Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
28.03.2018
Zürich 2, Zürich Nord, Zürich West, Züriberg

Zwei ZSC-Cracks fiebern aufs Playoff-Heimspiel gegen den SCB


Der 27-jährige Reto Schäppi (l.) hat mit den ZSC Lions bereits zwei Meistertitel geholt, Marco Miranda ist die Neuentdeckung dieser Saison.

Morgen Donnerstag spielen die ZSC Lions daheim gegen den SC Bern. Im Interview sprechen die Eigengewächse Reto Schäppi (27) und Marco Miranda (19) über das neue Selbstvertrauen, die Playoffs und Nervosität.

Reto Schäppi, nach einer durchzogenen Saison habt ihr euch in den Playoffs überraschend gegen den EV Zug durchgesetzt. War der knappe 5:4 Sieg im zweiten Playoff-Spiel die Schüsselszene?
Nein, es hat schon viel früher angefangen. Seit dem Trainerwechsel (Hans Kossmann ersetzte Ende Dezember den Schweden Hans Wallson, Anmerkung der Redaktion) haben wir dieses Hockey gepflegt. Jetzt hat zum richtigen Zeitpunkt alles zusammengepasst.
Hat euer Selbstvertrauen nie gelitten?
Doch sicher. Es ist schwierig, wenn man unter den Erwartungen bleibt. Dann nagt das schon am Selbstvertrauen. Aber wir haben Spieler mit viel Erfahrung im Team, die wissen, dass es bei den Playoffs wieder bei null anfängt. Man hat gesehen, dass ein solides Selbstvertrauen da ist.
Welchen Einfluss hatte der Trainerwechsel?
Der Trainerwechsel war eine Umstellung auf ein einfacheres Hockey, das aus meiner Sicht erfolgsversprechender ist.
Geben Sie jüngeren Spielern wie Marco Miranda manchmal Tipps?
Ich versuche sie sicher zu motivieren und zu pushen, aber sie machen schon sehr vieles sehr gut. Das Wichtigste ist, dass sie selber Playoff-Erfahrungen machen und das aufsaugen wie ein Schwamm. Ich probiere, ihnen ein gutes Vorbild zu sein.
Haben Sie Tipps gegen die Nervosität in Bern? Immerhin spielt ihr dort vor einer Kulisse von fast 17 000 Zuschauern.
Sie müssen Marco mal fragen, ob er wirklich nervös ist. Aber wenn es losgeht, wird das ausgeblendet. Man muss nichts gegen die Nervosität machen, sondern die Energie nutzen.
Haben Sie ein Ritual für die Playoffs?
Ich versuche, die gleichen Abläufe zu haben, damit ich weiss, dass ich mich gut fühle. Aber ein spezielles Ritual habe ich nicht.
Sie kamen ursprünglich über die GCK Lions zum grossen Bruder ZSC. Wie wichtig war das Farmteam für Ihre Karriere?
Es war ein Sprungbrett für mich, eine gute Zwischenstufe, um früh Erwachsenenhockey spielen zu können.
Sie sind Zürcher, was mögen Sie an Zürich besonders?
Eigentlich alles. Die Stadt, mein Umfeld ist da, ich bin hier gross geworden. Schön ist, dass immer etwas läuft, die kulturelle Vielfalt ist gross.
Und das geplante eigene Stadion in Zürich-Altstetten?
Ich freue mich riesig darauf und hoffe, dass ich dort noch einige Spiele bestreiten darf.
Eine schwierige Frage zum Schluss: GC oder FCZ?
Sicher FCZ. Gross Fussballfan bin ich zwar nicht, aber wenn, dann unterstütze ich den FCZ.

Nun zu Ihnen, Marco Miranda, es war ein riesen Comeback für euch. Ihr habt den Halbfinaleinzug geschafft. Was war die Schlüsselszene für Sie?
Aus meiner Sicht war die Schüsselszene der Sieg im zweiten Spiel daheim im Hallenstadion, als wir ganz knapp gewonnen haben. Danach konnten wir befreit spielen und es ging wirklich bergauf.
Woher holt ihr euer Selbstvertrauen?
Natürlich in solchen Spielen, wenn wir gewinnen.
Die Medien haben euch eher schlechtgeschrieben, jetzt werdet ihr wieder gelobt. Was halten Sie von solchen Einschätzungen?
In den Medien wird man schnell kritisiert, wenn es dem Team nicht so gut läuft. Sobald es besser geht, wird man wieder gelobt. Durch die etwas schwierigen Zeiten sind wir stärker zusammengewachsen, aber wir haben schon vorher immer alles probiert. Jetzt läuft es einfach für uns.
Holen Sie sich manchmal Tipps von älteren Spielern wie Reto Schäppi?
Ja, klar. Von älteren Spielern kann man immer vieles lernen.
Macht Sie die gegnerische Kulisse in Bern nervös?
Ein wenig, aber eigentlich ist es die normale Nervosität, die immer dazugehört. Ich freue mich eher, vor so vielen Zuschauern spielen zu dürfen.
Haben Sie ein Ritual für die Playoffs, immer die gleichen Socken anziehen, zum Beispiel?
Nein, nicht wirklich. Ich habe es nicht so mit Aberglauben.
Sie kamen von den GCK Lions. Wie wichtig war das NLB-Team als Sprungbrett?
Es war sehr wichtig, weil es ein Unterschied ist, ob man bei den Junioren spielt oder in der Nationalliga B. Das bringt einen als Spieler weiter und es hat mir auch viel gebracht.
Sie haben auf diese Saison einen Profivertrag erhalten und der ZSC konnte erstmals nach drei Jahren wieder eine Playoff-Serie gewinnen. Liegt das an Ihnen?
(lacht). Nein, das sicher nicht. Es ist das Verdienst der ganzen Mannschaft. Ich versuche, meinen Teil beizutragen.
Freuen Sie sich auf das neue Stadion in Altstetten?
Klar freue ich mich, aber es dauert noch eine Weile, bis es so weit ist. Die Bilder, die ich bisher gesehen habe, sehen ziemlich cool aus.
Was wird anders sein?
Die Tribüne soll direkt beim Eisfeld sein, das wird sicher für noch mehr Stimmung sorgen.
Eine letzte Frage: GC oder FCZ?
Ich habs nicht so mit dem Fussball, vor allem mit dem Schweizer Fussball. Mein Vater war aber immer GC-Fan, und ich habe einen guten Kollegen, der bei GC spielt, also muss ich fast GC sagen. (pw./ls./ Fotos: ls.)



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 13. Dezember 2018
Zürich 2 vom 13. Dezember 2018
Zürich Nord vom 13. Dezember 2018
Zürich West vom 13. Dezember 2018
Küsnachter vom 13. Dezember 2018
Küsnachter Amtlich vom 13. Dezember 2018

Sonderzeitungen

Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Tonhalle
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger