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14.03.2018 Von: Christina Brändli

Züriberg

Kirchgemeinde ehrt «gute Nachbarn»


Sie standen hinter dem Anlass (von links): Beatrice Marqués, Glücksfee, Christoph Strebel, Pfarrer, Rita Luchs, Küchenfee, Gilles Buob und Lili Kämpf als Vertreter der Servicecrew, Brigitte Kämpf, Roland Gisler und Gabriela Blass. Kämpf, Gisler, Strebel und Blass hatten die Idee zu der Wahl. Foto: Christina Brändli

Der gemeinschaftliche Gedanke war es, der kürzlich im Rahmen eines Nachbarschaftsfests im Kirchgemeindehaus Balgrist hochgehalten wurde.

Der Saal im Kirchgemeindehaus Balgrist ist gut gefüllt, überall plätschern Gespräche, und eine gewisse vorfreudige Spannung liegt in der Luft. Man hat sich an diesem Freitagabend nicht nur zu einem gemütlichen Zusammensein bei Spaghetti und leckerem Dessert getroffen, sondern zu einer ganz speziellen Wahl. Roland Gisler, Sozialdiakon der Kirchgemeinde Balgrist, erklärt: «Heute Abend werden wir den Titel ‹Nachbar des Jahres› vergeben. Die Idee dazu entstand aus der Überlegung heraus, dass das nachbarschaftliche Miteinander viel zu wenig geschätzt wird.»

Vielseitige Nachbarschaftspflege
Im Vorfeld zum heutigen Abend konnten Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers ihre Nominationen für den «Nachbar des Jahres» bei der Kirchgemeinde einreichen. Die Nominierten haben alle etwas gemeinsam, sie engagieren sich in besonderem Mass für ihre Mitmenschen im Quartier. Nominiert werden konnten Einzelpersonen oder Institutionen aus dem Quartier. Rund 70 Personen wurden vorgeschlagen. Nach Abzug der Mehrfachnominierungen bleiben stolze 50 Personen und Institutionen übrig. Sie alle wurden persönlich über Ihre Wahl informiert und zum heutigen Fest eingeladen. Weshalb sie für den Titel empfohlen wurden, können die meisten nur erahnen.
Darunter auch Beatrice Marqués, die sich sehr über ihre Nomination freut: «Ich wurde von lieben Menschen nominiert und freue mich sehr, dass ich wahrgenommen werde», sagt die Junggebliebene bescheiden. Auch verrät sie strahlend, dass sie als Glücksfee des Abends den Gewinner ermitteln darf.
Auch Heidi Metzner und Judith Brandes wurden von Quartierbewohnerinnen und -bewohnern für den Titel benannt. Erfahren haben sie davon durch die Einladung zum heutigen Fest. Nachgefragt, warum sie nominiert sind, haben sie nicht: «Wir dachten, wir haben heute einfach einen tollen Abend zusammen», lachen die beiden Frauen. Eigentlich sei es für sie aber klar, warum sie heute hier sind, die beiden leiten das Kleinkindersingen und sind so ein wichtiger Kontaktpunkt für Eltern im Quartier.

Fünf werden vorgestellt
Um die grosse Bandbreite der nachbarschaftlichen Einsätze sichtbar zu machen, wählte eine Jury fünf Personen aus, die heute persönlich vorgestellt werden und somit stellvertretend für eine Gruppe von Nominierten stehen. Aus diesen fünf Personen wird als Höhepunkt des Abends der Gewinner des Titels «Nachbar des Jahres» ausgelost.
Da ist zum einen Beryl Niedermann, die für alle Mütter und Väter steht, die sich gegenseitig mit Mittagstischen, Kinderhüte-Diensten und vielem mehr unterstützen. Marco Jäger vertritt als Schulleiter der Schule Balgrist alle Lehrer, die den Kindern im Quartier Wissen vermitteln. Auch Daniela Caminada stellt ihr Knowhow, wie viele andere, für die Kirchgemeinde und die Menschen im Quartier zur Verfügung. Sie bereicherte mit ihren Kindergartenkindern schon manchen Anlass. Anneliese Städeli steht für alle Frauen, die sich unermüdlich und mit voller Kraft für die Mitmenschen im Quartier einsetzen und schon für so manchen eine Stütze waren. Stellvertretend für alle Geschäftsinhaber vom Quartier Balgrist wurde Walter Reimann ausgewählt. Die Buchhandlung Hirslanden, die Walter und Eva Reimann betreiben, ist für viele Bewohner ein wichtiger Treffpunkt und bringt Kultur ins Quartier.
Pfarrer Christoph Streben erläutert, wie die Wahl ablaufen wird: «Eigentlich sind wir alle Gewinner, da wir eine so tolle Nachbarschaft haben. Wir wollten keine Leistungen abwägen und gute Taten in Konkurrenz stellen. Somit wird letztlich ein Glücksrad entscheiden, wem der Titel ‹Nachbar des Jahres› verliehen wird.»

Spenden für den Grillplatz
Die Kirchgemeinde Balgrist sammelt am heutigen Abend Spenden, die dann ihrem direkten Nachbarn, dem Mathilde-Escher-Heim, zugutekommen. Das Mathilde-Escher-Heim ist heute Gast und wird das Geld für den Bau eines Grillplatzes verwenden, für den die Mittel sonst nicht reichen.
Der Abend ist am Höhepunkt angekommen. Niedermann, Jäger, Städeli, Caminada und Reimann stehen vor der Bühne, auf der nun Glücksfee Beatrice Marqués das Glücksrad in Bewegung setzt. Die symbolische Wahl gewinnt Walter Reimann. Der nun gewonnene Titel als «Nachbar des Jahres» bedeutet ihm jedoch weniger als die Nomination an sich: «Ich freue mich sehr, dass ich nominiert wurde, habe aber nicht damit gerechnet. Andere leisten im Quartier noch viel mehr», meint er.
Das familiäre Gefühl und der grosse Zusammenhalt der Kirchgemeinde Balgrist sind omnipräsent. Nicht nur Walter Reimann geht als Gewinner nach Hause. Jeder der Anwesenden weiss um sein Glück, Teil einer grossartigen Nachbarschaft zu sein.



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