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18.04.2018 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Adliswiler Stadtpräsidium bleibt umkämpft


Die Sieger beim Fototermin: Felix Keller (parteilos, bisher), Karin Fein (Freie Wähler, neu), Farid Zeroual (CVP, bisher), Susy Senn (FDP, bisher), Renato Günthardt (SVP, bisher), Carmen Marty Fässler (SP, neu) und Markus Bürgi (FDP, neu). Foto: Pascal Wiederkehr

Gleich drei Neue sitzen zukünftig im Stadtrat. CVP-Schulpräsident Raphael Egli verpasste die Wiederwahl. Freie Wähler und SP sind wieder in der Exekutive vertreten. Im Kampf ums Stadtpräsidium kommt es zum zweiten Wahlgang.

Langsam stieg am Sonntagnachmittag die Nervosität bei den Gästen auf der Terrasse von Felix Keller. Wie schon vor vier Jahren hatte der parteilose Spenglermeister und Ressortvorsteher Bau und Planung zu einem kleinen Wahlfest geladen. Mit dabei war unter anderem Franziska Bärtsch, ehemalige Präsidentin des Handwerk- und Gewerbevereins Adliswil. Man munkelte schon, dass die Resultate vor vier Jahren etwas schneller bekannt waren – am Ende war das Zittern unbegründet. Felix Keller wurde mit dem drittbesten Ergebnis in den Stadtrat gewählt. «Ich bin zufrieden mit dem Resultat», freute sich Keller. Es zeige, dass in den letzten vier Jahren nicht alles falsch gewesen sei.
Doch nicht für alle verlief der Wahlsonntag so erfreulich. Raphael Egli, CVPler und Schulpräsident, verpasste die Wiederwahl. Er hatte zwar das absolute Mehr erreicht, schied jedoch als überzählig aus. Mitschuld an der Abwahl waren wohl Turbulenzen im Schulhaus Zopf, bei der Egli ins Kreuzfeuer der Kritik geriet. Damit verliert die CVP einen Sitz in der Exekutive, hat mit dem glanzvoll wiedergewählten Farid Zeroual – bestes Resultat – aber immer noch einen Vertreter. Ebenfalls etwas geknickt schien SVP-Sozialvorsteher Renato Günthardt. Er hatte zwar die Wiederwahl problemlos geschafft, SVPlerin Heidi Jucker konnte jedoch den Sitz des zurückgetretenen Patrick Stutz nicht verteidigen. «Ich bedauere das, ich hätte gerne meine Parteikollegin dabei gehabt», sagte Günthardt. Leider habe man das Resultat im Kontext mit den übrigen Wahlen im Kanton erwarten müssen.
Ganz anders war die Stimmung bei den Sozialdemokraten: «Ich freue mich sehr, das wir als SP wieder jemanden in der Exekutive haben», erklärte die frischgewählte Carmen Marty Fässler. Ebenfalls wieder im Adliswiler Stadtrat vertreten sind die Freien Wähler. «Ich war nicht überrascht, sondern erfreut», gab Karin Fein Auskunft. Die Leute würden ihr glauben, was sie sage, ausserdem habe sie als Friedensrichterin überzeugt, so ihre Selbsteinschätzung.

Frauenanteil ist gestiegen
Ebenfalls zufrieden kann die FDP sein. Ihr Kandidat Markus Bürgi hat es geschafft, den frei gewordenen Sitz – wegen des Rücktritts von Harald Huber – zu halten. «Dass es so klar ist, freut mich. Es ist ein schöner Beweis, dass meine Arbeit im Gemeinderat und in der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission wertgeschätzt wurde.» Bürgi bedauert allerdings, dass die SVP ihren zweiten Sitz nicht habe verteidigen können.

Mit der Wahl von Fein und Marty Fässler steigt der Frauenanteil im Stadtrat markant. Bisher war Susy Senn von der FDP die einzige Frau im Gremium gewesen. Senn wurde mit dem zweitbesten Resultat in den Stadtrat gewählt, für das Stadtpräsidium hat es aber noch nicht gereicht. Dort hat Gegenkandidat Farid Zeroual gar einen knappen Vorsprung. Beide haben jedoch das absolute Mehr verpasst. Würde Finanzvorsteher Zeroual für die CVP Stadtpräsident werden, wäre dies eine grosse Überraschung, da die FDP das Amt seit 1982 in fester Hand hat. Für eine genaue Analyse sei es noch zu früh, liessen beide Kandidaten verlauten. Senn, Ressortvorsteherin Sicherheit und Gesundheit, fand, dass sie zuerst mit der Partei zusammensitzen müsse. «Wir werden nochmals Vollgas geben», gibt sie sich überzeugt. Zeroual bedauerte, dass sein Parteikollege nicht wiedergewählt wurde, freute sich jedoch über sein gutes Abschneiden im Kampf ums Stadtpräsidium. «Wir werden den Wahlkampf nochmals intensivieren», erklärte er.
Zum zweiten Wahlgang ums Stadtpräsidium kommt es am 10. Juni.



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