Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
18.04.2018 Von: Interview: Pia Meier

Zürich West

Peter Küng verlässt den Ratsaal


Peter Küng (SP Kreis 4 + 5) auf dem Münsterhof, auf dem Weg zu den Parlamentsdiensten und dann zur Fraktionssitzung. (Foto: pm.)

Peter Küng (SP) hatte in den letzten 12 Monaten das Gemeinderatspräsidium inne. Er habe viel Interessantes erlebt und Verschiedenes gesehen. Jetzt gibt der Gymnasiallehrer aber nicht nur das Präsidium ab, sondern tritt auch als Gemeinderat zurück.

Peter Küng, entsprach das Gemeinderatspräsidium Ihren Erwartungen?

Ja, es entsprach meinen Vorstellungen. Ich habe viele interessante Anlässe besucht und Zürich von verschiedenen Seiten gesehen und anregende Gespräche geführt. Die Abläufe im Rat hatte ich mir noch schwieriger vorgestellt. Einerseits hatte ich eine tolle Unterstützung durch die Parlamentsdienste, und dann kommt man doch recht schnell in die Leitungsroutine rein. Aber es war richtig, dass ich teilweise nur noch 60 Prozent gearbeitet habe.

Haben andere, Fraktion oder Vizepräsident, Ihre Entscheidungen mitgeprägt?

Die Fraktion nicht. Hin und wieder fragte ich kurz meine Vizes um Rat. Wie häufig haben Sie den Stichentscheid gegeben? Ich glaube fünf- bis sechsmal. Unter anderem bei der Budgetdebatte, als es um mehr Lohn fürs städtische Personal ging. Das war mir besonders wichtig. Dass ich den Stichentscheid gebe, ist so vorgesehen. Das ist deshalb ganz normal.

In den nächsten vier Jahren wird es wohl nicht viele Stichentscheide geben?

(Lacht) Das weiss man nicht. Auch unter den Linken gibt es unterschiedliche Meinungen. Es wird sicher spannend bleiben.

Gemeinderäte haben nicht verstanden, warum Sie Daniel Regli (SVP) nicht unterbrochen haben bei seiner Rede betreffend Schwule.

Ja, das war nachträglich gesehen ein Fehler. Ich hätte ihn unterbrechen müssen. Es war ein Riesentumult im Saal. Gelächter und Reinrufen: Ich habe bei Weitem nicht alles verstanden, was Herr Regli gesagt hat, und es war gegen Ende der langen Budgetdebatte. Das alles hat es für mich nicht leichter gemacht. Aber es ist und bleibt mein Fehler.

Hätten Gemeinderäte einen Ordnungsantrag stellen müssen?

Nein, es wäre schon meine Sache gewesen.

Der Lärmpegel im Gemeinderatssaal ist allgemein recht hoch. Haben Sie versucht, diesen unter Kontrolle zu halten?

Ja, aber das war nicht nachhaltig. Zwei Sitzungen hat es gewirkt. Dann war es wieder lärmig wie vorher.

Wie sieht es mit dem Anstand der Gemeinderäte aus?

Es gibt nur wenige Gemeinderäte, die ausfallend werden. Und es sind immer dieselben. Ein Fluchwort stört mich nicht, aber es gibt schon Grenzen. Ich verstehe, dass sich die Gemeinderäte stark ins Zeug legen, wenn sie für eine Sache ein- stehen. Aber ein Recht, andere Menschen persönlich anzugreifen, gibt es nicht.

Die Anzahl nicht behandelter Geschäfte ist bei Ihnen nicht gestiegen?

Ich glaube nicht, obwohl es mir wichtiger war, eine Sache auszudiskutieren als vorwärtszumachen.

Sie haben viele Anlässe besucht. Hatten Sie jeden Abend einen Auftritt?

Nein, vielleicht dreimal pro Woche. Ich konnte aber wegen Überlappungen von Terminen nicht überall dabei sein.

Gibt es Anlässe, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Ich war überall gerne. Das Konzert der Stadtjugendmusik Zürich fand ich besonders toll. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch einige meiner Schüler beim Musizieren gesehen.

Sie hören ja nicht nur mit dem Gemeinderatspräsidium auf, sondern auch als Gemeinderat. Ist das speziell?

Nein, früher war dies eher Usus. In den letzten Jahren sind aber einige nach dem Präsidium geblieben.

Warum hören Sie auf?

Ich habe zwei Kinder, für die ich mehr da sein möchte. Ich möchte deshalb mehr Zeit für meine Familie haben.

Sind Sie noch politisch tätig?

Ja, ich bin noch Delegierter der SP Kreis 4. Ich habe nach wie vor grosses Interesse an der Politik. Und werde selbstverständlich auch in der SP bleiben.

Was wünschen Sie dem Parlament für die Zukunft?

Ich begrüsse den Linksrutsch im Gemeinderat. Ich würde mir wünschen, dass sich die politischen Verhältnisse auch im Kantonsrat etwas verschieben.

Welche Aufgaben haben Sie noch in der letzten Woche vor den Ferien?

Ich schreibe die Abschiedsreden für die beiden Stadträte Andres Türler und Gerold Lauber sowie für Stadträtin Claudia Nielsen fertig. Zudem verabschiede ich die abtretenden Gemeinderäte. Bei der Amtseinsetzung meines Nachfolgers Martin Bürki (FDP) bin ich auch anwesend.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 21. Juni 2018
Zürich 2 vom 21. Juni 2018
Zürich Nord vom 21. Juni 2018
Zürich West vom 21. Juni 2018
Küsnachter vom 21. Juni 2018
Küsnachter Amtlich vom 21. Juni 2018

Sonderzeitungen

Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Tonhalle
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger