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02.05.2018 Von: Sara Sommer

Zürich 2

Ein bunter Brunch in der Enge


Der Verein "Colors sans Frontières" will alteingesessene Quartierbewohner und Flüchtlinge zusammenbringen. (Foto: Sara Sommer)

Einmal im Monat wird es im Quartiertreff Enge besonders bunt. Dann lädt der Verein «Colors sans Frontières» zum Brunch. Quartierbewohner, Flüchtlinge und alle, die gerne neue Leute kennen lernen, sind willkommen.

«Hier habe ich gute Freunde gefunden, die mir wichtig sind und die ich gerne treffe», sagt Hani, der vor sechs Jahren aus Afghanistan in die Schweiz kam. Er rückt sich die Brille zurecht und blinzelt in die Sonne. Es ist der erste richtig warme Sonntag dieses Jahres. Die bunten Stühle im Garten des Quartiertreffs Enge sind alle besetzt. Vom angrenzenden Spielplatz dringt Kinderlachen herüber, mit Essen beladene Teller werden herumgereicht und einige Jungs streiten sich, weil einer von ihnen beim Uno-Spielen geschummelt hat. So geht es zu und her, wenn der Verein «Colors sans Frontières» einmal im Monat zum Brunch im Quartiertreff Enge einlädt.

Jeder soll teilnehmen können
Hani ist fast jedes Mal dabei. Wie für viele andere Anwesende ist der Brunch für ihn eine Gelegenheit, neue Leute kennen zu lernen und dauerhafte Kontakte zu knüpfen. Tatsächlich wird das Anschlussfinden den Neuankömmlingen hier sehr leicht gemacht. Alexandra Ibañez, die zusammen mit Jessica Hobi den Verein präsidiert, kommt den Gästen mit einem herzlichen Lachen entgegen. Sie zeigt ihnen, wo es freie Sitzplätze gibt, fragt, ob sie beim Uno-Spielen mitmachen möchten, und fordert sie auf, sich am Buffet zu bedienen. Wer wolle, könne einen Unkostenbeitrag in die Kollektenbox stecken. «Das muss aber nicht sein. Wir möchten, dass wirklich jeder an unseren Anlässen teilnehmen kann, auch Menschen, die es sich sonst nicht leisten könnten.» Deshalb organisiert der Verein zum Beispiel den Transport von einem Asylzentrum zum Quartiertreff Enge. So können die dort wohnhaften Menschen ebenfalls dabei sein.

Den beiden Präsidentinnen ist es ein besonderes Anliegen, dass sich alle – ob Menschen mit Fluchthintergrund, langjährige Bewohner oder neu Zugezogene – aktiv an den Anlässen beteiligen können. Dabei sei völlig egal, ob jemand beim Kochen helfe, Geschirr abwasche, mit den Kindern spiele oder sich einfach nur mit andern Gästen unterhalte. «Indem wir zusammen etwas auf die Beine stellen, gemeinsam an einem Tisch sitzen und Gespräche führen, lernen wir uns gegenseitig besser kennen und verstehen. Statt vorgefertigten Bildern sehen wir plötzlich den Menschen und seine ganz eigene Geschichte.» Gemeinsames Tun verbinde und könne viel Positives bewirken. Es bringe die Menschen dazu, füreinander einzustehen und Verständnis für die Situation des anderen zu haben. Es sei toll, dass die Menschen aus dem Quartier vorbeikämen, sich für «Colors sans Frontières» interessierten und den Kontakt mit anderen Gästen suchten.

Buffet wie im Szene-Café
Der Plan, die Menschen näher zusammenzubringen, scheint zu funktionieren. Quartierkinder sitzen neben Kindern aus dem Asylzentrum auf der Schaukel. Vor dem Buffet steht ein junger Mann aus Syrien und erklärt einem Wollishofer, wie die Kaffeemaschine funktioniert. In der Küche waschen freiwillige Helfer aus Peru, der Schweiz und Somalia gemeinsam Kaffeetassen ab.Dank der tatkräftigen Mithilfe aller kann es das Buffet locker mit dem Angebot eines Zürcher Szene-Cafés aufnehmen. Es gibt selbst gebackenen Zopf, Couscous-Salat, Randenbrotaufstrich, Zwetschgenwähe, Bergkäse, Gemüserouladen, Schokoladenkuchen und vieles mehr.

«Unser Buffet ist genauso bunt wie unsere ‹Colors-Familie›», sagt Angela Schaffert, die sich seit einem Jahr im Vorstand des Vereins engagiert. Sie sitzt neben Hani inmitten einer Gruppe Frauen, Kinder und Männer aus aller Welt, die unter viel Gelächter Uno spielen. «He, Angela, nicht zu viel reden, du bist dran!»



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