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18.04.2018 Von: Christina Brändli

Züriberg

Artenvielfalt im Burghölzliwald entdecken


Dem Vogelgezwitscher nach: Jonas Landolt leitet die Vogelexkursion auf dem Burghölzlihügel und teilt sein Wissen gerne. Foto: Christina Brändli

«Der frühe Vogel fängt den Wurm» heisst es. Doch nicht nur Vögel müssen früh aufstehen, um erfolgreich zu sein.

Auch die Teilnehmer der Vogel-Exkursion, geführt von Jonas Landolt, sammeln sich kurz nach Sonnenaufgang am Burghölzlihügel, um mehr über die einheimischen Vögel und ihren Gesang zu erfahren. «Die Gesangsaktivität der Vögel ist morgens am höchsten, wodurch sie auch einfacher zu finden sind», erklärt Jonas Landolt.

«Iss Sur-chruut Rue-di»
Immer wieder stoppt der junge Ornithologe die Gruppe auf ihrem Streifzug durch den Burghölzliwald und macht sie auf den Gesang eines Vogels aufmerksam. Dabei verrät er den einen oder anderen Tipp, wie man sich einige der Vogelstimmen gut einprägen kann. Der Zilpzalp beispielsweise singt bei genauem Hinhören seinen Namen. Auch fest im Gedächtnis bleiben werden die Merksprüchlein zur Ringeltaube und zur Türkentaube. Die Ringeltaube gurrt fünf Mal hintereinander «Iss Surchruut Rue-di», wobei die Türkentaube nur drei Mal gurrt «Iss Dö-ner». Der Star hingegen ist ein Meister der Gesangsimitationen, womit er die Weibchen beeindruckt und schon manchen Ornithologen an der Nase herumgeführt hat.

Präparate veranschaulichen alles
Landolt teilt nicht nur sein Wissen gut verständlich mit, er zaubert auch immer wieder Anschauungsmaterial hervor. Die präparierten Flügel, Vogelbeine oder Köpfe werden ganz genau unter die Lupe genommen. Auch zeigt der Vogelexperte zu jeder Vogelstimme ein Bild. Hin und wieder zückt er sein Smartphone und spielt den Gesang eines Vogels vor. Dies jedoch mit grösster Vorsicht: «Wenn mich die anderen Vögel hören, nehmen sie mich als unsichtbaren Eindringling in ihr Revier wahr und könnten dadurch vertrieben werden », erklärt er.
Nicht jedem Vogel wird sein Gesang in die Wiege gelegt. Der Star lernt sein ganzes Leben neue Motive und imitiert schon mal ein Blaulicht oder Babygeschrei, wogegen der Kuckuck sein typisches «kuck-uck» nur seinen Genen zu verdanken hat. Gesungen wird in der Welt der Vögel mehrheitlich von den Männchen, einerseits um Weibchen anzulocken und andererseits, um ihr Revier zu verteidigen. Der Gesang der Vögel unterscheidet sich dabei bei gewissen Arten je nach Region: «Der Buchfink hat beispielsweise im Tessin einen anderen Dialekt», so Landolt.

«Nur was man kennt, schützt man!»
Die Idee zu den Vogel-Exkursionen entstand im Rahmen des Fördervereins «Natur im Siedlungsraum». Der Verein setzt sich für die Artenvielfalt im Siedlungsraum ein. Hervorgegangen ist er aus dem Biodiversitätsförderprojekt «Lebensraum Kulturlandschaft Burghölzli» des WWF Zürich. Jonas Landolt ist Gründungsmitglied und Geschäftsführer. «Wir möchten der Quartierbevölkerung aufzeigen, für welche Tierarten wir welche Aufwertungsmassnahmen umsetzen, und andererseits möchten wir die Bewohner für unsere Anliegen sensibilisieren. Denn nur was man kennt, schützt man auch!», sagt er. Geplant ist, dass der Verein zweimal im Jahr eine Exkursion durchführt, immer mit einem anderen Schwerpunkt. Die nächste Führung wird das Thema Glühwürmchen ins Zentrum stellen. Die begeisterten Gesichter der heutigen Vogelexkursions-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer lassen darauf schliessen, dass Landolt alles richtig gemacht hat.



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