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21.02.2018
Zürich West, Zürich 2, Züriberg

Lebensraum für gefährdete Fischarten


Der Flusslauf zwischen Hauptbahnhof und Gessnerbrücke wird neu strukturiert. Links der Schanzengraben, rechts die Sihl. Foto: ls.

Eine Baggerarmada sorgt momentan dafür, dass das Flussbett der Sihl gegenüber der Sihlpost viel naturnaher wird. Davon profitieren mit der Nase, der Äsche und der Schneider drei Fischarten, die als gefährdet auf der Roten Liste stehen.

Lorenz Steinmann

Über zehn Jahre wurde an der Durchmesserlinie beim Hauptbahnhof gebaut. Dazu spielte das Baustellenprovisorium über der Sihl eine wichtige Rolle. Nun wird das bei der vom Namen her eher unbekannten Postbrücke liegende Bauwerk aus dickem Stahlbeton abgerissen. Der leicht nervige Ton der Presslufthammer hallt quer durch die Perronhalle der SBB, der darunter liegende Sihlkanal wirkt als perfekter Resonanzboden. Immerhin, die Arbeiten sind zeitlich begrenzt.

Rund 25 Fischarten

Bis Ende März werden die Arbeiten abgeschlossen sein, wie es von den SBB heisst. Erfreulich ist, dass das Flussbett mit Gletscher-Findlingen, Kiesaufschüttungen und Wurzenstöcken aufgewertet wird. Aufgewertet darum, weil dadurch hier Fische einen besseren Lebensraum antreffen können. Rund 25 Arten leben in der Sihl, wobei drei – die Nase, die Äsche und der Schneider – auf der Roten Liste stehen. Für diese gefährdeten Arten entsteht nun mitten in der Stadt ein Biotop, wie der «Tages-Anzeiger» kürzlich schrieb. Am linken Ufer entlang der Sihlpost werden zudem Fischunterstände errichtet. Am gegenüberliegenden Ufer wird die Trennmauer zwischen Sihl- und Schanzengraben entfernt und der Bereich mit Findlingen und Astbündeln neu strukturiert. Laut Auskunft des Awel (Kantonales Amt für Wasser, Energie und Luft) sollen sich durch die neue Gestaltung vielfältige Strömungsmuster bilden zwischen den runden Natursteinblöcken, den Findlingen also, und den flachen Kiesbänken. D

ie Renaturierung kostet lediglich rund eine halbe Million Franken. Bezahlt werden die Bauarbeiten von den SBB sowie von Stadt und Kanton Zürich. Später kommt dann noch eine Art Treppe zur Sihl hinunter dazu, wie man das etwa von der legendären Riviera beim Bellevue oder beim Wipkingerpark her kennt.

Unabhängig von den Renaturierungsmassnahmen ist beim Platzspitzwehr, das demnächst saniert wird, eine Fischtreppe vorgesehen. Damit haben die Fische in der Limmat wieder Zugang zum Zürichsee, wie der «Tagi» schreibt. Von der Sihl aus können die Fische via Schanzengraben in den See gelangen, hier hat es bereits eine Fischtreppe. Zum Schutz vor Überschwemmungen wurde zudem das Flussbett unter dem Hauptbahnhof abgesenkt. Um Geschiebe in Form von Baumstämmen abzufangen, wurde 2017 bei Langnau am Albis für 25 Millionen Franken ein Schwemmholzrechen gebaut. In Planung ist zudem ein Entlastungsstollen von Langnau am Albis in den Zürichsee. So lassen sich laut Fachleuten Hochwasser mit Milliardenschäden in den Stadtzürcher Kreisen 1, 2, 4 und 5 vermeiden.



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