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26.04.2018 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Die SP verliert ihren Sitz im Gemeinderat


Der neue Küsnachter Gemeinderat: (v. l.) Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola, Martin Schneider, Ueli Schlumpf, Schulpräsident Klemens Empting,

Die FDP legt einen Sitz zu, die SVP verteidigt ihre drei Sitze, und die Linke ist die grosse Verliererin der Küsnachter Behördenwahlen.

In Küsnacht blieben die Überraschungen aus: Die Wahl in den Gemeinderat schafften alle bisherigen Ratsmitglieder sowie die neuen Kandidaten von SVP und FDP: Die neuen Exekutivmitglieder heissen somit Ulrich Erb (SVP), Pia Guggenbühl (FDP) und Klemens Empting (FDP), der als Schulpflegepräsident von Amts wegen Mitglied des Gemeinderats ist.
Die FDP dominiert die Wahlen klar, durch den Einsitz des Schulpfelgepräsidenten im Gemeinderat gewinnt sie gar einen Sitz in der Exekutive. Das beste Resultat erzielte mit Martin Wyss (2281 Stimmen) ein FDP-Vertreter, gefolgt von seinen Parteikollegen Markus Ernst und Pia Guggenbühl. Hinter ihnen folgen Susanna Schubiger-Münger (GLP), Walter Matti (parteilos) und das SVP-Trio bestehend aus Ueli Schlumpf, Martin Schneider und Ulrich Erb. Erstmals seit 20 Jahren nicht mehr im Gemeinderat vertreten ist die SP. Lucia Hegglin, die Kandidatin der Sozialdemokraten, erreichte zwar mit 1273 Stimmen das absolute Mehr, schied aber als überzählig aus und konnte somit den Sitz von Gerhard Fritschi nicht verteidigen. Gleich erging es dem parteilosen Kandidaten Urs Esposito, der mit 1300 Stimmen nur 95 Stimmen weniger auf sich vereint als Erb – auch er scheidet als überzählig aus. Nicht gewählt wurde Nicola Roos (eigene Partei) mit 1025 Stimmen.
Urs Esposito spricht zwar von einem guten Resultat, dass er ohne Plakate und Podiumsdiskussion erreicht hätte, kritisiert aber auch den Wahlkampf: «Ich habe die Macht der Parteien unterschätzt. Diese haben es verstanden, den Wahlkampf zu ihren Gunsten zu gestalten.» Ausserdem zeigt sich der Parteilose überzeugt, dass ihm der Leserbrief im «Küsnachter » von Ex-FDP-Gemeinderat Bernhard Bühler geschadet habe. Aus Interesse an Planungs- und Bauprojekten werde er sich aber auch in Zukunft in der Küsnachter Politik einbringen, erklärt der Architekt weiter. Ob er in vier Jahren wieder kandidieren wolle, könne er noch nicht sagen.
Sehr enttäuscht zeigte sich Lucia Hegglin nach Bekanntgabe der Wahlresultate. «Vor allem darüber, dass die SP den Sitz verloren hat.» Diese Enttäuschung sei grösser als ihre persönliche, so die SP-Kandidatin, die als parteilose und Vertreterin des Bürgerforums von 2006 bis 2010 dem Küsnachter Gemeinderat angehörte. Anscheinend sei ein «rein bürgerlicher Gemeinderat» das, was die Bevölkerung gewollt habe, so Hegglin. Sie mutmasste, dass die Sitzreduktion im Gemeinderat dafür gesorgt habe, dass die Linke weniger Fremdstimmen auf sich vereinen konnte. Dass ihr im Lauf ihres Lebens vollzogener Parteiwechsel zu einem Nachteil geführt hat, glaubt sie hingegen nicht. «Die Veränderung von der sozialen CVP über das Bürgerforum zur pragmatischen SP fand ja über dreissig Lebensjahre hinweg statt. Aber, wer weiss, was alles beim Wählen der Bürger mit eine Rolle gespielt hat», meinte die SP-Frau. Sehr enttäuschend sei zudem, dass ihre Parteikollegin Ursula Meier als einzige Kandidatin die Wahl in die RPK nicht geschafft hat. «Sie wäre sehr qualifiziert gewesen. Es war halt doch eine Parteienwahl», so Hegglin.

FDP auf ganzer Linie erfolgreich
Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) bezeichnet den Erfolg seiner Partei als Bestätigung für die bisherige Personalpolitik. «Es zeigt, dass es die FDP immer wieder schafft, gute Kandidatinnen und Kandidaten zu motivieren. » Auch Pia Guggenbühl, die neu gewählte FDP-Gemeinderätin, spricht von einem grossen Erfolg ihrer Partei. Sie freue sich besonders, dass sie den Sitz von Ursula Gross Leemann habe verteidigen können. «Sie hat mich stark motiviert, in ihre Fussstapfen zu treten.» Die Frage, ob sie auch das von Gross Leemann geführte Finanzressort übernehmen möchte, wollte die 39- Jährige mit Rücksicht auf die erst spätere Konstituierung nicht beantworten. Sie hoffe aber, dass ihr Erfolg auch andere junge Frauen für die Politik motivieren könne. Nicht nur auf Exekutivebene, auch in der Schulpflege und in den Kommissionen konnte die FDP einen Erfolg feiern: So wurden alle liberalen Kandidaten gewählt.
Feiern konnte aber auch die SVP: Anders als in vielen anderen Gemeinden, wo die SVP Federn lassen musste, konnte sie in Küsnacht ihre Sitze im Gemeinderat halten – trotz Rücktritt von Noldi Reithaar und der Sitzreduktion durch den Einbezug des Schulpräsidenten. «Ich habe meine Chancen so 50/50 eingeschätzt», meinte der neu gewählte SVP-Gemeinderat Ulrich Erb. Er freue sich, dass es geklappt habe, und sei gespannt, wo er eingesetzt werde. Eine Ressortpräferenz wollte er noch nicht nennen.

Schulpflege: Gleiche Sitzverteilung
Bei der Schulpflege wurden neben Empting, der mit 1963 die meisten Stimmen erzielte, auch die bisherigen Schulpflegerinnen Christina Zürcher (parteilos) und Iris Heim (parteilos) bestätigt. Neu den Sprung in die Schulpflege schafften Suzanne Eckert, Stephanie Rippmann und Stefan Kriz (alle FDP) sowie die parteilose Rotgrünplus- Vertreterin Brigitte Stucki. Das absolute Mehr erreicht, aber als überzählig ausgeschieden, sind Philippe Guldin (GLP) und Elisabeth Otth (SVP). Nicht gewählt wurde Werner Gröner (parteilos).
Damit bleibt die Sitzverteilung in der Schulpflege mit vier FDP-Politikern und drei Parteilosen gleich wie bisher, hat allerdings mit Stucki, die von Rotgrünplus unterstützt wird, eine leichte Linkstendenz erhalten. Für die Rechnungsprüfungskommission (RPK) wurden alle Bisherigen wiedergewählt. Es sind dies Präsident David Doneda (FDP), Ulrich Sauter (FDP), Patrick Ramsauer (GLP), André Tapernoux (EVP), Markus Ehrat (SVP) und Thomas Lorentzen (SVP). Neu in der RPK Einsitz nehmen Paulo Gnehm (FDP), Tim Dührkoop (FDP) und Adrian von Burg (SVP). Nicht gewählt wurde Ursula Meier (SP).
In die Sozialkommission gewählt wurden die Bisherigen Isabelle Merk Guggenbühl (FDP) und Michael Brand (GLP) sowie neu Eva Borla-Geier (FDP). Jakob Weiss (parteilos, von Rotgrünplus unterstützt), Michael Schollenberger (SVP) und Nicola Roos (eigene Partei) schafften die Wahl nicht. Die Wahl in die Bürgerrechtskommission geschafft haben die wieder angetretenen Felix Günthardt (FDP) und Lukas Relly (EVP) sowie die Neuen Marc Lindt (FDP) und Gianni Platz (SVP).
Die Wahl verpasst hat auch hier Nicola Roos (eigene Partei). Bei der Reformierten Kirchenpflege wurden alle Kandidaten gewählt. Es sind dies die Bisherigen Paul Altmann, Urs Abderhalden, Gerhard Hubmann, Madeleina Panchaud de Bottens und Präsident Max Heberlein sowie Regula Boller- Siegenthaler und Walther Fuchs als neue Mitglieder.



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