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25.04.2018 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Areal Grünwald: Grosse Übereinstimmung


Beim ersten Workshop nahmen über 100 Personen teil. Foto: Juliet Haller, AFS.

Nach dem zweiten Workshop im Rahmen des Mitwirkungsprozesses Grünwald sind sich die Teilnehmenden einig. Es braucht neue Begegnungsorte, vielseitige Aussenräume, flexible Wohnformen, offene Bebauungsstrukturen, Bachöffnung und die Mitwirkung der Bevölkerung.

«Ich bin sehr zufrieden», hält Stephan Bleuel, Projektleiter Mitwirkungsprozess Grünwald vom Amt für Städtebau der Stadt Zürich, nach dem zweiten von drei Workshops zur Entwicklung des Areals Grünwald im Rütihof fest. Viele interessierte und engagierte Leute, jüngere und ältere, hätten teilgenommen. Beim Auftaktworkshop waren es über 100 Personen, beim Vertiefungsworkshop 60 bis 70, vor allem aus dem Rütihof. Unter den Teilnehmenden waren auch die Opponenten des «Ringling». Einige wenige von ihnen äusserten sich kritisch an den Tischgesprächen, aber insgesamt war die Stimmung gut. «Die Haltung ist allgemein positiv und es wurde inhaltlich differenziert diskutiert», freut sich Bleuel. «Der Mitwirkungsprozess lohnt sich.» Der dritte und letzte Workshop findet am 14. Juni, 19 bis 22 Uhr, im Schulhaus Rütihof statt.

Thesen für die Arealentwicklung
Die Teilnehmenden einigten sich bis jetzt auf sechs Thesen, welche sie dem beauftragten Planungsteam Müller Sigrist Architekten mitgeben wollen: neue Begegnungsorte, vielseitige Aussenräume, flexible Wohnformen, offene Bebauungsstruktur, Bachöffnung und Mitwirkung der Bevölkerung. Bis zum Schlussworkshop werden diese Thesen zu städtebaulichen und stadträumlichen Grundsätzen ausgearbeitet. Die Grundsätze werden dann im Programm des Architekturwettbewerbs aufgenommen.

Kein Verdichtungsgebiet
Das Areal Grünwald im Rütihof ist in der neuen BZO einer viergeschossigen Wohnzone zugeteilt. Das heisst, im Fall einer Arealüberbauung können siebengeschossige Bauten erstellt werden. Die Rückmeldungen beim Vertiefungsworkshop waren klar. Man wünscht keinen Riegel und die Gebäude sollen nicht alle gleich hoch sein. «Ich rechne mit fünf bis sieben Geschossen. Das nicht alles gleich hoch sein soll, nehmen wir gerne auf», hält Bleuel fest. Eine Hofrandbebauung wie der «Ringling» sei definitiv nicht vorgesehen. «Wir wollen die Charakteristika vom Rütihof aufnehmen. Das Ziel ist eine gewisse Offenheit.»

Allerdings sei der Lärm von den beiden Strassen nicht zu unterschätzen. Dort braucht es eine Bauweise, die den Lärm abschirmt. Wichtig ist für die Workshop-Teilnehmenden auch die Durchwegung und die Sichtbeziehung. «Für uns ist der Dialog mit den Nachbarsiedlungen ein wichtiger Aspekt», betont Bleuel. «Die Grünwald-Siedlung soll sich mit den Nachbarsiedlungen gut vernetzen.»
Thematisiert wurde beim Workshop auch die Dichte. Erreicht man mit einer offenen Bauweise die von der Stadt angestrebte Dichte? «Der Rütihof ist kein Verdichtungsgebiet», betont Bleuel. Das heisst, dass die Dichte nicht im Mittelpunkt steht, aber natürlich wollen die Bauträger und die Stadt möglichst viele gemeinnützige Wohnungen bauen.

Gute Durchmischung
Eine weitere Empfehlung der Workshop-Teilnehmer war die gute Durchmischung der Bewohnerinnen und Bewohner. «Neben der Baugenossenschaft Sonnengarten und der Gemeinnützigen Bau- und Mietergenossenschaft Zürich wird auch die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich Wohnungen bauen. Der Wohnungsspiegel wird sehr vielfältig sein. Es gibt kleinere und grössere Wohnungen, für Einzelpersonen, Familien und Senioren», so Bleuel.
Es gibt aber nicht nur Wohnungen auf dem Areal Grünwald, sondern ebenfalls publikumsorientierte Nutzungen im Erdgeschoss. «Es sind gemeinschaftsorientierte Nutzungen wie ein Café, ein Einkaufsladen, soziokulturelle Aktivitäten und anderes vorgesehen. «Es werden Treffpunkte gewünscht», betont Bleuel. Auch der Jugendtreff soll gemäss den Teilnehmenden bestehen bleiben, und zwar an einem Ort, wo auch Lärm gemacht werden darf.

Allen war es wichtig, dass der Laden und das Café für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Rütihofs zugänglich sind. Gleichzeitig will man keine Konkurrenz zu bestehenden Betrieben schaffen, sondern eher eine Ergänzung schaffen. Man war sich einig, dass man etwas Neues sorgfältig mit Bestehendem verbinden will. «Ein breiteres Angebot kann auch eine Chance sein», betont Bleuel. Zudem könne er sich im Rütihof verschiedene kleinere Zentren vorstellen. Wichtig sei dabei aber ein attraktiver Aussenraum. «Der Rütihof ist ein sehr durchgrüntes Quartier, eine Identität, die beibehalten werden soll. Es hat viele Wege. Es braucht aber noch mehr Infrastruktur.»

Quartiervertretung
Die Resultate der Workshops will man ins Programm des Wettbewerbs aufnehmen. Die Bevölkerung wünscht eine Quartiervertretung. Dies sehen auch die Stadt und die Bauträger so. «Wir werden das gemeinsam mit dem Quartierverein besprechen. Die Person soll im Quartier breit abgestützt sein. Am Ergebnisworkshop vom 14. Juni werden wir darüber informieren.» Mit der Vorbereitung des Wettbewerbs soll noch dieses Jahr begonnen werden. Die Durchführung ist dann für nächstes Jahr geplant. Der Realisierungstermin der Neuüberbauung ist noch offen, dürfte aber nicht vor 2023 der Fall sein.

 

Grünwald

Das Bundesgericht hat sich im August 2016 gegen das Projekt «Ringling» auf dem Grünwaldareal in Höngg ausgesprochen. Die Stadt entschied danach, mit den bisherigen Bauträgerinnen weiter zusammenzuarbeiten: Stiftung Alterswohnungen, Baugenossenschaften GBMZ (Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich) und Baugenossenschaft Sonnengarten. In diesem Jahr starteten die Stadt und die Bauträger mit Einbezug der Quartierbevölkerung ein neues Projekt. Ziel bleibt die Schaffung von gemeinnützigen Wohnungen.



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