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22.03.2018 Von: Annina Just

Küsnachter Amtlich, Küsnachter

«Junger Genoni» bewachte Küsnachter Tor


Stets den Puck im Blick: Marc Mader war für den SCK ein enorm wichtiger Rückhalt. Foto: Mauricette Schnider

Mit dem Vorstoss ins Playoff-Halbfinale gelang dem 2.-Liga-Team des SC Küsnacht ein hervorragendes Saisonfinale. Der Erfolg gründet unter anderem auf einer Verjüngung der Mannschaft. Zu den neuen Teamstützen gehört auch der junge Torhüter Marc Mader.

 

Im weissen Hemd und glatt rasiert erscheint der junge Hockey-Goalie Marc Mader zum Termin mit dem «Küsnachter». Sein Auftritt hat wenig gemein mit den bärtigen und zum Teil zahnlosen Playoff-Gesichtern, die man zurzeit im TV sieht: Mader ist äusserlich alles andere als ein typischer Eishockey-Haudegen und drückt sich für einen 20-Jährigen beeindruckend reflektiert und gewählt aus.

Doch der junge Torhüter war für den SC Küsnacht schon ein entscheidender Rückhalt in den drei Playoff-Serien, die letzte Woche mit der Halbfinal-Niederlage gegen Rheintal zu Ende gingen. Bezeichnend dafür sind seine Leistungen in der jeweils fünften Partie, sowohl in der Serie gegen Wallisellen wie auch gegen Illnau-Effretikon. Einmal durfte er einen Shutout – also ein Spiel ohne Gegentor – feiern, beim zweiten Mal parierte er im Penaltyschiessen alle fünf Schüsse. Auf diese Glanztaten angesprochen, entgegnet er bescheiden, dass ihn das selber sehr überrascht habe. Vor allem die beiden Shutouts (auch eines auswärts gegen Illnau-Effretikon), «denn es waren ja keine schwachen Gegner». In der Tat, sowohl Wallisellen wie auch Illnau-Effretikon waren in der Qualifikation vor Küsnacht klassiert und galten als Favoriten.

«Es stimmt alles»

Mader hat die GCK/ZSC-Nachwuchsorganisation durchlaufen und ist Anfang der Saison 2017/18 – nach einem einjährigen Abstecher zum EHC Bülach – zum 2.-Liga-Team des SC Küsnacht gestossen. Gleichzeitig haben noch sieben Feldspieler aus der gemeinsamen ZSC/GCK-Nachwuchsabteilung sowie drei etwas ältere Rückkehrer das Küsnachter Team verstärkt. «Anfang Saison mussten wir noch zusammenfinden. Dass wir uns dann aber die Playoffs erkämpft haben und zum Ende der Qualifikation noch eine Siegesserie hinlegen konnten, hat uns als Team zusammengeschweisst», erzählt Mader. Überhaupt sei die Stimmung im Team ausgezeichnet, etwas, das ihm heute besonders wichtig sei. «Ich hatte mal eine Zeit, in der ich mich fragte, ob mir Eishockey überhaupt noch Spass bereitet», sagt der Sportler aus Binz bei Mauer. Der Wechsel zu Küsnacht sei aber definitiv die richtige Entscheidung gewesen. «Momentan stimmt alles, das Team, der Weg und der Aufwand», so Mader. Auch wenn in Küsnacht Eishockey auf Amateur-Niveau gespielt wird, standen die SCK-Spieler in den Playoffs praktisch jeden Tag auf dem Eis. Mader: «Eigentlich war einzig der Sonntag frei, aber ich bin es mir ja von früher gewohnt.» Trotzdem freue er sich, nun wieder freie Abend vor sich zu haben.

Mader hat zwar die Kunst- und Sportschule Zürich besucht, sich danach aber für eine «normale» KV-Lehre und gegen eine Sportlerlehre entschieden. «Vielleicht habe ich schon damals gespürt, dass es nicht nur Eishockey geben wird für mich», sagt er rückblickend. Es sei zwar eine harte Zeit gewesen, aber irgendwie sei es gelungen, Schule, Arbeit und Sport unter einen Hut zu bringen. Heute arbeitet er in einem Immobilienbüro und bezeichnet den Sport als idealen Ausgleich zur Arbeit.

Mit über 40 Spielern gesprochen

Wie SCK-Trainer Daniel Keller erzählt, war es das erste Mal, dass der Verein gleich so viele Spieler aus der GCK/ZSC-Nachwuchsabteilung verpflichten respektive zurückholen konnte. Viele von ihnen hatten während ihrer Juniorenzeit bis zu zweimal täglich trainiert und zeitweise voll auf die Karte Eishockey gesetzt. «Natürlich schaffen es nur die wenigsten zum Profi, doch viele wollen danach in die 1. Liga, wo sie noch etwas Geld verdienen können», erklärt der SCK-Trainer. Er habe im Sommer mit etwa 40 Spielern Kontakt gehabt. Dank viel Überzeugungsarbeit habe es dann bei knapp einem Dutzend Spielern geklappt, sie nach Küsnacht zu holen. «Das eine hat dann das andere ergeben», so Keller. Weil der Verein eine deutliche Verjüngung anstrebte, habe er den jungen Sportlern viel Verantwortung und Eiszeit in Aussicht stellen können. Ein wichtiges Mosaiksteinchen zur erfolgreichen Saison sei auch Captain und Leitwolf Marc Wüst, der nach zehn Jahren in Dübendorf wieder auf die KEK zurückgekehrt ist. Keller: «Er ist ein Leader und trägt viel zur Integration der jungen Spieler bei.»

Trotz der erfolgreichen Saison ist für den SCK-Chefcoach ein Aufstieg (noch) kein Thema. «Darüber kann man vielleicht sprechen, wenn wir diese Leistung in zwei bis drei aufeinanderfolgenden Saisons zeigen», hält der 37-Jährige fest. Für die nächste Saison hoffe er, sein Team nochmals punktuell verstärken und dann die diesjährige Erfolgsaison bestätigen zu können.

Auf dem Torhüterposten ist dies wohl nicht notwendig – für seinen jungen Goalie hat Keller nur lobende Worte übrig: «Er strahlt eine bemerkenswerte Ruhe aus, kann Fehler wegstecken und sich sehr schnell wieder neu fokussieren.» Er habe der Mannschaft dadurch eine enorme Sicherheit und Ruhe und so überhaupt auch die Chance zum Siegen gegeben. Keller wagt gar einen Vergleich zu einem der ganz grossen Eishockey-Torhüter: «Fast wie ein junger Genoni», meint er augenzwinkernd.

Marc Mader selber sieht seiner weiteren Eishockey-Laufbahn gelassen entgegen. Momentan sei ein Wechsel kein Thema. «Ich würde es mir wohl anhören, wenn jemand auf mich zukommen würde. Einfach weil ich der Meinung bin, dass man gegenüber jedem Angebot ein offenes Ohr haben sollte. Doch einen Anlass zum Wechseln habe ich momentan wirklich nicht.»



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