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07.03.2018 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Wahlkreis 1 und 2: CVP ist raus – SVP hält ihre Sitze


Foto: mai.

Die Wahlen waren für die CVP ein Desaster. Sie ist nicht mehr im Gemeinderat vertreten. Im Wahlkreis 1 und 2 ist die SP die stärkste Partei – die FDP hat einen Sitz eingebüsst.

Nach vielen Jahren ist sie nicht mehr im Gemeinderat vertreten: Die CVP hat die 5-Prozent-Hürde in keinem Wahlkreis geschafft. Das trifft auch den langjährigen CVP-Gemeinderat Christian Traber aus dem Wahlkreis 1 und 2. Der Politiker, der insgesamt fast 20 Jahre im Zürcher Parlament sass, ist enttäuscht. Das schlechte Abschneiden seiner Partei sei aber nicht ganz unerwartet gekommen, findet Traber. «Wir waren schon 2014 sehr knapp dran und die CVP liegt grundsätzlich nicht im Trend – auch national.» Vor allem wenn zeitgleich noch Abstimmungen stattfänden, nütze dies zur Mobilisierung der Wählerinnen und Wähler vor allem anderen Parteien.

Ob er in vier Jahren nochmals antreten werde, lässt Traber zwar offen, sagt aber, «ich befinde mich schon im Herbst meiner politischen Karriere». Er möchte nun seinen neuen Freiraum geniessen. Trotzdem stehe er seiner Partei zur Verfügung und werde sich weiterhin als Präsident des Quartiervereins Leimbach engagieren.

Nielsen-Effekt falsch eingeschätzt
Die SVP konnte hingegen ihre zwei Sitze verteidigen. Dubravko Sinovcic sowie Carmen Señorán dürfen weiterhin im Zürcher Parlament politisieren. Für Ueli Bamert, Präsident der SVP 1 und 2, ist klar: «Als Kreisparteipräsident bin ich zufrieden.» Es habe für beide bisherigen Kandidaten gereicht – trotz Rückgang beim Wähleranteil. Als städtischer Wahlkampfleiter der SVP zeigt sich Bamert jedoch enttäuscht. Den Claudia-Nielsen-Effekt habe man völlig falsch eingeschätzt. Bamert: «Statt dass es der SP geschadet hat, hat es die Anhänger der Partei sogar mobilisiert.» Zusätzlich habe wohl die No-Billag-Abstimmung dazu geführt, dass mehr linke Wähler an die Urne gegangen seien, vermutet Bamert. «Wir müssen uns aber auch fragen, ob wir die richtigen Themen im Wahlkampf gesetzt haben.» Trotzdem betont er: «Die SVP darf sich inhaltlich nicht verbiegen.» Es bringe nichts, beispielsweise plötzlich sozialen Wohnungsbau zu fordern; dies wäre unglaubwürdig.

Einen Sitz im Wahlkreis 1 und 2 verloren hat die FDP. Während Martin Bürki und Michael Schmid wiedergewählt wurden, hat es Christoph Luchsinger nicht geschafft. «Ich bin natürlich enttäuscht. Wir haben im Wahlkampf Vollgas gegeben», sagt Luchsinger. Als Dritter auf der FDP-Liste sei er Wackelkandidat gewesen. Jetzt wolle er sich wieder stärker auf sein Unternehmen konzentrieren. «Ich stehe der FDP aber weiterhin zur Verfügung», betont Luchsinger. Beispielsweise für den Kantonsrat – so die Partei es auch so wolle. Dort finden die Wahlen im März nächsten Jahres statt.

SP: «Vom Ausmass überrascht»
Grosse Sieger der Gemeinderatswahlen sind die Grünen und die SP. Sie holten im Kreis 1 und 2 jeweils einen weiteren Sitz. Die SP hat damit vier Gemeinderäte und ist in der Altstadt, Enge, Leimbach und Wollishofen erneut die stärkste Partei. Die wiedergewählte SP-Gemeinderätin Renate Fischer freut sich sehr über das Resultat, «vom Ausmass waren wir aber alle überrascht». Die Gründe für den Erfolg sieht sie weniger in einem Nielsen-Effekt als im sehr intensiv geführten Wahlkampf. Fischer: «Ich habe den Eindruck, einige Zürcherinnen und Zürcher haben nicht goutiert, dass die Arbeit des Stadtrats im Wahlkampf schlechtgemacht wurde.»



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