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08.03.2018 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Küsnachter Gewerbler stimmen sich auf die Wahlen ein


Das Bläser-Quartett «Fanfare Terrible» um den Küsnachter Christian Meier, (l.) war für einen musikalisch hochstehenden Abschluss der feierlichen GV im Sonnensaal besorgt. Foto: Annina Just

Die kommunalen Wahlen, ein Minus in der Kasse und ein Präsident, der endlich einen Nachfolger finden will, waren die Themen, die die 163. Generalversammlung des Gewerbevereins Küsnacht beschäftigte.

Das Kalbsfilet im Bärlauchmantel und die lüpfigen Klänge des Blechbläserquartetts «Fanfare Terrible» mussten verdient sein: Fast zwei Stunden dauerte der offizielle Teil der 163. Generalversammlung des Küsnachter Gewerbevereins. Zum Einstieg gedachte ein sichtlich gerührter Präsident Martin Schneider den verstorbenen Mitgliedern Chrigel Wyder, Franz J. Stoffer, Gottlieb Wälti und Hannes Frehner. «Mit diesem Kapitel habe ich am meisten Mühe, denn zu allen hatte man irgendeine Beziehung», erklärte er seine Emotionen und bat die Anwesenden um eine Gedenkminute.

Neuer Dienstleistungschef
Danach ging es zu einem Thema, dass «Schneidi» ebenfalls sehr am Herzen liegt: Die Gewerbezeitung «Dorfpost». Dem genehmigten Budget 2017 entsprechend präsentierte der Verein zum zweiten Mal in Folge an der Generalversammlung einen Verlust: War es im Vorjahr noch ein Minus von 1 700 Franken, betrug dieses im 2017 rund 5 600 Franken. Dafür verantwortlich ist in erster Linie die Situation der monatlich erscheinenden Zeitung. Mit einem ausgewiesenen Verlust von 11 000 Franken belastet die Dorfpost die Vereinskasse. Weil aber dank dieser in früheren Jahren überhaupt erst das grosse Vereinsvermögen aufgebaut werden konnte, sieht der Verein noch keinen Grund, die Notbremse zu ziehen, so die Erklärung von Finanzobmann Thomas Fisler: «Wir hoffen auf eine Trendwende und falls diese noch nicht kommt, lösen die in den guten Jahren extra hierfür gebildeten Rücklagen teilweise auf», erklärte er. Von diesen Rücklagen wurden dieses Jahr 6 500 Franken aufgelöst. 5 000 wurden für die Dorfpost und 1 500 wurden für die Finanzierung von Abstimmungskampagnen im 2017 verwendet. Damit schrumpft das Vereinsvermögen nach Abschluss der Rechnung 2017 auf gut 128 000 Franken. Für das nächste Jahr budgetiert der Verein ein Defizit von 6 700 Franken.
Ansonsten gab es aber durchaus auch «good News»: «Gewerblich betrachtet, war 2017 kein schlechtes Jahr», hielt Schneider in seinem Jahresbericht fest. Und auch bezüglich Personalien: Er hat zwar noch immer keinen Nachfolger gefunden – die erste Rücktrittsankündigung als Präsident äusserte der SVP-Gemeinderat schon vor drei Jahren, liess sich ein Jahr später mangels Nachfolge aber nochmals für zwei Jahre wählen –, doch immerhin konnte das vakante Amt des Dienstleistungschefs besetzt werden. Der Ur-Küsnachter Cyrill Göldi, der im Familienbetrieb «ggm + Partner» arbeitet, darf nach einstimmiger Wahl die Nachfolge von Lorenzo Senese antreten. Dieser war letztes Jahr zurückgetreten.
Betreffend Präsidium bat Schneider die Anwesenden, Personen aus dem Bekanntenkreis zu motivieren. «Es gibt wirklich nicht so viel zu tun», meinte der 69-Jährige mit leicht scherzhaften Unterton. Er selber habe schon so viele Leute gefragt, dass er dies nun unterlassen werde.
In seinem Jahresbericht verzichtete Schneider hingegen nicht darauf, nochmals Bedauern über die Ablehnung des Projekts Zentrumsentwicklung zu äussern. «Das Dorf und das Gewerbe bringt es nicht weiter. Irgendwann kommt die Baustelle sowieso», meinte er. Um die Attraktivität des Gewerbes im Dorf zu steigern, wurde inzwischen eine Arbeitsgruppe gebildet. Dies liess Detaillistenobmann Andreas Eugster in einem kurzen Update aus seiner Abteilung verlauten. Beschlossen ist die Sommeraktion «Zweierbänkli »: Teilnehmende Geschäfte sollen je ein Holzbänkli individuell gestalten und damit für ihr Unternehmen werben.

Holzbänkli-Aktion im Sommer
Lobende Erwähnung fand besonders auch der Chilbi-Lunch, der sich nach nur zweimaliger Durchführung bereits sehr gut etabliert habe. Ausserdem wird am 26. Mai das beliebte «Chinderfest » durchgeführt und das Boccia- Turnier, das Gemeindeschiessen und der Sonntagsverkauf stehen auch im 164. Vereinsjahr auf der Agenda.
Schliesslich nutzten die anwesenden Politiker den Anlass, um im Hinblick auf die kommunalen Wahlen die Werbetrommel zu rühren. Finanzvorsteherin Ursula Gross Leemann, die die gemeinderätlichen Grussworte überbrachte, rief dazu auf, die beiden «gewerblichen» Vertreter Martin Schneider und Ueli Schlumpf erneut zu wählen. Sie würden sich für gute Bedingungen für das Gewerbe einsetzten. Ausserdem dankte sie den Gewerblern für ihr Engagement. «Das Angebot, das sie bieten, macht Küsnacht attraktiv », so die abtretende Finanzvorsteherin.
Ueli Schlumpf erklärte im Anschluss, das der Fokus des nächsten Politjahres auf der Zusammenführung der politischen Gemeinde und der Schulgemeinde zur Einheitsgemeinde liege. «Das wird ein grösserer Brocken, und auch hier soll die Stimme des Gewerbes wahrgenommen werden », so der Gemeinderat in einem gewohnt lockeren und gut gelaunten Auftritt. Ausserdem bot er einen Ausblick auf die nächste Gemeindeversammlung vom 18. Juni. Die Abstimmung über die Tobelbrücke sowie über einen Projektierungskredit für die KEK-Sanierung seien von grosser Tragweite, betonte der Liegenschaftenvorsteher.
Ein Votum, das für einige Gewerbetreibende von Interesse sein könnte, hielt auch Roman Crivelli von der sozialtherapeutischen Institution Freihof. Er erinnerte daran, dass der Freihof immer wieder Unternehmen sucht, die eine Anschlusslösung für Freihof-Klienten anbieten können. Interessierte sollen sich bei ihm melden.
Schliesslich stellte Präsident Schneider das Datum der nächsten GV zur Debatte. Weil er immer wieder zu hören bekomme, ein Samstag sei ungünstig, stellte er einen Freitag und einen Samstag als Datum für die GV 2019 zur Auswahl Das Verdikt war eindeutig: Mit nur zwei Gegenstimmen votierten die Anwesenden für den Samstag.
Damit kann man sich schon jetzt auf die nächste Versammlung in feierlicher Atmosphäre freuen: Der Sonnensaal ist für den Samstag, 2. März 2019 reserviert.



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