Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
04.04.2018
Zürich West

Kinofilm auch in den eigenen vier Wänden gedreht


Lorenz Suter präsentiert bald seinen ersten Kinofilm «Strangers». Foto: zvg.

Lorenz Suter ist Autor, Regisseur und Produzent. Nun kommt sein erster Langspielfilm auf die Kinoleinwand. «Strangers» heisst der Film des 35-jährigen Zürchers. Gedreht wurde er im Kreis 1 und 4.

Carole Bolliger

Seine Anfänge als Filmer und Regisseur hatte Lorenz Suter, der im Kreis 4 wohnt, in seiner Jugend. Damals drehte er seinen ersten Kurzfilm «Noah» in seiner Heimat Thalwil. Der Kurzfilm war eine Komödie über ein turbulentes Rendezvous. «Beim Machen dieses Films habe ich gemerkt, dass dies nicht nur ein Hobby für mich ist, sondern ich es ernsthaft und professionell machen möchte», erinnert sich der heute 35-Jährige.

Nach dem Gymnasium schloss er sein Studium an der Zürcher Hochschule der Künste ab. Während des Studiums schrieb er verschiedene Drehbücher und stand als Regisseur hinter der Kamera. Aber immer nur für Kurzfilme. Dass er nun eines seiner grossen Ziele erreicht hat, einen Kinofilm zu realisieren, macht Lorenz Suter stolz. «Ich habe lange darauf hingearbeitet und freue mich sehr. Dass es der Film nun auf die Kinoleinwand geschafft hat, das ist schon toll.»

Filmfigur musste auch umziehen

Mit wenig finanziellen Mitteln, viel Herzblut und Leidenschaft hat er den Film «Strangers» während der vergangenen fast drei Jahren geschrieben und gedreht. Nicht nur für ihn sei der Film ein Herzensprojekt, sondern für alle Beteiligten, seien dies nun Schauspieler oder Mitarbeitende hinter der Kamera. Da eben das grosse Geld fehlte, wurde zum Beispiel in den eigenen vier Wänden gedreht, im Kreis 1 und 4. «Als mir meine Wohnung gekündigt wurde, musste die Figur im Film eben auch die Kündigung erhalten», erzählt er, wie er das Drehbuch während der Dreharbeiten immer mal wieder umschreiben und die Handlungen den Gegebenheiten anpassen musste. «Wohin diese eigenwillige Reise führen würde, das wussten weder ich noch die Schauspieler.» Leben und Fantasie seien gewachsen und hätten sich in seltsamster und schönster Weise zu diesem Film entwickelt, so der Regisseur.

Die Faszination für den Film hat Lorenz Suter früh gepackt. Er sei immer gerne ins Kino gegangen, der Virus habe ihn schon als Kind erreicht. «Auch heute gehe ich noch sehr gerne ins Kino. Ich finde, einen Film im Kino zu erleben, ist durch nichts zu ersetzen.» Durch seine Filme drückt sich Lorenz Suter aus. «Filme sind für mich ein Ausdruck, eine Form, etwas mitzuteilen, das ich nicht in Worte fassen kann», erklärt er. Der Film «Strangers» ist eine fiktive Handlung. «Jedoch ist die Geschichte auch stark durch unsere Leben geprägt», so der Drehbuchautor, der auch Regie führte und als Co-Produzent tätig war. Mit «unsere» meint er sich selber und alle am Film Beteiligten.

Unsicher und ambivalent

«Strangers» ist eine Hommage und eine Liebeserklärung an den Film Noir und seine melancholischen Anti-Helden – Lorenz Suters grosse Leidenschaft. Der Autor bezeichnet sein Werk selber als «originellen, frischen und überraschenden Schweizerfilm». Es geht um Eifersucht und Intrigen, darum, wie wir zwischenmenschlich miteinander umgehen und wie ehrlich wir zu uns selbst sind. Die Handlung bleibe unsicher und ambivalent, die eigene Fantasie des Zuschauers werde angeregt, verrät Lorenz Suter. Der Film spielt in der Stadt Zürich, hauptsächlich in den Kreisen 1 und 4.

«Strangers», auf Englisch und Deutsch mit deutschen Untertiteln, ist ab 12. April in Bern, Basel, Luzern und Winterthur zu sehen. In Zürich läuft er im Kino Arthouse Uto. Zu dem hat Suter eine spezielle Beziehung. Während der Dreharbeiten zu «Strangers» wohnte er oberhalb des Kinos, wo er auch als Kinooperateur arbeitete – und schon bald seinen Film höchstpersönlich den Kinogängern vorführen wird. Dieser Langzeitfilm soll nicht der einzige Kinofilm von Lorenz Suter bleiben. Der 35-Jährige sitzt bereits am nächsten Drehbuch. Es soll eine Komödie werden, in der es auch um Einsamkeit geht. «Dies sind für mich die grossen menschlichen Themen, über die ich Filme machen möchte.»

 

Der Film

Als Ghostwriter schreibt der wortkarge Tamás (Nicolas Batthyany) regelmässig Papers für Studentinnen. Der Fremde wohnt abgeschieden und lässt niemanden an sich heran – mit Ausnahme der ambitionierten Assistenzärztin Norika (Jeanne Devos), mit der er öfters die Nächte verbringt. Als Norikas reizende Schwester Annika (Marina Guerrini) ebenso Gefallen an dem mysteriösen Mann findet, wird das stille Liebesverhältnis zu einer fatalen Dreiecksbeziehung. Schon bald sitzt Tamás sprachlos bei der Polizei. Norika ist verschwunden und Tamás unter Verdacht. Er habe die Schwestern auf Schritt und Tritt verfolgt – so Annikas Aussage. Tamás zweifelt an ihrer «Wahrheit» und immer mehr auch an seiner. Kann es sein, dass er den Schwestern zu nahe kam? Tamás tappt im Dunkeln und merkt, dass es keine Wahrheit zu finden gibt – nur Spuren der Sehnsucht, die die drei miteinander verbindet.

Alle drei Hauptschauspieler kannte Suter schon vorher. Marina Guerrini, die Annika spielt, ist seine Freundin, mit Nicolas Batthyany war er im Studium. Sie stand schon bei Suters Bachelor-Abschlussfilm «Der Mann, der nichts wollte», vor der Kamera. Mit Jeanne Devos hatte der Regisseur vorher nicht gearbeitet, er kannte sie aber aus Filmen und Theaterstücken. (bo.)



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 17. Mai 2018
Zürich 2 vom 17. Mai 2018
Zürich Nord vom 17. Mai 2018
Zürich West vom 17. Mai 2018
Küsnachter vom 17. Mai 2018
Küsnachter Amtlich vom 17. Mai 2018

Sonderzeitungen

Abenteuer Stadt Natur 2018
Tonhalle
Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger