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08.03.2018 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Die Küsnachter Knutschkugel fährt auf die grosse Bühne in Genf


Oliver Ouboter in einem Vorserienmodell des Microlino: Ein Sonnendach soll im Sommer für Cabrio-Feeling sorgen. Ab heute wird das Elektroauto aus Küsnacht am Autosalon Genf präsentiert. Foto: Annina Just

Auf den Strassen ist es noch nicht unterwegs, und trotzdem bereits zum zweiten Mal am Auto-Salon in Genf: Das Elektroauto Microlino aus Küsnacht.

Der Auto-Salon 2016 war sozusagen die Geburtsstunde des ultrakleinen Elektrofahrzeugs Microlino»aus dem Haus Micro Mobility Systems AG. Damals war das Unternehmen aus Küsnacht mit dem ersten Prototypen am Genfer Autoshow vertreten. Die elektrisch betriebene Nachfolge der legendären Isetta von Iso Rivolat aus den 50er-Jahren war eigentlich eher als PR-Gag für das Mobility-Unternehmen gedacht. Doch das Kleinfahrzeug begeisterte auf Anhieb: Über 500 Bestellungen gingen ein – und so beschloss Firmengründer Wim Ouboter, der das Projekt zusammen mit seinen Söhne Oliver und Merlin lanciert hatte, den elektrobetriebenen Zweiplätzer tatsächlich zu produzieren.

Bereits 5500 Autos bestellt
«Damals waren wir bei 5 Prozent, heute bei 95 Prozent», beschreibt Oliver Ouboter die Entwicklung seit 2016. Inzwischen wurde das Design nochmals optimiert und Anpassungen zugunsten von Sicherheit, Kostenstruktur und Regulationsvorschriften vorgenommen.
Für die Produktion hat die Firma Micro, die sich bis anhin mit der Produktion von Mini-Scootern einen Namen gemacht hatte, eine Zusammenarbeit mit dem italienischen Elektrofahrzeugbauer Tazzari lanciert. Im Januar präsentierte sie in Zürich erstmals das Vorserienmodell – und die Bestellzahlen schossen erneut in die Höhe. Inzwischen seien es über 5500 Reservierungen, verrät Oliver Ouboter bei einem Besuch am Firmensitz in Küsnacht. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge ist in den nächsten Monaten geplant, insgesamt sollen im 2018 300 bis 400 Microlino in den Verkehr kommen. Eingelöst wird das Kleinfahrzeug in der Kategorie «L7E», die Fahrzeuge bezeichnet, die «eine Mischung zwischen Töff und Auto» darstellen, erklärt Ouboter jr.
Mit seiner Kleinräumigkeit soll der Microlino vor allem auch die akute Parkplatznot in Städten lösen: Dank einer Länge von nur 2,5 Metern kann man mit ihm querparkieren «und dank der Fronttür bequem auf den Gehsteig aussteigen», so Ouboter.

«Das, was man wirklich braucht»
Mit nur 450 Kilogramm Leergewicht ist der Microlino etwa halb so schwer wie ein Smart und hat einen dementsprechend tiefen Energiebedarf – sowohl im Betrieb wie auch für die Herstellung der Batterie. Die kleinere Version hat eine Reichweite von 120 , die grössere von 215 Kilometern. Die Ladezeiten betragen an einer gewöhnlichen 2-kW-Steckdose vier respektive sechs Stunden. Auch sonst ist die Neuauflage der sogenannten «Knutschkugel », wie die Isetta gerne genannt wurde, auf das Minimum reduziert. «Es geht uns darum, ein Fahrzeug auf das zu beschränken, was man wirklich braucht», hält Ouboter jr. fest. Schliesslich würden 95 Prozent aller Autofahrten eine Strecke von rund 30 Kilometern beinhalten und hätten eine Belegung von ein bis zwei Personen. Genau für diese Nutzung sei der Microlino ideal, meint der Ouboter- Spross. Zu haben ist der Kleinwagen für gut 13 000 Franken.
Vorerst steht aber die nächste Prüfung auf der grossen Bühne an: Vom 8. bis 18. März ist das Elektroauto am Auto-Salon Genf zu sehen – und diesmal soll die «Knutschkugel» mehr als ein PR-Gag sein.



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