxel steht am kommenden Mittwoch einer der gefragtesten Bassisten der Schweizer Musikszene auf der Bühne.
Als Preisträger der «Friedl-Wald- Stiftung» im Jahr 2013, repräsentierte er die Hochschule Luzern 2014 am internationalen Jazzmeeting «IASJ» in Kapstadt und gewann 2016 mit dem «Marie Krüttli Trio» den «ZKB Jazzpreis». Der Drummer Frederik Heisler macht das Trio schiesslich komplett. Als Zögling von Professoren wie Jorge Rossy, Lary Grenadier und Malcolm Braff machte er sich nach einem Jazzstudium an der Musikakademie Basel in der Schweizer und Deutschen Jazzszene schnell einen Namen.

Erste Platte erscheint
In den nächsten Monaten bringt Mimon die erste Platte raus, nicht ohne bereits am zweiten Album zu arbeiten. Doch davor verabschiedet sich Raphael Rossé in seine Heimat Sydney, die er mit 15 Jahren verlassen hat. Er freue sich darauf, endlich die australische Jazzszene zu erkunden, da viele Clubs erst ab 18 Einlass gewährten. Wo er sich in 20 Jahren sieht? «Es ist schwer zu sagen, wie die Dinge dann sein werden. Ich bin offen für Veränderung und in zwei Jahrzehnten kann einfach alles passieren, aber es würde mich nicht wundern, wenn mimon dann immer noch irgendwo herumflattern würde. » Er konzentriere sich jetzt erst mal auf den kommenden Mittwoch. «In jedem Fall leisten wir da harte Arbeit auf der Bühne und das Publikum kann sich entspannen und geniessen », lacht der aufstrebende Raphael Rossé.



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