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28.03.2018 Von: Pascal Wiederkehr

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Panama muss noch schöner werden


Endlich einmal die eigene Meinung sagen: Im Stück «Panama» wird Kritik daran geübt, dass die Jungen zu wenig Position beziehen und lieber über Instagram-Filter diskutieren statt zu handeln. Foto: Pascal Wiederkehr

Eigentlich geht es uns allen gut – und wenn nicht, dann traut sich keiner, Position zu beziehen. Das Stück des Kollektivs Tempofoif dreht sich um die Suche nach dem Ort, wo es eigentlich am schönsten ist: Panama.

«Oh, wie schön ist Panama»: Wer kennt die herzige Geschichte rund um den kleinen Tiger und den kleinen Bären von Janosch nicht. Der kleine Bär schnuppert an einer Bananenkiste mit der Aufschrift Panama und beschliesst, dass dies der Ort seiner Träume ist. Tiger und Bär wandern los und kommen am Ende wieder dort an, wo sie gestartet sind – frei nach dem Spruch «Zuhause ist es doch am schönsten».

Auch im neuen Stück des Kollektivs Tempofoif geht es um Panama. Doch im Gegensatz zum berühmten Kinderbuch ist es zuhause nicht am schönsten. «Wir suchen nach einem Ort, wo alles besser ist», erzählt Laura Leupi, die gemeinsam mit Hélène Hüsler Regie führt. Ein Ort ohne Neonazis, wo Lohngleichheit herrscht und das Studieren weniger auf das Sammeln von Punkten ausgerichtet ist. Quasi das Land, in dem Milch und Honig fliessen, es aber nach Bananen riecht. Das Ziel: Ergründen, was es braucht, damit es besser wird.

Die Millennials, die Generation, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurde, würden sich zu sehr um ihr Wohlbefinden kümmern. «Unsere Generation traut sich nicht mehr, eine Meinung zu haben», urteilt Hüsler. Jeder und jede wage sich nur mit zynischer Distanz an schwierige Themen heran. Gründe: das Handy, Social Media und Leistungsdruck. «Wir kennen noch eine Kindheit ohne Smartphone, doch gefühlt war Facebook schon während meiner ganzen Pubertät präsent», erinnert sich die 21-jährige Leupi. Was einmal auf Facebook oder Twitter gepostet wurde, sehen alle, und man müsse dahinterstehen, was vielen schwerfalle.

Bereits viel Erfahrung gesammelt
Beide Regisseurinnen sind in Wollishofen – «fast nebeneinander» – aufgewachsen, hätten aber aneinander vorbeigelebt. Kennen gelernt haben sie sich erst im Studium. Sie konnten trotz ihrem Alter schon viel Erfahrung im Theaterbereich sammeln. Hüsler spielte beispielsweise letztes Jahr im Stück «Die Wilden Schweizer» mit, das im «Miller’s» aufgeführt wurde. Sie hat zudem verschiedene Filmprojekte umgesetzt. Die 22-Jährige ist Studentin für Populäre Kulturen, Filmwissenschaft und Umweltwissenschaften. Laura Leupi studiert Germanistik und Populäre Kulturen und sieht ihre Zukunft im Bereich Theaterpädagogik oder Regie. Sie ist aktuell Co-Leiterin «Jugendtheater» im Kindertheater Purpur.
Wieder zurück zum Stück: In «Panama» spielen sechs junge Schauspielerinnen und ein Schauspieler mit. Sie sind Laiendarsteller, einige mit mehr, andere mit weniger Erfahrung. Seit letztem November wird einmal in der Woche in der Photobastei im Kreis 5 geprobt. Beim Probebesuch scheinen die Regisseurinnen noch nicht mit jedem Detail zufrieden und versuchen, alles aus den Darstellenden herauszuholen. «Das ist mir egal, ob das schwierig ist», ruft Hélène Hüsler zwischendurch lachend. Da auch improvisiert wird, soll jede Aufführung auf eine gewisse Art einzigartig werden.

Das Kollektiv Tempofoif wurde 2016 gegründet, seit letztem Jahr gibt es zusätzlich einen Verein, der den rechtlichen Rahmen bildet. Das Stück «Panama» wird finanziell durch das Migros Kulturprozent und die Kulturstelle des Verbands der Studierenden an der ETH (VSETH) unterstützt. Am 5. April feiert Panama Premiere im «Keller 62» an der Rämistrasse, danach folgen Ende April Auftritte im Theater Winkel in Luzern. Die letzte Aufführung findet am 5. Mai im «Miller’s» beim Tiefenbrunnen statt.

Nächstes Projekt ist in Planung
Nach der Derniere geht es für das Kollektiv Schlag auf Schlag weiter: «Als Nächstes ist ein Kindertheater geplant», sagt Leupi. Frühster Probetermin wäre dann August, die Vorstellungen würden jedoch erst 2019 stattfinden. Ausserdem ist laut Hüsler wieder ein Film geplant.



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