Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
31.01.2018 Von: Pia Meier

Züriberg, Zürich 2, Zürich Nord, Zürich West

Das rot-grüne Zeitalter begann 1990


Grafik: AZ Medien

Die SP ist seit 1934 stärkste Fraktion im Stadtzürcher Gemeinderat. In der Regierung kamen aber auch die Bürgerlichen zwischendurch an die Macht, allerdings seit 1990 nicht mehr. Die kleinen Parteien haben es wegen der 5-Prozent-Hürde schwer, einen Sitz im Gemeinderat zu gewinnen.

Die 125 Sitze im Stadtzürcher Gemeinderat werden gemäss den Bevölkerungszahlen auf neun Wahlkreise verteilt. Im Gemeinderat sind in der laufenden Legislatur sieben Parteien vertreten. Die Sitzverteilung sieht wie folgt aus: SP 39 Sitze, SVP 23, FDP 21, Grüne 14, GLP 13, AL 9 und CVP 6. Diese Sitzverteilung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Die Gründe sind vielfältig: unter anderem die Einführung des «doppelten Pukelsheim» beziehungsweise von der «Doppeltproportionalen Divisormethode mit Standardrundung», die 5-Prozent-Hürde sowie die neue Partei GLP.
Der «doppelte Pukelsheim» wurde 2006 erstmals angewandt. Das Verfahren bedeutet, dass für die Wahl sowohl die Wahlkreise als auch
die ganze Stadt berücksichtigt werden. Vom «Doppelten Pukelsheim» profitieren vor allem die kleineren Parteien.

Im Kanton Zürich gilt allerdings seit 2006 noch eine zusätzliche Regelung, die 5-Prozent-Hürde. Diese benachteiligt die kleinen Parteien, denn eine Partei kann nur einen Sitz im Gemeinderat erhalten, wenn sie in mindestens einem der Wahlkreise der Stadt Zürich die Fünf-Prozent-Hürde erreicht. Dies hatte 2014 zur Folge, dass die EVP ihre drei Sitze im Gemeinderat verlor. Die vor allem von den kleineren Parteien geforderte Abschaffung dieser Sperrklausel wurde 2017 vom Volk abgelehnt. Dieses Jahr spannen EVP und BDP zusammen. Dies soll ihre Chancen erhöhen, in einem Wahlkreis die 5-Prozent-Hürde zu überwinden und so in den Gemeinderat zu kommen. Die 5-Prozent-Hürde kennen nur fünf Kantone in der Schweiz, darunter Zürich.

Aufstieg der GLP
Die SP ist bereits seit den Dreissigerjahren stärkste Partei im Gemeinderat. In neuerer Zeit erreichte die Partei 1998/2002 einen Höchststand mit 49 Sitzen. Die SVP erreichte ihren Höchststand 2002 mit 31 Sitzen. Die GLP trat erstmals 2010 bei den Gemeinderatswahlen an und gewann gleich 12 Sitze. Bei den diesjährigen Wahlen will sie die Grünen überholen. Die Alternative Liste AL war die Gewinnerin der Wahlen 2014. Sie konnte ihre Sitzzahl um 4 auf 9 Sitze fast verdoppeln. Die Partei erwartet auch bei den diesjährigen Wahlen Sitzgewinne. Erstmals seit 1982 kandidiert dieses Jahr die PdA wieder für einen Sitz im Gemeinderat. Grund sind die Jungpolitiker in der Partei. Neu kämpft die Vernunftliste um einen Sitz im Wahlkreis 9 und «Der Unabhängige» im 1+2. Die Schweizer Demokraten SD treten nicht zur Wahl an. Ebenfalls kandidiert niemand mehr von der Piratenpartei. Diese beiden Parteien waren gemäss ihren Homepages offensichtlich in den letzten Jahren nur noch wenig aktiv.

Fremdstimmenanteil variiert stark
2014 betrug die Wahlbeteiligung gut 43 Prozent. Sie war damit im Vergleich zu 2006 und 2010 deutlich höher. Ein Grund dafür könnte gemäss Politexperten die Möglichkeit für die briefliche Abstimmung sein. Zudem fanden gleichzeitig nationale Abstimmungen statt, welche die Stimmberechtigten an die Urne lockten. Dies ist auch in diesem Jahr der Fall mit der «No-Billag-Initiative». Es wird deshalb eine ähnlich hohe Wahlbeteiligung wie 2014 erwartet. Allgemein ist der Anteil der wahlberechtigten Personen an der Bevölkerung seit Anfang der 1980er-Jahre kontinuierlich zurückgegangen.

Die meisten Stimmberechtigten wählen eine Partei und nicht Personen. Die gewählten Gemeinderätinnen und Gemeinderäte erhielten 2014 rund 57 Prozent der Stimmen von unveränderten Listen. Der Fremdstimmenanteil variiert aber stark nach Partei. Den kleinsten Fremdstimmenanteil wiesen 2014 die gewählten Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der SVP mit durchschnittlich 5,1 Prozent Fremdstimmen auf, gefolgt von der SP mit 7,7 Prozent und der FDP mit 14,4 Prozent. Am meisten Fremdstimmen erhielten die Mitglieder der AL mit 42 Prozent.
Weniger Kandidaten

Am 4. März stellen sich weniger Kandidaten zur Wahl als in den vergangenen Jahren. Ein Grund könnte sein, dass die SD und die Piratenpartei nicht mehr antreten. Insgesamt bewerben sich 1054 Kandidatinnen und Kandidaten. 2014 waren es noch 1119 Bewerber, im Jahr 2010 sogar 1160. Die Frauen stellen knapp 40 Prozent der Kandidierenden (405). 65 Prozent der Kandidaten sind über 40 Jahre alt. Die beiden jüngsten sind 19 Jahre alt, der älteste 92.



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