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31.01.2018 Von: Ernesto Peter

Zürich Nord

Marlin Strub ist wieder zurück im sicheren Seebacher Hafen


Die glücklichen Eltern mit Marlin Strub nach der verrückten Herausforderung wieder in Zürich vereint. Foto: ep.

Marlin Strub (26) aus Seebach und seine drei Kollegen landeten am Samstag aus Antigua kommend sicher in Kloten. Sie haben die grosse Herausforderung der «Talisker Whisky Atlantic Challenge» mit der Überquerung des Atlantiks in einem kleinen Ruderboot als Dritte geschafft.

Das ganze Unterfangen hatte natürlich eine Vorgeschichte, die schon in der RS in Isone begann, als die vier Kumpel Marlin Strub, Luca Baltensperger (26), Yves Schultheiss (28), und Laurenz Elsässer (26) in der Armee bei den Grenadieren dienten, wo sie bereits die Grenzen des Machbaren ausloteten. Luca erfuhr im Internet Ende 2014 von der Challenge und musste die anderen drei nicht gross überzeugen, als erstes Schweizer Team mitzumachen.

Suche nach Boot und Sponsoren
Die Vorbereitungen begannen, und die Suche nach einem geeigneten Boot lief auf Hochtouren, auch die Finanzierung der grossen Herausforderung. Einige Sponsoren wurden gefunden und werden noch gesucht, denn die vier Schweizer unterstützen mit ihrem Abenteuer ein soziales Projekt für verlassene Kinder und deren Umfeld in Rumänien.

«Mrs. Nelson», das Occasionsboot, das die Überfahrt schon einmal in nur 40 Tagen meisterte, war der ideale Kauf. Es musste erst einmal von England an den Zürichsee überführt werden. «Mrs. Nelson» ist 8,64 Meter lang und 1,84 Meter breit. Vorne und hinten kleine, wasserdichte Kabinen. Die vier Athleten trainierten eifrig und waren guten Mutes, als die Expedition begann.

Wasser an Bord produziert
Das Team «Swiss Mocean» startete am 14. Dezember in La Gomera (Kanarische Inseln) ins Rennen. Rudern war angesagt, die vier mussten sich abwechslungsweise ins Zeug legen. Essen, Schlafen und Navigieren kam natürlich auch dazu. Auch in logistischer Hinsicht war es eine Meisterleistung. Wasser, Esswaren, Hygiene, Schlafen und Reparaturen mussten in der 30-tägigen Überfahrt gemeistert werden.
Der physische und der psychische Stress konnten jedoch den vier Studenten nichts anhaben. «Der Wasserbedarf war ein Problem», sagte Marlin Strub nach der Ankunft in Zürich, denn zwei bis sechs Liter tranken die Ruderer pro Kopf und Tag, und das Wasser musste an Bord produziert werden. Der Salzwasserumwandler wurde mit Solarenergie betrieben, aber die Sonne schien nicht jeden Tag. «Da kam man oft ans Limit», erzählte er weiter.

Auch die Reparaturen am Steuerruder beschäftigte das Team mehr als erwartet. Zum Beispiel ging ein Ruder kaputt und warf sie im Rennen einige Stunden zurück.

Eltern sind «um Jahre gealtert»
Mutter Bea Strub-von Wartburg und Vater Josi waren natürlich sehr besorgt, was auf grosser See passierte, denn Kontakt hatten die beiden nicht. Das Sattelitentelefon an Bord war eigentlich nur im Notfall zu gebrauchen. «Wir verfolgten das Unterfangen einzig im Internet des Ausrichters dieser Challenge», sagten die beiden und fügten an, dass sie in den 30 Tagen in Sorge um das Gelingen und das Wohlbefinden der Crew um Jahre gealtert seien. Für die Ankunft der «vier Waghalsigen» reisten die Eltern nach Antigua, und Bruder Moris reiste extra aus Hongkong an.

Ein riesiger Empfang wurde den vier Schweizern bereitet, als sie in Rekordzeit in English Harbour auf Antigua nach 30 Tagen und einer zurückgelegten Distanz von fast 5000 Kilometern auf dem zweitgrössten Ozean eintrafen. Ein Bier und ein Hamburger waren sehr willkommen, als sie erstmals wieder an Land waren, denn die spezielle Nahrungsaufnahme an Bord war nun zum Vergessen. Die 10-tägige Erholung auf der Insel tat gut, und der Empfang in Zürich-Kloten war gross. Eltern, Verwandte, Freunde und die Fangemeinschaft standen da, um die sonnengebräunten «vier Verrückten» zu Hause willkommen zu heissen. Auf die Frage, was Marlin jetzt machen werde, antwortete er: «Ich habe vor der Challenge an der ETH das Studium als Maschinenbau-Ingenieur abgeschlossen und kann jetzt ruhig die berufliche Herausforderung angehen.»



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