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22.02.2018 Von: Fabio Lüdi

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Zentrum Herrliberg, wo wirst du?


Wohin mit dem Dorfzentrum in Herrliberg? Der neue Richtplan bietet Anhaltspunkte, wo ein künftiges Zentrum entstehen kann. Foto: Fabio Lüdi

Die Forchstrasse durchschneidet Herrliberg und teilt die Gemeinde. Ein eigentliches Dorfzentrum fehlt, vor einem Jahr verwarf der Souverän einen entsprechenden Planungskredit. Bis heute hat sich wenig getan.

Vor einem Jahr hat die Herrliberger Stimmbevölkerung den Plänen einer Zentrumsentwicklung auf der Höhe Forchstrasse und Schulhausstrasse einen Riegel vorgeschoben. Ein wuchtiges Nein begrub damals das Vorhaben der Gemeinde. Abgestimmt wurde über einen Kredit, um die Planung eines Zentrums mit Grossverteiler und die Investorensuche zu ermöglichen.
Bis auf die SVP haben sich damals alle Ortsparteien für das Vorhaben ausgesprochen, trotzdem hat die Nein-Kampagne der Gegner verfangen. Diese befürchteten eine Zunahme des Verkehrs sowie eine ungesunde Konkurrenz für die kleinen Detaillisten.
Die Befürworter hingegen warnten bei einem Urnen-Nein vor einer «Schlafgemeinde» und befürchteten, dass bis auf Jahre hinaus kein neues Entwicklungsprojekt angestossen werden könne. Doch wo steht die Gemeinde heute, ein Jahr nach der verlorenen Abstimmung?

Wenig Zählbares
Im Bereich der Forch- und Schulhausstrasse ist seither natürlich alles beim Alten geblieben. An der Gemeindeversammlung vom letzten Dezember wurde allerdings der neue Richtplan von der Bevölkerung gutgeheissen.
Darin wird unter anderem das Areal, welches damals im Mittelpunkt des Interesses stand und auf dem sich auch die Alterssiedlung befindet, als Teil des Zentrumsgebiets definiert. Bisher ist das eine der einzigen konkreten Entwicklungen im Herrliberger Zentrumsdiskurs.
«Beim sogenannten Zentrumsprojekt ging es eigentlich nur um die schonende Platzierung eines Grossverteilers mitten im Dorf», sagt Gemeindepräsident Walter Wittmer (Gemeindeverein) auf Anfrage. Dieser sollte, versteckt im Boden unter der Alterssiedlung, jene Kundschaft anlocken, die auch gleich das Gebiet darum herum belebt hätte. Mit Blick in die Zukunft meint Wittmer, dass es für künftige solche Projekte vermutlich schwierig werde, einen Grossisten zu finden, da diese ihr Netz nun nach eigener Planung ausbauten.
«Der grösste Teil der Herrliberger Bevölkerung kauft heute bereits ihre Lebensmittel in den Nachbardörfern ein», ist Wittmer zudem überzeugt. Die heutige Pendlergesellschaft störe das wenig.
Als positiv betrachtet der Gemeindepräsident allerdings den Kauf des ehemaligen ZKB-Gebäudes gegenüber der Alterssiedlung. Damit sei ein wichtiges Gebäude gesichert, um die Dorfentwicklung zu steuern. Zudem werde, so Wittmer, die angedachte Zusammenlegung der vier Bushaltestellen (Alterssiedlung, Oberdorfweg, Harzerstrasse, Grundhofstrasse) weiterhin verfolgt.

Vertane Chance
Die SP, die sich einst für den Planungskredit aussprach, glaubt auch heute noch, dass mit dem Urnen- Nein eine Chance vertan wurde. «Es ist eingetreten, was wir befürchtet haben: Stillstand», ist der Herrliberger SP-Co-Präsident, Hans Spuhler, überzeugt.
Dies zeige etwa das zurzeit geschlossene Restaurant des Hotels beim Dorfplatzareal, welches symptomatisch für die Probleme in Zusammenhang mit der Zentrumsentwicklung stehe. Für etwas Belebung des heutigen «kleinen Zentrums» sorge lediglich die ansässige Konditorei, während das im ehemaligen ZKB-Gebäude eingezogene Treuhandbüro dazu keinen Beitrag leisten könne.
«So bleibt nur die Hoffnung, dass sich ein späterer Gemeinderat noch einmal an diese schier unlösbare Aufgabe heranwagt», sagt Spuhler. Dazu, schlägt er vor, könnten die eingereichten Projektvorschläge für die Zentrumsplanung wieder aufgegriffen und, unter Berücksichtigung der geäusserten Einwände, angepasst werden.
Anders sieht das Domenik Ledergerber, Vorstandsmitglied der Herrliberger SVP, der sich bei der damaligen Abstimmung an vorderster Front gegen eine Annahme einsetzte. Für ihn ist klar: «Die Herrliberger empfinden den Standort gegenüber der Alterssiedlung als eigentliches Zentrum.»
Er ist denn auch der Meinung, dass durch raumplanerische Massnahmen Dienstleistungsgewerbe mit viel Laufkundschaft dorthin gelockt werden sollte.
Den Kauf des ehemaligen ZKBGebäudes sieht er als guten Schritt in diese Richtung, und der neue Richtplan sei eine wichtige Grundlage für die künftige Dorfgestaltung, ist Ledergerber überzeugt. «Parallel dazu könnte die Gemeinde bereits Abklärungen für Folgeprojekte treffen », schlägt er vor, und ergänzt: «Dies braucht aber auch viel Geduld und Ausdauer.»



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