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28.02.2018 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Diskussionen, Anregungen und Mut für Arbeitslose


Langzeitarbeitslose drohen in die Sozialhilfe abzurutschen. Foto: ho.

Jede Woche treffen sich Arbeitslose im reformierten Kirchgemeindehaus Oerlikon zum Austausch. Anregung und Motivation erhalten sie durch themenbezogene Referate und Diskussionen. Das Angebot wurde vom Reformierten Stadtverband ins Leben gerufen.

«Ich war damals im Vorstand des Stadtverbands der reformierten Kirche Zürich und hörte von einem Treff für Arbeitslose in Thalwil, der von vielen Stadtzürcherinnen und Stadtzürchern besucht wurde», erzählt Myrta Ruf von den Anfängen des «Treffpunkts für stellenlose Fach- und Führungskräfte», wie er anfänglich genannt wurde. Nach eingehenden Bedürfnisabklärungen beschloss der Stadtverband, einen solchen Treff ins Leben zu rufen.

Das war vor zwölfeinhalb Jahren. Nach der Stauffacherstrasse findet er seit Juli 2017 in Oerlikon statt. Wöchentlich jeweils am Dienstagmorgen treffen sich Stellensuchende im reformierten Kirchgemeindehaus. Zuerst gibt es einen Einstieg zu aktuellen Themen, welche die Besucher beschäftigen. «Die Kurzreferate werden entweder von Externen oder von Teilnehmenden selbst gehalten», sagt Myrta Ruf. «Jeweils am Ende des Treffens bestimmen wir gemeinsam, welches Thema als nächstes an die Reihe kommt.» Anschliessend bleibt genügend Zeit für den Austausch und Diskussionen und auch für Kaffee und Gipfeli. Ziel der Gruppe ist es, einen Ort der Solidarität und des Verstandenwerdens zu finden, um wieder neue Motivation zu schöpfen.

Ein Treffpunkt für alle
Der «Treffpunkt für stellenlose Fach- und Führungskräfte» steht entgegen dem Namen allen Menschen offen, egal, welcher Berufsgattung, Religion oder gesellschaftlicher Schicht sie angehören. «Die Teilnehmenden sind fast alle über 50 Jahre alt, einige sogar über 60», sagt Myrta Ruf. «Obwohl es für sie sehr schwierig ist, noch eine Stelle zu finden, müssen sie sich für das RAV regelmässig bewerben. Die Absagen, die sie erhalten, sind immer wieder niederschmetternd. Einige von ihnen waren früher in Führungspositionen tätig.» Im Treffpunkt erhalten sie wertvolle Informationen, Tipps und nicht zuletzt auch Trost.

«Die Woche vergeht jetzt freudiger, weil ich mich jedes Mal wieder erneut auf den nächsten Dienstag freuen kann», sagt zum Beispiel eine Teilnehmerin. «Die Gruppe unterstützt mich tatsächlich in meinem Anliegen und trägt mich, was ich auch spüren kann. Seit ich regelmässig dabei bin, bin ich motiviert, wieder aktiv eine Stelle zu suchen.» «Manche Arbeitslose kommen mit traurigen Gesichtern zu uns und verlassen uns nach dem Treffen viel aufgestellter», berichtet auch Myrta Ruf. «Das bestärkt uns in unserer Arbeit.» Der kostenlose Treff wird von einem dreiköpfigen Leitungsteam begleitet, darunter ein Psychologe. Die Anzahl der Teilnehmenden ist sehr unterschiedlich. «Der Wechsel bei uns ist gross. In letzter Zeit haben gleich zwölf Personen einen neuen Job gefunden oder eine Weiterbildung angetreten. Für uns als Leiter gibt es natürlich nichts Schöneres, als wenn jemand nicht mehr kommt, weil er wieder Arbeit gefunden hat», sagt Myrta Ruf.

Treff jeweils dienstags von 9 bis 11 Uhr. Ref. Kirchgemeindehaus Oerlikon (ebenerdiger Eingang), Baumackersstrasse 19. www.selbsthilfe-zuerich.ch
selbsthilfe@zh.ref.ch



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