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14.02.2018 Von: Sibylle Ledergerber

Züriberg

Die ETH lässt hinter ihre Kulissen blicken


Die Doktorandin Nadja Hartmann erklärt jungen Gästen das Labor im Departement Physik der ETH Zürich. Foto: ETH Zürich/DPHYS/Heidi Hostettler

Wie erstellt man einen virtuellen Globus der Vergangenheit? Was hat eine Nasa-Mission mit Comics zu tun? Ist die Mona Lisa im Louvre echt? Und: Wer kennt die Antworten auf diese Fragen?

Jedes Jahr finden an der ETH über das Jahr verteilt öffentliche Führungen statt. Ursprünglich waren diese dazu gedacht, das Archiv der Öffentlichkeit näher zu bringen. Inzwischen ist das Programm ausgebaut und auf eine Führung pro Woche durch Sammlungen, Archive und auch Institute gewachsen. «Wir fragen die verschiedenen Departemente dazu direkt an. Mit den Führungen soll die Forschungsarbeit der ETH der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir gewähren sozusagen einen Blick hinter die Kulissen. Natürlich wird immer im Vorfeld abgeklärt, welche Departemente sich für Führungen eignen», meint Nina Kollegger, Projektleiterin des Besucher- und Informationsmanagements.

Viel zu erforschen
Auch dieses Jahr gibt es einiges zu entdecken. So haben interessierte Besucher beispielsweise am 27. Februar Gelegenheit, Bilder in einem virtuellen Globus zu verorten. Dies gelingt durch die neu lancierte Plattform «smapshot». Die Plattform ermöglicht es, alte Bilder zu georeferenzieren, soll heissen; passend in der Landschaft eines Online-3-D-Globus zu verorten. So entsteht mit der Zeit ein virtueller Globus der Vergangenheit.
Am 29. Mai gehen die Besucher mit focusTerra, dem erdkundlichen erdwissenschaftlichen Forschungsund Informationszentrum der ETH, auf Entdeckungsreise in unser Sonnensystem. In unterhaltsamen Comics gewinnen sie Einblick in die aktuelle Weltraumforschung an der ETH und Universität Zürich. Sie erfahren, wie und warum die Forschenden im All unterwegs sind, wie es ihnen gelingt, in die Frühzeit unseres Sonnensystems hineinzusehen und Signalen vom Anbeginn der Zeit zu lauschen. Der Fokus wird auf die «NASA Mission InSight» gelegt, bei der der Mars mit der Hilfe eines stationären Landers untersucht wird.
Das Departement Physik bietet ebenfalls Führungen. Die Besucher erfahren am 13. Februar und 3. Juli, wie mit Ionenstahlen das Alter von beispielsweise Gemälden bestimmt werden kann. Mit dem Strahl werden erst kleinste Pigment-Proben abgetragen und dann analysiert. So können Wissenschaftler beurteilen, ob die Mona Lisa im Louvre tatsächlich aus dem 16. Jahrhundert stammt oder ob eine jüngere «Doppelgängerin » ihren Platz eingenommen hat.
Die Arbeit der ETH mit Hochgeschwindigkeitslasern wird am 19. Juni während der Führung «Blitzschnelle Spitzenforschung» erläutert. Aufgezeigt wird, wie die Forschung dabei hilft, alternative Energiequellen zu ergründen oder komplexe Medikamente zu entwickeln. Die Führungen durch die räumlich engen Physik-Labore werden allerdings nur für kleine Gruppen angeboten.

Für jeden etwas dabei
Auch Architektur-Interessierte kommen nicht zu kurz. Zweimal finden in diesem Jahr noch Führungen durch das, einst von Semper kreierte Hauptgebäude statt. Am 22. Mai wird über die langfristige bauliche Entwicklung des ETH-Areals auf dem Hönggerberg Aufschluss gegeben. Die Besichtigung eines experimentellen Grossraumlabors ist dieses Jahr an drei Daten möglich. An diesen wird erklärt, woran die ETH im Bereich des Bauingenieurwesens gerade experimentiert. Ausserdem werden im Arch_Tec_Lab am 24. April und 16. August robotische Fabrikationen in der Architektur vorgestellt.
Nicht nur die Architektur wird analysiert, sondern auch das Leben rund um den Campus. So gibt es verschiedene Führungen, die den Besuchern die Campus-Atmosphäre nachempfinden lassen – und eine andere, die am 2. Oktober die «wilden 68er und die ETH» zum Thema macht.
Literarische Streifzüge werden ebenfalls geboten. Eine Führung durch das Max-Frisch-Archiv zur aktuellen Ausstellung «60 Jahre ‹Homo Faber›», ist geplant. Hier erfährt der Besucher alles zur Entstehung und Wirkung dieses Klassikers. Das Thomas- Mann-Archiv lädt auch ein. Dort wird erklärt, wie die Privatsammlung zur Forschungsdatenbank wird.
Ein weiteres wertvolles Gut der ETH sind die Originaldokumente Einsteins, die im Hochschularchiv zu finden sind. Besonders vielseitig sei die Einstein-Sammlung des Einstein- Biografen Carl Seelig.
Diese und noch viele weitere Themen gibt es an der ETH zu ergründen. Auch für ein englischsprachiges Publikum werden viele Führungen angeboten.



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