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21.03.2018 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Das Bett der Stirnimaas ist voll


Oh Schreck: Der spätjunge Gigolo Walti Däschler (Hansjörg Grossert) überrascht Johanna Stirnimaa (Katja Grob) im Bett. Eigentlich hätte dort sein Date Linda Läubli auf ihn warten sollen. Foto: Pascal Wiederkehr

Viel unbefriedigte Sehnsucht und eine übervolle Wohnung an der Albisstrasse machen das Liebeschaos perfekt. Mit dem Stück «Hät’s no Platz Frau Stirnimaa» sorgt das Theater Adliswil für Lacher.

Müsste man die Schuldigen finden, wäre es einfach, mit dem Finger auf Linda Läubli (Gerda Jäggli) und Heini Läubli (Hansjörg Schaller) zu zeigen. Um ihrem Mann Heini eins auszuwischen, hat Linda die grandiose Idee, die Wohnung der befreundeten Stirnimaas für ein Liebesabenteuer mit dem gealterten Lebemann Walti Däschler (Hansjörg Grossert) auszuborgen. Ihr Mann Heini betreibt nämlich mit Urs Stirnimaa (Reto Rapold) einen Verlag für Kinderbücher. Dieser läuft nur mässig gut, vor allem weil Heini Läubli seine Zeit lieber mit jungen Damen verbringt, statt sich ums Verlagsgeschäft zu kümmern.

Die schweizerdeutsche Fassung der Komödie mit dem Originaltitel «Wie wär’s denn, Mrs. Markham?» («Move over, Mrs. Markham») von den Autoren Ray Cooney und John Chapman stammt aus der Feder des Adliswilers Kamil Krejcí. Es wirft mit anrüchigen Anspielungen nur so um sich. Gerade bei den humorvollen Stellen spielen die Darstellerinnen und Darsteller ihre Stärken aus. Wenn Johanna Stirnimaa (Katja Grob) ihren Urs – «Schnubeli» – zu beruhigen versucht, während dieser gerade alle Contenance verliert, oder Linda Läubli nur mit Tee richtig in Fahrt kommt, muss man unweigerlich lachen.

Unter der Decke verstecken
Das Stück «Hät’s no Platz Frau Stirnimaa» der Regisseurin Brigitte Schmidlin, das aktuell in der Adliswiler Kulturschachtle gezeigt wird, sorgt für gute Laune, manchmal aber für ein Stirnrunzeln, wenn etwas gar viel Chaos auf der Bühne ausgebrochen ist. Gerade nach der Pause nimmt die Komödie richtig Tempo auf. Die witzigen Versteckspiele, wenn wieder eine andere Dame oder ein anderer Herr im Schrank verschwindet oder sich unter der Decke des Ehebetts versteckt, sind der treibende Motor. Doch zurück zur Geschichte: Im Gegensatz zu Heini und Linda Läubli ist Urs Stirnimaa seit 15 Jahren glücklich mit Johanna verheiratet – vermeintlich. Denn im Bett läuft es nicht mehr so rund. Der Kinderbuchverleger Urs habe halt nach dem Lesen von Büchern wie «Harry die Hornisse» keine Lust mehr auf Blümchen und Bienchen, klagt Johanna. Weil Urs und Johanna eine Einladung für den Verlegerball erhalten, möchte Heini die Gunst der Stunde nutzen, um mit seiner neusten Eroberung, der Stimme von der Telefonzentrale (Sira Blättler), auf ein Date zu gehen. Auch er hat im Sinn, die freie Wohnung der Stirnimaas als Liebesnest zu missbrauchen.

Drittes Paar will ins Bett

Als Urs Stirnimaa einen Liebesbrief findet, ist das Liebeschaos perfekt. Er verdächtigt seine Frau einer Affäre mit dem Innenarchitekten Livio Sprüngli (Matthias Disler), der seit drei Monaten die Wohnung an der Albisstrasse renovieren soll. Auch dessen Hormone spielen verrückt. Er hat ein Auge auf Au-pair Sylvia Hauser (Nicole Winkler) geworfen und plant, das Ehebett der Stirnimaas für seine Zwecke zu benutzen. Dann taucht plötzlich die prüde Frau Howald (Monika Mayer) auf, berühmt berüchtigte Autorin der «Wau Wau»-Bücher, und möchte noch am selben Abend einen Vertrag für ihr nächstes Buch abschliessen. Grund dafür: Ihre gefühlt tausend Hunde warten zuhause im Appenzell auf ihre Besitzerin. Auf der Bühne geht das Theater nun richtig los und das Ehebett ist gleich mehrfach belegt. Oder wie es Urs Stirnimaa, der im unteren Stock des Hauses sein Büro hat, so schön beschreibt: «Unten rumpelt das Stiltzli, oben stiltzt er mit seinem Rumpel.»

Weitere Aufführungen und Tickets: www.theater-adliswil.ch



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