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14.02.2018 Von: Nicole Seipp-Isele

Züriberg

Aus Intention und Zufall entstehen Jazz-Geschichten


Musikalische Kontrapunkte präsentieren «Talmor Irniger Counterpoints» am Mittwoch im GZ Seefeld. Foto: zvg.

Christoph Irniger wirft mit seiner Band «Talmor Irniger Counterpoints» den Jazzanker in seinem Heimathafen dem Seefeld.

Die Truppe hat etwas zu erzählen und dabei wird das Publikum mitgenommen auf eine abwechslungsreiche Reise zu polyphonen Jazz-Schauplätzen. Dort werden sprichwörtlich immer wieder Anker geworfen, doch nicht etwa, um angekommen zu sein, sondern um von diesen Fixpunkten aus in die Gefilde der Improvisation abzuschweifen. «Talmor Irniger Counterpoints» – der Name ist Programm – bedient sich am Phänomen der musikalischen Kontrapunkte. Das ist eine Kompositionstechnik, die ihre Wurzeln im Barock hat und Konsonanzen und Dissonanzen miteinander vereint. «Melodien und Stücke werden zweistimmig komponiert. Im Zusammenspiel der beiden Saxophone von Ohad Talmor und mir entsteht eine Spannung, da wir zugleich improvisieren. Intention und Zufall sind auf diese Weise eng miteinander verwoben », sagt Christoph Irniger und ergänzt: «Da wir beide dieselben Vorbilder wie Lennie Tristano, Lee Konitz oder Warne Marsh haben, die uns stark prägen und geprägt haben, ergänzen wir uns intuitiv.» Und dabei ist es nicht leicht, die beiden Tenoristen stilistisch so differenziert zu charakterisieren, dass sie weder unkenntlich werden, noch sich in die Quere kommen. Beide hegen eine grosse Affinität zu New York und sind beeinflusst von der Jazz-Stilistik, die von dieser Stadt ausgeht. Dabei neigt Talmor dazu, die Töne mehr zu biegen, was bluesartig wirkt, wohingegen Irniger gerade und auf den Punkt spielt. Die beiden hatten sich erstmals beim «Lucerne Jazz Orchestra» 2011 getroffen und spielten seitdem immer wieder auf beiden Seiten des Ozeans miteinander.
Irniger erklärt: «Mich verknüpft die Zusammenarbeit auch ein Stück weit mit New York und Ohad zugleich mit der Schweiz, wo wir aufgewachsen sind. Musikalisch und menschlich profitieren Ohad und ich ungemein voneinander. In der Art und Weise, wie wir Dinge anpacken, sind wir uns sehr ähnlich und ergänzen uns.»
Christoph Irniger studierte an der Jazzschule Zürich Musikpädagogik und an der Musikhochschule Luzern Performance bei Christoph Grab und Nat Su. In den folgenden Jahren hielt er sich regelmässig in Berlin und New York auf. Er war Gewinner des Förderpreises 2004 der «Friedel Wald Stiftung», erhielt die «borsa di studio» für «Sienajazz 06» und ist Gründer der Bands «Christoph Irniger Trio», «Pilgrim», «NoReduce» und den «Cowboys from Hell». Mit Letzteren belegte er 2010 den dritten Platz beim «ZKB Jazzpreis».
Ohad Talmor genoss das Studium der Musikwissenschaften in Genf sowie ein Kompositionsstudium an der «Manhattan School of Music» in New York. In der Folge blieb er im Big Apple und arbeitete dort mit Steve Swallow, Joe Lovano, Joshua Redman, Kurt Rosenwinkel, Matt Wilson und Bob Bowen zusammen.
Komplett wird die Crew mit dem perkussiven Bassisten Bänz Oester und dem umtriebig swingenden Drummer Dominic Egli. Sie sind gleichsam ein eingespieltes Team und untermalen die jazzigen Reisen der «Talmor Irniger Counterpoints».

Initiator und Mitbegründer
Als Initiator und Mitbegründer von «Jazz im Seefeld» wird der kommende Mittwoch für Christoph Irniger Highlight und Heimspiel zugleich: «Es ist natürlich schon speziell und ein schöner Lohn für diese ehrenamtliche Tätigkeit. Ich «gönne» mir das ja mittlerweile ein Mal pro Saison auch aus diesem Grunde und freue mich immer darauf.»



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