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04.04.2018 Von: Elke Baumann

Züriberg

Hunger ist mit Abstand der beste Koch


Schon vor 10 000 Jahren waren Äpfel für Menschen ein gesundes Nahrungsmittel, wie Funde in Kasachstan belegen. 120 Apfelmodelle-Vivaria, Teil der Ausstellung Manna an der Expo 02. Foto: zvg.

Mit der Ausstellung «Was isst die Schweiz» lädt das Landesmuseum zu einer Reise rund ums Essen ein und beleuchtet unsere Esskultur von gestern, heute und morgen.

Nun, was isst denn die Schweiz? Die neue Sonderausstellung schaut Herrn und Frau Schweizer über die Schulter: Welche Nahrungsmittel werden von ihnen heute täglich eingekauft und woher kommen sie?
Wie und was wird man in Zukunft essen und was ass man früher? Im 16.Jh. zum Beispiel isst man im Elternhaus Huldrych Zwinglis in Wildhaus Haferbrei, Fleisch gibt es selten. In der Mitte des runden Holztischs ist eine Vertiefung, die als Suppenteller dient. Die Köchin giesst den Haferbrei hinein, man spricht ein Dankgebet und alle bedienen sich mit ihrem eigenen Holzlöffel aus der Mulde. Nach dem Essen wird nochmals kurz gebetet und dann werden die Löffel an die Haken an der Wand zurückgehängt. Wenn ein Familienmitglied vom Herrgott abgerufen wird, «muss er den Löffel abgeben» – womit belegt wäre, dass sich Sprache und Essen bis zum Ende unseres Lebens nahe sind.

«An apple a day keeps the doctor away»
Im Zentrum der Schau steht das kulinarische Erbe der Schweiz. Essen ist Kunst, Kultur, Sozialgeschichte und Zukunftsforschung. Auf unterschiedlich gedeckten Tischen findet der Besucher Antworten zu den Themen Herkunft und Produktion, Tafelkultur und Tischsitten, Hunger und Nahrung im Überfluss. Es geht um den Fleischkonsum in unserem Land und um die Zukunft des Essens. 120 Apfelmodelle- Vivaria stehen in Gläsern ordentlich aufgereiht und beschriftet in einem Gestell. Laut Texttafel stammt die älteste Apfelsorte 10 000 Jahre v. Chr. aus Kasachstan. Leider ist der Apfel nicht angegeben, mit dem Eva den arglosen Adam verführt haben soll! In einer Ausstellung über Ernährung darf die Metzgerei-Installation von Madame Tricot nicht fehlen. Die Knitting-Queen bestrickt mit Leidenschaft und Humor alles, was sich essen lässt: von der Schweinshaxe bis zum Salami, vom Beinschinken über Gehacktes bis zur Bratwurst. Eine grossartige Idee! Keine Probleme mit dem Haltbarkeitsdatum, waschbar und kalorienarm!
Nicht zu übersehen ist das berühmte Einsiedler Service aus der Zürcher Porzellanmanufaktur von 1775. Das Prunkstück ist ein Geschenk der Zürcher Regierung an das Kloster Einsiedeln. Als 1883 dem Kloster grössere Ausgaben bevorstanden, wurde das Geschirr als «unnützer » Gegenstand zum Verkauf angeboten. Einer der beiden Sammler, die das wertvolle Service unter sich buchstäblich ausjassten, war Heinrich Angst, Direktor des Landesmuseums.
Bekannte und weniger bekannte Spezialitäten aus Schweizer Regionen wie «Gumpesel» oder «Hafächabis mit Gummel» «Toggenburger Bloderkäse », «Munder Safran» oder den Mürbeteigfladen «Fuatscha Grassa» aus Graubünden machen gluschtig.

Trocken Brot macht Wangen rot
Neben unserem täglichen Brot in allen möglichen Varianten wird eine Porträtgalerie berühmter Schweizer Sternenköche und Klassiker aus unseren Küchen gezeigt: Fondue und Birchermüesli, Franck-Aroma, Maggiwürze und eine Reliefkarte, die zeigt, wo welche Käsesorten in der Schweiz produziert werden. Filme, grossformatige Fotos, Hörstationen, Gemälde, Rezeptsammlungen und aussergewöhnliche Objekte ergänzen die Schau, die den Bogen vom 15. Jh. bis in die Gegenwart spannt.



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