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18.04.2018 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Förderverein Tierpark Waidberg: Unmut über Stadt


Der Vorstand Förderverein Tierpark Waidberg: Hans Nikles, Willy Spörri, Brigitte Biedermann, Ernst Tschannen, Alex Meier und Hans Gfeller (Louis Egli fehlt). Foto: pm.

Im Tierpark Waidberg leben zurzeit sieben Damhirsche. Sie erfreuen sich bei Kindern  und Erwachsenen grosser Beliebtheit. Der Förderverein hat allerdings einige Sorgen.

Im vergangenen Herbst stürzte bei einem Sturm eine alte Eiche in den Tierpark Waidberg beim Restaurant Waid. Am Zaun entstand ein Schaden von 9000 Franken. Grün Stadt Zürich, welcher die Infrastruktur gemäss Förderverein Tierpark Waidberg gehört, will nur 3000 Franken bezahlen. Dies sorgte beim Vorstand des Vereins für Ärger. Zudem sollte der Zaun generalrevidiert werden. Stadtrat Leutenegger hat dies abgelehnt. Er empfiehlt dem Verein, generell weniger Tiere zu halten. Während der ganzen Generalversammlung, die vergangene Woche stattfand, standen Grün Stadt Zürich und Vorsteher Filippo Leutenegger deshalb im Fokus.

Wald integrieren
Gerne würde der Förderverein Tierpark Waidberg 20 Aren Wald in den Park integrieren. Dies würde den Tieren mehr Schatten und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Weiter möchte der Verein eine Aussichtsterrasse aus Holz beim Brunnen bauen, um Spaziergängern einen besseren Blick aufs Gehege zu ermöglichen. Diese würde über Sponsoring finanziert. Nachher soll sie Grün Stadt Zürich geschenkt werden, damit die gesamte Infrastruktur in demselben Besitz ist. Der Verein wünschte, dass Grün Stadt Zürich ein entsprechendes Baugesuch unterstützt. Dies ist nicht geschehen. Die Anwesenden störte der Umgang des Stadtrats und von Grün Stadt Zürich mit dem Förderverein. Marcel Knörr, Mitglied des Vereins, schlug Vorstösse im Gemeinderat vor. Auch Werner Furrer, ebenfalls Mitglied, wies darauf hin, dass öffentliches Interesse bestehe. «Ich finde das nicht in Ordnung.» Es müsse etwas geschehen.

Erfreulich ist, dass im vergangenen Jahr drei Tiere geboren wurden, zwei Weibchen und ein Männchen. Da nicht mehr als zehn Tiere im Tierpark Waidberg leben sollten, wurden drei Tiere geschossen.

Neuer Flyer und Pflichtenhefte
Im Vorstand des Vereins Tierpark Waidberg sind neben Präsident Ernst Tschannen Hans Nikles, Hans Gfeller, Willy Spörri, Alex Meier, Brigitte Biedermann und Louis Egli. Nicht mehr im Vorstand ist Wildhüter Erwin Nüesch. Vor allem auch Jüngere werden für Verein und Vorstand gesucht.

Der Verein hat ein Vermögen von 22 000 Franken. «Wir haben sehr gut gearbeitet», betonte Tschannen. Für dieses Jahr wurde allerdings ein ausserordentlicher Aufwand von 11 000 Franken für Zaunreparatur und Projektierung budgetiert. Deshalb kommt es zu einem Ausgabenüberschuss. 2017 wurde unter anderem ein neuer Flyer erstellt. Die Vorstandsmitglieder erhielten Pflichtenhefte.

Wie weiter?
Neben den laufenden Geschäften wurden im Vorstand im vergangenen Jahr Optionen zur zukünftigen Entwicklung diskutiert. In vier Szenarien wurden mögliche Perspektiven formuliert und bewertet: 1.) Der Verein möchte eine Mitgliedschaft von rund 300 Personen (heute ungefähr 200); 2.) Sponsoren und Gönner sollen weiterhin gesucht und gepflegt werden; 3.) Der Vorstand möchte eine Fläche von ungefähr 20 Aren Wald in den Park integrieren, ebenso eine Aussichtsterrasse bauen; 4.) Die operativen Leistungen des Vereins sollen mit einer Leistungsvereinbarung mit Grün Stadt Zürich abgegolten werden. Eine Studie im Auftrag des Verbunds Lebensraum Zürich weise nach, dass die gemeinwirtschaftlichen Leistungen mindestens 7000 Franken pro Jahr betragen, so der Verein. Zudem sollen ökologische Aufwertungen - Obstbäume, Nistkästen, Steinmauern - vorgenommen werden.

Stellungnahme Grün Stadt Zürich

Schaden am Zaun: Ein Baum, der bei einem Sturm umfiel, hat den Zaun beschädigt. Er nahm durch ein Naturereignis Schaden. Im Pachtvertrag mit dem Verein ist festgehalten, dass der Unterhalt des Zaunes zulasten des Pächters geht. Aus Kulanz ohne Anerkennung einer Rechtspflicht hat sich Grün Stadt Zürich dazu bereit erklärt, 3000 Franken an die Reparatur des Zaunes beizutragen. Dies auch als Anerkennung der geleisteten Arbeit.


Antrag auf Unterstützung des Vereins: Der Verein hat sich erfolgreich aus den städtischen Strukturen herausentwickelt und ist heute eigenverantwortlich organisiert. Für eine Weiterentwicklung der Anlage wurde Grün Stadt Zürich um eine jährliche wiederkehrende finanzielle Unterstützung angefragt. Grün Stadt Zürich ist diesem Anliegen nicht nachgekommen, weil zahlreiche andere Vereine auch ohne städtische Gelder jährlich wiederkehrend grosse gemeinwirtschaftliche Leistungen für die Stadt erbringen.


Ausbau des Geheges und Aussichtsplattform:
Sowohl das heutige als auch das zusätzlich geforderte Gebiet liegen in einem kommunalen Naturschutzobjekt und in der Freihaltezone. Die zusätzlich gewünschte Fläche ist ökologisch zudem wesentlich wertvoller einzustufen als die aktuell genutzte. Dem Naturschutz gibt Grün Stadt Zürich in diesem Gebiet den Vorrang, weshalb sowohl die Erweiterung des Geheges als auch die Unterstützung für ein Baugesuch abgelehnt wurden.   (Christine Bräm, Vizedirektorin Grün Stadt Zürich)



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