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19.04.2018 Von: Fabio Lüdi

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Chöre und Orchester spielen grosses Konzert


Noch wirkt alles ein wenig improvisiert, aber bald schon geht es auf die Bühne der Heslihalle. Foto: Fabio Lüdi

Im Juni singen sich drei Küsnachter Chöre mit orchestraler Untermalung der Harmonie Eintracht Küsnacht durch ein anspruchsvolles Programm. Nun haben sie sich zur ersten Probe getroffen.

Die Küsnachter Musikszene stemmt momentan eine Herkulesaufgabe: Der Chor Kantorei St. Georg, der evangelische Kirchenchor und der Jugendchor Funtastic singen sich, begleitet durch das Orchester Harmonie Eintracht Küsnacht, Mitte Juni durch die Musikgeschichte.
Moderne Epen wie «1492: The Conquest of Paradise» und kontemporäre Klassiker wie Queens «Bohemian Rhapsody» werden ebenso gespielt wie Christoph Willibald Glucks «Chor der seligen Geister». Auf dem Programm von «Küsnacht macht Musik» stehen auch Highlights aus der Oper «Carmen», ein Stück, das Genre-Geschichte geschrieben hat.

Anspruchsvoller Spielplan
Ein ambitiöser Spielplan also, dessen sind sich auch die Musikerinnen und Sänger bewusst. «Die Stücke aus ‹Carmen› sind besonders schwierig, wegen der Erwartungen des Publikums», weiss etwa Hansueli Greiner, Veteranen- Obmann der Eintracht Küsnacht und OK-Präsident der Veranstaltung. Schliesslich wisse das Publikum, wie diese Stücke zu klingen hätten, jeder und jede habe sie bereits irgendwo gehört.
Ehrgeizig wirkt das Projekt auch, weil nur vier Proben angesetzt sind, bevor sich in der Heslihalle die Zuschauerränge füllen. Von grosser Aufregung ist am ersten Probetag allerdings wenig zu spüren: Da wird zwischen den Stücken gelacht und gescherzt. Diese Energie beeindruckt, zumal die Musikerinnen und Musiker am Morgen vor der Probe erst noch zum Altpapiersammeln einberufen wurden.
Trotz der gelösten Stimmung unter den versammelten Musikerinnen und Musikern gibt der Dirigent und musikalische Leiter Tobias Loew aber rigoros den Takt vor und Kantor Joachim Schwander erteilt versiert Anweisungen zu Spiel- und Singtempo. Sie wirkt routiniert, diese Arbeit am noch Imperfekten.
«Ich bin überrascht, wie gut das Zusammenspiel bereits funktioniert», meint auch Hansueli Greiner. An dieser ersten Probe sind die beiden Kirchenchöre sowie die Eintracht Küsnacht beteiligt. Der Jugendchor Funtastic wird erst bei den späteren Proben dazustossen. «Spielen Chor und Orchester das erste Mal zusammen, gibt es manchmal einen «Machtkampf », meint Greiner, «wobei sich der Gesang oder die Musik ein wenig durchzusetzen versuchen.» Da sei es dann Aufgabe des Dirigenten einzuschreiten. «Aber hier ist das nicht der Fall», stellt Greiner zufrieden fest.
Das ist wohl auch gut so, denn bei einem solchen Projekt haben alle Beteiligten ohnehin alle Hände voll zu tun. «Das Zusammensetzen verschiedener Ensembles ist wie ein Puzzle», erklärt Greiner, «da müssen die Stücke geschliffen werden, bis sie zusammenpassen. »

Vor 6 Jahren hat alles begonnen
Ein Zusammenspiel dieser Dimension gab es Küsnacht das erste Mal 2012. Zwei Jahre zuvor übernahm Tobias Loew als neuer Dirigent die Harmonie Eintracht Küsnacht, gleichzeitig war er auch noch musikalischer Leiter der Musikgesellschaft Dallenwil in Obwalden. Mit dieser hatte Loew bereits Gemeinschaftskonzerte mit den Chören aus der dortigen Umgebung durchgeführt, was nun auch in Küsnacht auf Interesse stiess. Inspiriert durch die lebendige Chorlandschaft der Innerschweiz fanden schliesslich verschiedene Küsnachter Ensembles zum Konzert zusammen. «Das war für uns alle Neuland », erinnert sich Greiner zurück, «wir hatten damals keine Ahnung, was dabei herauskommen würde.»
Offenbar hat das Ergebnis aber gefallen, denn vor zwei Jahren wurde im Vorstand der Harmonie Eintracht Küsnacht die Idee aufgeworfen, wieder ein solches Konzert zu geben. Der Vorschlag stiess damals zwar auf Resonanz, Chöre und Orchester sind aber notorisch mit Auftritten beschäftigt.
Vor allem um die Osterzeit können sich die Kirchenchöre nicht über zu wenige Auftritte beklagen, anschliessend daran folgt Pfingsten und dann müssen sich die Sängerinnen und Sänger auch bald wieder auf die Adventszeit vorbereiten. Der Jugendchor Funtastic hat ein Faible für grosse und aufwendige Produktionen, die entsprechend Zeit in Anspruch nehmen, das Orchester Harmonie Eintracht Küsnacht bestreitet seinerseits jeweils Frühlings- und Kirchenkonzerte.

Vorausschauend geplant
Alle Vereine zu koordinieren, erfordert also vor allem Geduld. Die Organisatoren planten den Auftritt darum auf zwei Jahre im Voraus, ein früherer Termin lag für die viel gebuchten Ensembles einfach nicht drin. Trotzdem stehen die Stücke auf dem Programm bereits seit Langem fest, die dazugehörigen Noten wurden nämlich schon im März letzten Jahres verteilt. Die Musikerinnen und Musiker hatten dadurch genügend Zeit, sich einzeln vorzubereiten. Dieser Planung ist es unter anderem zu verdanken, dass vier Proben bis zum Auftritt ausreichen sollen.
OK-Präsident Hansueli Greiner ist bereits bei der ersten Probe verzaubert von der gemeinsamen Leistung: «Ich bekam richtige Hühnerhaut heute, als das Orchester spielte und der Gesang der Chöre eingesetzt hat.» Eine solche Begeisterung der Beteiligten lässt das Beste ahnen für diesen Grossauftritt der Küsnachter Musikszene.



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