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02.05.2018 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Weniger Schulraum – mehr Freiraum


Noch können die Leute die Brache Guggach geniessen. Foto: pm.

Bis in sechs Jahren soll es in der Stadt Zürich ein Viertel mehr Schüler geben. Weil die Tagesschulstruktur zusätzlichen Raum braucht, steht die städtische Planung in grosser Kritik. Doch es gibt noch andere Bedürfnisse als Schulraum, so der Quartierverein Unterstrass.

Die Bevölkerung soll schon in wenigen Jahren die Schallmauer zur halben Million knacken, die Stadt Zürich rechnet bis in sechs Jahren mit einem Viertel mehr Schülerinnen und Schülern in der Volksschule. 25 Prozent mehr Schüler bedeutet nicht einfach 25 Prozent mehr Schulraum. Denn für den geplanten flächendeckenden Ganztagesbetrieb der Volksschulen braucht es zusätzlich Essens- und Aufenthaltsräume, Regenerierküchen und bedeutend mehr Personal. Doch was tut die Stadt? Sie stellt Pausenplätze voll mit Schulpavillons wie im «Allenmoos» und hofft, so das brennende Problem zu entschärfen. Doch als Tagesschule mit Pausen- und Mittagsräumen sind die offiziell «Züri Modular Pavillons» genannten Schulcontainer nicht geeignet, ebenso nicht für Stützkurse wie Turnen und Psychomotorik. Zudem nehmen sie Pausenplatz weg, dabei hat es doch gerade wegen dieser Pavillons mehr Schüler auf den Pausenplätzen. Erstaunlich ist, wie enorm der Kontrast zwischen Eigenwahrnehmung der Stadt und jener der Öffentlichkeit ist. Dabei zeichnet sich eine Verschärfung seit längerem ab.
Kein Wunder, schlagen Parteien von links bis rechts Alarm. FDP und CVP haben kürzlich eine Motion im Gemeinderat eingereicht. FDP-Fraktionspräsident Michael Schmid erklärt, die Stadt Zürich benötige momentan zehn Jahre vom Beginn der Planung eines neuen Schulhauses bis zu dessen Eröffnung. Schmid: «Das ist viel zu lange. Besonders kritisch wird es, wenn wir sehen, dass die städtischen Planungen bis 2024 mit 7000 Schülerinnen und Schülern mehr rechnen. Uns rennt hier also die Zeit davon.»

Öffentlicher Freiraum
Der zu lange Planungsprozess sei ein generelles Problem. Ein aktuelles Negativbeispiel ist gemäss Schmid das Projekt zur Realisierung des Schulhauses Guggach, wo auch das Zusammenspiel mit den bestehenden Schulhäusern Kügeliloo und Allenmoos zu klären sei. Der Quartierverein Unterstrass sieht dies differenzierter.

Auf dem Areal Guggach hat die Baugenossenschaft der Eisenbahner gebaut. Zudem ist eine Siedlung mit Eigentumswohnungen entstanden. Zurzeit erstellt die Pensionskasse der UBS eine weitere Siedlung. Auf der heutigen Brache will die Stiftung «Einfach wohnen» eine neue Siedlung mit ungefähr 120 Wohnungen sowie Gewerbe bauen. Vorgesehen sind zudem ein neues Primarschulhaus für 12 Klassen sowie ein Park, welche zusammen mit der Siedlung der Stiftung bis 2023 erstellt werden sollen.

Politiker kritisieren, dass das Schulhaus nicht grösser gebaut wird, um das Allenmoos und das Kügeliloo zu entlasten. Doch zwischen Allenmoos und Guggach ist die stark befahrene Hofwiesenstrasse, weshalb vorgesehen ist, das Allenmoos zu erweitern («Zürich Nord» berichtete). Vom Kügeliloo sollen gemäss Plan Klassen ins Guggach verlegt werden. «Das geplante Schulhaus mit Platz für 12 Klassen ist an diesem Ort räumlich angemessen», betont Ingo Golz, Co-Präsident Quartierverein Unterstrass und Jury-Mitglied beim Architekturwettbewerb. «Eine Vergrösserung ginge auf Kosten des öffentlichen Freiraums, der den Bewohnern zur Verfügung stehen soll. Dieser Freiraum in Form eines Quartierparks ist jetzt schon knapp dimensioniert.»



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