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24.01.2018 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Seeanlage ist eine «rosa Fläche»


Der Kater danach: Am Neujahrstag war von der Feierlaune am General-Guisan-Quai nicht mehr viel zu spüren. Foto: Lorenz Steinmann

Wer kein Ticket hatte, musste das Feuerwerk anderswo bestaunen: An Silvester war fast die ganze Seeanlage am General-Guisan-Quai wegen eines Festzelts gesperrt. Im Vergleich zu 2016 wurde die vermietete Fläche im letzten Jahr gar erweitert.

Einer der besten Plätze war nicht zugänglich, als wie üblich die Feierwütigen an Silvester in Scharen an den Zürichsee strömten, um das Feuerwerk zu geniessen. Während das Festareal um das Seebecken mit seinem grossen Angebot an Ständen für alle zugänglich war, stand in der Seeanlage am General-Guisan-Quai ein Zelt. Das Areal war deshalb zu grossen Teilen abgesperrt und nur mit Ticket zugänglich.

AL-Stadtrat bewilligte Festzelt
Doch weshalb vermietet die Stadt die Seeanlage exklusiv – einen Ort, der ideal wäre, um das Feuerwerk gratis bestaunen zu können? «Das Feuerwerk kann vom ganzen Seebecken aus beobachtet werden», sagt Robert Soós vom städtischen Sicherheitsdepartement. Vier Veranstaltungen würden die Seeanlage am General-Guisan-Quai regelmässig belegen, «nämlich das Zürifäscht alle drei Jahre und jährlich je für einen Tag die Street Parade, der Zürich Marathon und der Silvesterzauber». Eine abgesperrte Zone werde nur beim Silvesterzauber bewilligt, bei den anderen beiden Anlässen wird der öffentliche Grund dagegen für Verkaufsstände zur Verfügung gestellt. Im Vergleich zum Seebecken sei die Grösse des abgesperrten Bereichs in der Seeanlage sehr klein. Aus diesem Grund habe ihn Stadtrat Richard Wolff (AL) bewilligt. «Erstmals wurde die Zone im Jahr 2016 bewilligt und im Jahr 2017 moderat erweitert», so der Mediensprecher.
Im Gegensatz zu anderen Gebieten rund um den Zürichsee existiert in der Seeanlage kein festgelegtes Maximum für Veranstaltungen. Der General-Guisan-Quai sei gemäss Leitbild Seebecken sogenannte rosa Fläche, erklärt Soós. Das heisst: «Es besteht kein Kontingent.» Tatsächlich ist das Gebiet im Leitbild «Seebecken der Stadt Zürich» von 2009 auf einer Karte rosa markiert. Damit steht es primär für Infrastrukturen während Veranstaltungstagen zur Verfügung. «Daher sind die Auf- und Abbautage gering zu halten», heisst es im Leitbild. Zum Vergleich: In anderen Veranstaltungsgebieten wie der Roten Fabrik, der Landwiese oder dem Zürichhorn können Veranstaltungen mit grosser Infrastruktur stattfinden.

Die Seeanlage befindet sich auf sogenanntem Konzessionsland. Das ist ehemaliges Seegebiet, welches durch Aufschüttungen gewonnen wurde. Hier existieren meist Nutzungsbeschränkungen. «So besteht auf den Flächen, die im Eigentum der Stadt Zürich liegen, in der Regel eine öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung, die eine andere als eine öffentliche Nutzung ohne Bewilligung des Kantons verbietet», erklärt Wolfgang Bollack, Mediensprecher des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL). Aber: Damit nicht jede einzelne Veranstaltung durch den Kanton geprüft werden muss, wurde der Stadt eine Rahmenkonzession erteilt. In dieser wurde festgelegt, auf welchen Konzessionslandflächen, welche und wie viele Veranstaltungen pro Jahr erlaubt sind. Bollack: «Die Stadt Zürich bewilligt in diesem Rahmen ohne weitere Zustimmung durch den Kanton Veranstaltungen.»

Kahlschlag hatte keinen Einfluss
Laut Soós vom Sicherheitsdepartement gelten am Seeufer unterschiedliche maximale Belegungstage pro Jahr – inklusive Auf- und Abbau. Auf der Landiwiese beispielsweise 35 Tage, bei der Roten Fabrik oder am Zürichhorn 20 Tage. Beim Gemeinschaftszentrum Wollishofen hingegen sind es sechs Tage.

Übrigens: Dass nach dem Kahlschlag in der Seeanlage am General-Guisan-Quai im Moment keine Bäume stehen, hatte keinen Einfluss auf die Vermietung. «Während des Bewilligungsverfahrens war nicht bekannt, dass es im Dezember 2017 an besagter Stelle keine Bäume geben wird», sagt Soós. Sollte wiederum ein Gesuch zu prüfen sein, so werde der Umstand, dass neue Bäume gepflanzt wurden, keine Rolle spielen.



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