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26.04.2018 Von: Nadine Golinelli

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Erlenbach: Nicole Lauener überraschend abgewählt


Die gewählten Erlenbacher Gemeinderäte mit Schulpräsidentin und Gemeinderätin Lotti Grubenmann. Von Links: Philippe Zehnder, Jens Menzi, Peter Keller und Martin Dippon. Auf den Fotos fehlt Philipp Weckherlin, der in den Ferien weilte. Foto: Nadine Golinelli

Bei den Erlenbacher Behördenwahlen sorgte eine Abwahl für Aufregung: Die CVP-Gemeinderätin Nicole Lauener wurde nach zwei Amtsperioden nicht wieder gewählt. Den Sprung in den Gemeinderat schafften hingegen die neuen Kandidaten Martin Dippon, Philipp Weckherlin (beide FDP) und Philippe Zehnder (parteilos).

Die seit 2010 im Gemeinderat tätige Nicole Lauener (CVP) erreichte am Wahlsonntag zwar mit 546 Stimmen das absolute Mehr, schied jedoch als Überzählige aus. Dies ist insofern überraschend, als dass die bisherigen Kandidierenden in Kommunalwahlen meist wiedergewählt werden. Im Bezirk Meilen gab es nur eine weitere Abwahl: Der SVP-Gemeinderat Markus Hafner schaffte in Uetikon die Wiederwahl nicht.
Nicole Lauener ist ob ihrer Abwahl total überrascht. Wie sie auf Anfrage erklärt, sieht sie diverse Aspekte dieser Wahlen in einem kritischen Licht. Einerseits sei die Stimmbeteiligung mit rund 30 Prozent sehr tief gewesen. «Die meisten Bürger dachten sich, dass der Wahlausgang sowieso klar sei», mutmasst die Politikerin. Des Weiteren habe die FDP vor allem für sich geschaut und insbesondere auch nicht der Tatsache Rechnung getragen, dass sie die einzige Frau im Gemeinderat sei. Philippe Zehnder wäre es ausserdem möglich gewesen, alle parteiungebundenen Wähler von Rechts bis Links abzuholen.
Wie Lauener ausserdem sagt, habe sie im Nachgang der Wahl viel Zuspruch von Kollegen aus dem ganzen Bezirk erhalten. Die neue Zusammenstellung des Gemeinderates sieht sie kritisch: «Bis auf die Schulpflegepräsidentin ist keine Frau mehr im Rat und das Durchschnittsalter ist deutlich höher geworden.» Den Bürgern sei diese Missrepräsentation wohl nicht bewusst. Das Engagement für eine Gemeinde und die Abwahl nach acht Jahren Arbeit sei hart und «trägt bestimmt nicht dazu bei, dass sich gerade auch Frauen für solche Ämter in Zukunft in grösserer Zahl aufstellen lassen», so Lauener weiter. Sie habe in ihrer Amtszeit nicht erfahren, dass die Bürger unzufrieden gewesen seien mit ihren Projekten und Ansichten: «Einzig, dass ich sehr transparent und geradlinig kommuniziere, hat vermutlich nicht allen gepasst.»

Bedauern der Amtskollegen
Laueners Abwahl war denn auch das grosse Thema beim Wahlapéro in Erlenbach. Ihre bisherige Gemeinderatskollegen konnten sich den Wahlausgang nicht erklären: «Ich finde es schade, dass eine Frau abgewählt wird. Sie war sehr engagiert und gab wichtige Impulse in ihrer Zeit als Gemeinderätin », so ihr Parteikollege Peter Keller, der die Wiederwahl mit 747 Stimmen problemlos schaffte. Auch die erstmals Kandidierenden Philippe Zehnder (parteilos) und Martin Dippon (FDP) wissen nicht, woran es lag. Zehnder meinte, er sei davon ausgegangen, dass es eine Kampfwahl zwischen den neuen Kandidaten gebe. Mit seiner Kandidatur als Parteiloser habe er die Konkurrenz um die Gemeinderatssitze verstärken wollen: «Die Erlenbacher sollten eine Auswahl haben», so der neu gewählte Gemeinderat. Er mutmasst, dass die Stimmberechtigten allenfalls Lust auf Neues gehabt und die Neuen aufgrund dessen priorisiert hätten. Dippon tut es leid, dass Lauener nicht wiedergewählt wurde: «Dies ist der Ausdruck des Souveräns. Es wird seinen Grund haben», meint er diplomatisch. Der mit 848 Stimmen – und damit dem besten Resultat – zum Gemeinderat und mit 815 Stimmen zum Gemeindepräsidenten gewählte Sascha Patak (FDP, bisher) bedauert die Abwahl seiner Kollegin ebenfalls. «Das wird ihrer Leistung in den letzten acht Jahren nicht gerecht. Es scheint, als wären ihr Einsatz und ihre Projekterfolge den Bürgern nicht richtig übermittelt worden. Sie hat sehr viel erreicht in den zwei Amtsperioden.» Auch der wiedergewählte Finanzvorsteher Jens Menzi (parteilos) findet es schade und beteuert das grosse Engagement seiner Mitstreiterin. Nicole Lauener nahm am Wahlapéro nicht teil und war danach für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Eine Präsidentin für die RPK
Lotti Grubenmann (parteilos, bisher) wurde mit dem besten Resultat (854 Stimmen) in die Schulpflege und mit 778 Stimmen zur Präsidentin der Schulpflege gewählt. Von Amts wegen ist auch sie Mitglied des Gemeinderats. Neben ihr sind Corinne Boppart (parteilos, bisher), Tabea Giger (parteilos, neu), Nicole Flückiger (CVP, bisher), Silvano Matthaei (CVP), Katharina Paul-König (FDP, neu) und Simon Tremp (parteilos, bisher) in die Schulpflege gewählt. Auch in den Kommissionen gab es jeweils eine Kampfwahl. In der Bau- und Planungskommission sind Ueli Brunner (FDP, bisher), Christine Hotz Steinemann (FDP, neu) und Stefan Nickisch (CVP, neu) gewählt. In die Liegenschaftenkommission wurden Jürg Honegger (FDP, bisher), Axel König (CVP, neu) und Maya Suter Schilliger (parteilos, neu) gewählt.
Die gewählten Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission sind Dov Bar-Gera (FDP, neu), Erika Brandenberger-Mathys (FDP, neu) Juan Marcos Degen (FDP, bisher), Jochen Rechberger (parteilos, neu) und Beat Steiner (FDP, bisher). Das Rennen um das RPK-Präsidium entschied Erika Brandenberger-Mathys mit 427 Stimmen klar für sich. Das Nachsehen hatte Jochen Rechberger mit 321 Stimmen, der aber trotzdem zum RPK-Mitglied gewählt wurde.
In die evangelisch-reformierte Kirchenpflege wurden alle Kandidierenden gewählt: Anita Adam (neu), Ueli Brunner (neu), Karolina Kuprecht (bisher), Beat Steiner (bisher), Heinrich Zweifel (neu). Als Präsident wurde Steiner bestätigt. Die Stimmbeteiligung lag bei allen Gremien bei zirka 30 Prozent.



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