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12.04.2018 Von: Toni Spitale

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Tobelbrücke und KEK-Sanierung scheinen unbestritten


Dank einer Hängebrücke von der Allmend nach Itschnach könnte das Tobel inert Kürze überquert werden. Foto: zvg

Am jüngsten Politischen Themenabend standen die beiden Projekte Tobelbrücke und KEK-Sanierung zur Debatte. Ablehnende Voten blieben aus. Es wurden lediglich ein paar Fragen allgemeiner Natur gestellt.

Er sei über den grossen Aufmarsch «angenehm überrascht», begrüsste Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) am Montagabend die Anwesenden im Saal des reformierten Kirchgemeindehauses. Überrascht deshalb, weil die beiden Themen – die Fussgängerbrücke über das Tobel und die Sanierung der Kunsteisbahn – grossmehrheitlich nicht umstritten seien. Mit seiner Einschätzung lag der Gemeindepräsident richtig, wie es sich im weiteren Verlauf des Abends herausstellte.
Im Grundsatz stellte niemand die beiden Projekte infrage. Es gab weder ablehnende noch allzu kritische Voten. Es ging den Anwesenden vorwiegend um Details, um Fragen allgemeiner Natur. Bevor das Projekt Tobelbrücke überhaupt realisiert werden kann, müssen zuerst die raumplanerischen Grundlagen geschaffen werden. In den Worten von Martin Wyss (FDP), Vorsteher Planung, heisst das, dass die geplante Brücke in den kommunalen Richtplan Verkehr einzufügen sei. Über diesen Planeintrag werden die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 18. Juni befinden. Im Rahmen des öffentlichen Mitwirkverfahrens zur Teilrevision seien vier Einwendungen eingereicht worden. Bei der gleichzeitig durchgeführten Anhörung habe sich die Zürcher Planungsgruppe Pfannenstil wohlwollend über den Brückenbau geäussert, sofern Planung und Bau auf die sensible Landschaft des Tobels Rücksicht nähmen. Auch der Kanton könne der Teilrevision unter Auflagen zustimmen. Einerseits gelte es die Schutzziele zu berücksichtigen, und andererseits sei auf eine Beleuchtung zu verzichten. Sollte die Teilrevision angenommen werden, dürfte der überarbeitete Richtplan im Januar 2019 in Kraft treten. «Es ist ein sportlicher Zeitplan», meinte Wyss dazu.

Ein «feines Design»
In seinen Ausführungen zum Stand der Projektierung betonte der Tiefbauvorsteher Walter Matti (parteilos), dass der Brückenbau nur zu minimalen Umwelteingriffen führe. Auch auf einen bestehenden Dachsbau im Bereich Widerlager/Allmend werde Rücksicht genommen, richtete er an die Adresse von zwei besorgten Einwendern. Die rund 55 Tonnen schwere Konstruktion werde auf zwei Stahlseilen getragen, die an den beiden Brückenenden im Untergrund verankert würden. Matti sprach von einem «feinen Design». Finanziert wird das rund 1,1 Millionen Franken teure Projekt vom Küsnachter Konrad Willi. Die Gemeinde wird aber für den jährlich wiederkehrenden Unterhalt in der Höhe von rund 15 000 Franken aufkommen müssen.
Im Juni beginnt das Mitwirkungsverfahren, gefolgt von der öffentlichen Auflage im Oktober. Die Bauzeit ist mit rund vier Monaten veranschlagt. «Es wäre für uns ein Erfolg, wenn wir die Brücke im Spätherbst 2019 in Betrieb nehmen dürfen», so Matti.

Eine unmissverständliche Antwort
Ob denn die Brücke auch starke Windgeschwindigkeiten aushalte, wollte ein Bürger wissen. Im Fall von Orkanwinden, wie sie im vergangenen Winter über das Gebiet gefegt seien, werde die Gemeinde aufgrund von Baumsturzgefahr die Brücke von sich aus sperren, versicherte Matti. Um beim Stichwort zu bleiben: Ein weiterer Votant stellte die Frage nach einer fix installierten Schranke, mit der sich der Brückenzugang sperren liesse. Der Tiefbauvorsteher konnte lediglich bestätigen, dass es eine Lösung in dieser Richtung geben werde.
«Wird die Brücke velofrei?», rief eine Dame aus den hinteren Reihen hervor. Das sei für sie die wichtigste Frage. Matti konterte mit der Feststellung, dass dies ein Politikum sei. «Wir können zwar eine Verbotstafel aufstellen, aber nicht verhindern, dass jemand trotzdem mit dem Velo über die Brücke fährt.»
Applaus quittierte das referierende Gemeinderatsmitglied für seine unmissverständliche Antwort auf die Frage nach einer eventuell minimalen Beleuchtung des Bauwerks. «Die Brücke und ihre Zugangswege werden – wie alle anderen Wege im Tobel auch – nicht beleuchtet.» Weiter räumte Matti auch die Befürchtungen aus dem Weg, der heute existierende Wanderweg durch das Tobel würde aufgehoben oder die Zugangswege zur Brücke würden einst nicht für Rollatoren passierbar sein.

Ein Werterhalt der Kunsteisbahn
«Wie der Zürichsee oder das Forchdenkmal gehört auch die Kunsteisbahn zu Küsnacht», leitete Ueli Schlumpf (SVP), Vorsteher Liegenschaften, zum zweiten Geschäft des Abends über. Er verhehlte nicht, dass die KEK für ihn so etwas wie eine Herzensangelegenheit sei. Doch das Herz der 1962 erstellten Anlage – die Gebäudetechnik – ist in die Jahre gekommen und braucht nun eine Auffrischung. Aus Kostengründen will der Gemeinderat auf den von Eissportvereinen gewünschten Ausbau der Anlage sowie auf eine Verlängerung der Saisonbetriebszeiten verzichten. Beide Massnahmen hätten Kosten in der Grössenordnung von 23 bis 38 Millionen Franken verursacht, wie Schlumpf aufzeigte.
Stattdessen wird nun das Projekt «Werterhalt» befolgt, das dringende bauliche Sanierungen, eine Erneuerung der technischen Anlagen, ein Anpassen der Fluchtwege, eine Sanierung des Restaurants sowie ein Optimieren der Betriebsabläufe beinhaltet. Im gleichen Atemzug wollen die GCK Lions mit privaten Geldern seeseitig einen Anbau realisieren, in welchem eine sogenannte Homebase mit Garderoben und weiteren Räumlichkeiten geschaffen werden soll. Die Homebase wird gemäss Kostenschätzung rund 2,6 Millionen Franken, der Werterhalt 12,75 Millionen Franken kosten. Die Projektierungskosten in der Höhe von 650 000 Franken werden an der kommenden Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt. «Mit dem Werterhalt wird für die nächsten 20 bis 30 Jahre ein sicherer und den gesetzlichen Vorschriften entsprechender Betrieb ermöglicht», machte Schlumpf den Anwesenden die Vorlage schmackhaft.
Eine der wenigen Fragen aus dem Publikum betraf das Thema Energie, genauer gesagt, wie viel davon in Zukunft eingespart werden könnte. Die Wärmerückgewinnung werde verbessert, erklärte der anwesende Branchenexperte Peter Bührer. Sicher werde der Verbrauch geringer sein als heute. Eine genaue Zahl konnte er jedoch nicht nennen.



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