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07.02.2018 Von: Karin Steiner

Zürich Nord, Züriberg

Lebensgeschichten für die Nachwelt


Die Gründer Alfred Messerli, Erich Bohli und Robert Bitterli (von links). Foto: zvg.

Erich Bohli aus Oerlikon hat 2015 zusammen mit der Uni Zürich das Start-up meet-my-life.net gegründet mit dem Ziel, wichtige Informationen für die Nachwelt zu erhalten. Am 12. Februar wird an der Uni der erste Schweizer Autobiografie-Award verliehen.

«Auf meet-my-life.net sollten spätere Generationen und auch die wissenschaftliche Forschung familiengeschichtlich interessante, kulturell, soziologisch und geschichtlich relevante Information vorfinden», sagt Erich Bohli. Mit seiner Idee gelangte er an Alfred Messerli aus Unterstrass, Professor am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft, und gemeinsam mit dem Programmierer Robert Bitterli wurde die Plattform meet-my-life.net ins Leben gerufen. «Der Fundus an Lebensgeschichten wächst seit der Lancierung im Jahr 2015 kontinuierlich», sagt Erich Bohli stolz. «Zurzeit sind rund 160 Personen als Autorinnen und Autoren registriert. Davon sind rund 80 Biografien öffentlich lesbar und können von jedermann Seite für Seite zuhanden der Autoren mit Kommentaren und Ergänzungen versehen werden. Die Qualität und Ernsthaftigkeit der Texte erachten wir von Beginn weg als bemerkenswert, weit über unseren Erwartungen.»

Kulturpolitischer Nutzen
Autobiografien «aus dem Volk», speziell wenn sie nicht durch einen Verlag mit einer kommerziellen Zielsetzung publiziert wurden, haben Bohlis Meinung nach sowohl einen wissenschaftlichen wie einen kulturpolitischen Nutzen. Wichtige Details aus dem Alltag würden verloren gehen, wenn sie nicht aufgeschrieben werden. «Bereits für unsere Enkelkinder ist es ja schon unvorstellbar, dass ‹früher› die ganze Familie einmal oder zweimal im Monat in derselben Wanne reihum gebadet hat, der Vater zuerst, und dass es in der Schule und im Religionsunterricht saftige Ohrfeigen absetzte.»

Nun wird am 12. Februar an der Uni Zürich der erste Schweizer Autobiografie-Award verliehen. Qualifiziert haben sich alle von den Autoren selbst als «vollendet» taxierten Autobiografien. Primäres Kriterium für den Gewinn ist gemäss Alfred Messerli «eine Autobiografie, die auf eine sprachlich eigensinnige und gleichzeitig mutige Art und Weise die Vergangenheit des Autobiografen oder der Autobiografin in all ihrer Fülle wieder lebendig zu machen vermag.» Keine Kriterien seien Orthographie oder besondere literarische Fähigkeiten. «Auf meet-my-life.net sind Inhalt und Wahrhaftigkeit das Massgebende.»

Montag, 12. Februar, 14 Uhr, anschl. Apéro. Universität Zürich, Hauptgebäude Rämistrasse 71, Vorlesungsraum F-101.



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